Im Kronacher Stadtrat wird es in den kommenden sechs Jahren bunt: 24 Sitze verteilen sich auf sieben Parteien - bisher waren es fünf. Neu hinzu kommen Zukunft Kronach (zwei Sitze) und die AfD (ein Sitz).

Angesichts dieser Konstellation betont der noch amtierende Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW), dass ein parteiübergreifendes Miteinander künftig noch wichtiger sein wird. "Dass die Sache im Vordergrund steht, war mir immer wichtig - und so sollte es auch in Zukunft laufen." Die designierte Bürgermeisterin Angela Hofmann (CSU) stehe nun vor der Herausforderung, den Stadtrat zu vereinen und jede Partei mitzunehmen.

Neben vielen "alten Hasen" werden einige neue Gesichter im Gremium sitzen. "Die werden schnell merken und hoffentlich auch lernen, dass nicht alles von heute auf morgen geht." Dabei sollten alle Ratsmitglieder stets das Wohl der Stadt und der Bürger im Blick behalten und keine Personenpolitik betreiben.

Dass die Freien Wähler drei Sitze verloren haben, kommt für Beiergrößlein nicht überraschend: "Das war uns bewusst, dass wir Stimmen einbüßen, wenn ich nicht mehr kandidiere und wir keinen anderen Bürgermeister-Kandidaten stellen." Immerhin habe es für drei Sitze gereicht. "Wir sind weiterhin eine Fraktion." Das ist in so fern wichtig, weil der CSU, die auf zehn Sitze kommt, bei den Entscheidungen die Stimmen der Freien Wähler reichen würden, um eine Mehrheit zu bekommen - und die beiden Parteien bereits in den vergangenen zwei Legislaturperioden unter Beiergrößlein eng zusammengearbeitet haben.

Die SPD verliert einen Sitz und stellt nun fünf Ratsmitglieder - neu dabei ist Sabine Gross, die im Bürgermeister-Wahlkampf gegen Angela Hofmann den Kürzeren zog. Auch die Frauenliste büßt einen Sitz ein - Martina Zwosta wird zur Einzelkämpferin. Nicht gereicht hat es für den dritten Bürgermeister-Kandidaten Johannes Vogt und seine Partei Die Linke/Die Parte, die lediglich auf 1,71 Prozent der Stimmen kam. Kronach: CSU: 10 (+1), SPD: 5 (-1), Freie Wähler: 3 (-3), Grüne: 2 (+1), Zukunft Kronach: 2 (neu), Frauenliste: 1 (-1), AfD: 1 (neu)

Mehrheit in Tettau eingebüßt

Interessant stellt sich die Lage im Norden des Landkreises dar: In Tettau hat die Wählergemeinschaft aus CSU, FW und Bündnis für Tettau ihre Mehrheit eingebüßt - sie kommt nun, genauso wie die SPD, auf sieben Sitze. Bei Stimmengleichheit wird Bürgermeister Peter Ebertsch (BfT) künftig das Zünglein an der Waage sein. Tettau: FW/CSU/BfT: 7 (-1), SPD/ZMT: 7 (neu).

Die Alternative für Tschirn kommt auf vier Sitze der gleichnamigen Gemeinde - Gleichstand mit dem Bündnis CSU/LB. Auch hier könnte künftig die Stimme von Bürgermeister Peter Klinger entscheidend sein. Tschirn: Alternative für Tschirn: 4 (+-0), CSU/LB: 4 (+-0).

In Reichenbach verliert die SPD einen Sitz, bleibt aber mit drei Mitgliedern im Gremium stärkste Kraft. Reichenbach: SPD: 3 (-1), CSU: 2 (+-0), BLR: 2 (+2).

Anders in Ludwigsstadt, wo Timo Ehrhardt zwar Bürgermeister bleibt, seine SPD jedoch einen Sitz verliert und nun sieben Ratsmitglieder stellt - genauso viele wie die CSU, die einen Sitz dazugewinnt. Zwei Sitze verbleiben bei den Freien Wählern. Ludwigsstadt: CSU: 7 (+1), SPD: 7 (-1), Freie Wähler: 2 (+- 0).

Alles anders in Teuschnitz

Eine dicke Überraschung gibt es in Teuschnitz: Mit Frank Jakob wurde nicht nur ein Vertreter der Freien Wähler zum neuen Bürgermeister gewählt. Seine Partei gewinnt auch vier Sitze hinzu und hat damit genauso viele wie die Gruppe CSU/FWG, die drei Sitze eingebüßt hat. Neu dabei ist die ÜWG "Menschen im Mittelpunkt" in Person von Susanne Daum. Teuschnitz: CSU/FWG: 5 (-3), Freie Wähler: 5 (+4), SPD: 2 (-1), FL: 1 (- 1), ÜWG: 1 (neu).

Neu ist auch die Bürgerliste in Steinbach am Wald, die aus dem Stand mit zwei Vertretern ins Gremium einzieht. Die Bürgerliste Kehlbach behält ihren Sitz, stärkste Partei bleibt mit acht Räten die CSU. Steinbach am Wald: CSU: 8 (-1), SPD: 3 (-1), BLS: 2 (neu), Freie Wähler: 2 (+-0), BLK: 1 (+-0).

Während die Freien Wähler in Steinbach ihre beiden Sitze behalten, verlieren sie in Pressig massiv und treten dort bald nur noch als Duo auf. Auch die CSU verliert zwei Sitze, stellt jedoch mit Stefan Heinlein den neuen Bürgermeister. Großer Gewinner ist die Bürgergemeinschaft, die es auf fünf Sitze schafft. Pressig: CSU: 6 (-2), Bürgergemeinschaft: 5 (neu), SPD: 3 (+-0), Freie Wähler: 2 (-3).

Auch in der Landkreis-Mitte büßen die Freien Wähler Sitze ein, wie in Nordhalben. Dort sind sie nur noch mit fünf Mann vertreten, ebenso wie die CSU. Die Sozialdemokraten verlieren ebenfalls einen Sitz und bilden nun ein Duo. Nordhalben: CSU: 5 (+1), Freie Wähler: 5 (- 2), SPD: 2 (-1).

Ähnlich sieht es für die SPD in Wilhelmsthal aus. Dort bleibt Susanne Grebner zwar Bürgermeisterin - die Gruppe SPD/Freie Bürger hat jedoch einen Sitz weniger als die CSU. Die bleibt stärkste Kraft, hat aber ebenfalls einen Sitz verloren. Wilhelmsthal: CSU: 7 (-1), SPD/Freie Bürger: 6 (+1), UWG-FW: 3 (+-0).

Auch in Steinwiesen müssen die Christsozialen einen Sitz im Marktgemeinderat hergeben, trotzdem bleiben die Machtverhältnisse zwischen CSU und SPD klar. Gerhard Wunder geht als Bürgermeister in seine fünfte Amtszeit. Steinwiesen: CSU: 11 (-1), SPD: 5 (+1).

Alles beim Alten bleibt auch in Wallenfels: Jens Korn ist der alte und neue Mann an der Spitze. Wallenfels: CSU: 7 (-2), Freie Wähler: 4 (+-0), SPD: 3 (+-0).

SPD verliert

In Marktrodach bleibt Norbert Gräbner Bürgermeister - seine frühere SPD hat jedoch massiv verloren und kommt nur noch auf drei Sitze - genauso viele wie die neue Partei Menschen für Marktrodach. Stärkste Kraft ist jedoch die Gruppe ÜWG/FW mit sieben Sitzen. Die CSU vertritt nun Walter Deinlein alleine im Gremium. Marktrodach: ÜWG/FW: 7 (+3), SPD: 3 (-4)

Menschen für Marktrodach: 3 (neu), SBM: 2 (+-0), CSU: 1 (-1).

In Stockheim büßte die Partei von Bürgermeister Rainer Detsch einen Platz ein - die Freien Wähler kommen nun auf sieben Sitze. Die CSU bleibt bei acht. Neu dabei sind die Bürger für Stockheim mit drei Mann. Stockheim: CSU: 8 (+-0), Freie Wähler: 7 (-1), BFS: 3 (neu), SPD: 2 (-6).

Mitwitz bleibt fest in CSU-Hand: Oliver Plewa ist neuer Bürgermeister, seine Partei gewinnt noch einen Sitz hinzu. Achtungserfolg für die Freien Wähler: Sie ziehen mit drei Mann als Fraktion in den Marktgemeinderat ein. Mitwitz: CSU: 6 (+1), SPD: 3 (-1), FWG: 3 (+-0), Grüne: 2 (+-0).

Schwarz oder Rot in Weißenbrunn

Ob Weißenbrunn künftig in Schwarz oder in Rot regiert wird, ist noch offen: Jörg Neubauer (SPD) und Michael Bohl (CSU) ziehen in die Stichwahl. Klar ist aber: Die SPD bleibt mit sechs Sitzen stärkste Kraft. Weißenbrunn: SPD: 6 (+-0), CSU: 4 (-1), FWW: 4 (-1).

In Schneckenlohe bleibt Sozialdemokrat Knut Morgenroth Bürgermeister, seine Partei verliert jedoch einen Sitz und kommt nun auf vier. Die Dorfgemeinschaft tritt künftig mit drei Mann als Fraktion auf, stärkste Partei bleibt die CSU mit fünf Sitzen. Schneckenlohe: CSU: 5 (+-0), SPD: 4 (-1), Dorfgemeinschaft: 3 (+1).

Das südliche Küps ist neben dem Kronacher Stadtrat das einzige Gremium, in das es die AfD mit einem Sitz schafft. Die CSU, die auch Bürgermeister Bernd Rebhan stellt, gewinnt einen weiteren Sitz hinzu und kommt nun sogar auf neun. Küps: CSU: 9 (+1), SPD: 6 (-1), Freie Wähler: 4 (-1), AfD: 1 (neu).