Besonders der Ausdauersport hat es ihnen angetan. Die drei 35- Jährigen aus Marktrodach kennen sich seit der Schulzeit und wollen sich nun einen großen gemeinsamen Traum erfüllen: Sie nehmen am StrongmanRun teil, einem der größten und abenteuerlichsten Hindernisläufe, der zurzeit in Deutschland ausgetragen wird.

Auf diese verrückte Idee ist Boris Pöhlmann gekommen, nachdem er sich im Fernsehen die Übertragung eines ähnlichen Wettkampfes aus Schottland angesehen und sich dann informiert hatte, wo es so etwas in Deutschland gibt. Nachdem sie im vergangenen Jahr die Alpen in sechs Tagen zu Fuß von Oberstdorf nach Meran überquert haben, waren sie motiviert, weitere Herausforderungen anzunehmen.

Beim Fisherman's Friend StrongmanRun Ferropolis, wie der Lauf mit 15 beschwerlichen Hindernissen genau heißt, werden etwa 6000 Starter erwartet.
Gerne würden noch mehr diese Herausforderung annehmen, aber die Teilnehmerzahl ist begrenzt, wenn am kommenden Samstag, 30. August, zum zweiten Mal ein Fisherman's Friend StrongmanRun in Deutschland stattfindet.

De drei Marktrodacher sind froh und stolz, eine Startgenehmigung in der Tasche zu haben, und fiebern dem Großereignis regelrecht entgegen, auch wenn sie nichts Genaues wissen, was sie eigentlich an Hürden und Hindernissen erwartet. Austragungsort ist die "Stadt aus Eisen" - Ferropolis.

"Auf dem legendären Event-Gelände erwartet uns ein spektakulärer Hindernislauf mit Festivalstimmung", weiß das Trio. Live-Acts, Camping, Lagerfeuer, Sonnenbaden und Schwimmen im See werden den Lauf der StrongmanRun-Reihe zu einem einzigartigen Erlebnis machen.

Auf einer Strecke von über 21 Kilometern erwarten die wagemutigen Teilnehmer Kletterhürden, Wasserbäder, Stromstöße und Schlammgruben. Der Veranstaltungsort Ferropolis liegt in der Nähe von Gräfenhainichen östlich von Dessau auf einer Halbinsel im ehemaligen Tagebau Golpa-Nord. Das Ambiente und die Atmosphäre auf dieser Halbinsel ziehen viele große Künstler auch zu Open Air-Veranstaltungen an.


Beim Training improvisieren

Seit einiger Zeit bereiten sich die drei Sportler aus dem Rodachtal fleißig auf diesen Wettkampf vor. Freilich müssen sie dabei improvisieren, denn im Frankenwald finden sie nicht annähernd die Herausforderungen vor wie dies am Samstag der Fall sein wird. Deshalb müssen sie mit dem Landesgartenschaugelände in Kronach, dem Lucas- Cranach-Turm und für das Training im Wasser mit der Rodach vorlieb nehmen.

Sie können aber nur selten zusammen trainieren; vielmehr läuft jeder für sich, wenn es die Zeit erlaubt, denn beruflich sind sie recht eingespannt. Boris Pöhlmann ist Physiotherapeut, Dirk Schneider ist Geschäftsführer einer Werkzeug-Konstruktionsfirma und Stefan Reif- Beck ist Polizeihauptmeister.

Aus der Anmeldung wissen sie zumindest in etwa, was sie erwartet: Sie müssen sich bei diesem Wettbewerb auf über 22 Kilometern durch Wasser, Matsch und Schlamm kämpfen und dabei aber auch noch 15 Hindernisse überwinden. Unter anderem müssen sie auch Stromschläge ertragen können und die Muskeln bis zum Zerbersten anspannen. Was sich genau hinter den mysteriösen Hindernissen mit Namen wie Schlammbock (Hindernis 10), Watergeddon (14), Strohmalaya (11), Alcatraz (15), The Great Slamm (11), Ferropool (7), Hammerzonas (9) können sie nur erahnen.

"Wir wissen nicht, was auf uns zukommt, können uns aber vorstellen, dass wir danach ganz schön platt sein werden", sagen sie mit gelassenem Lächeln. "Wir möchten aber nicht nur dabei sein, sondern sowohl als Team wie auch jeder für sich eine gute Zeit laufen", fügen sie voller Optimismus hinzu.