In Position! Die Tänzerinnen stemmen ihre Hände in die Hüften. Wie an jedem Samstag probt die Prinzengarde auch an diesem Vormittag ihren Tanz für die beiden Büttenabende. Die Musik aus dem CD-Player setzt ein. Hoch das Bein! Die Schrittfolgen müssen sitzen - und das alles synchron im Takt der Musik und mit einem Lächeln auf den Lippen!

Nach genau 3,17 schweißtreibenden Minuten ist das Zirkus-Medley geschafft. Kurze Verschnaufpause für die Garde-Mädchen, denen die Anstrengung ins Gesicht geschrieben steht.

"Wir sind startbereit"

Trainerin Nadine Buckreus ist zufrieden. Bis zu den Bütten abenden am kommenden Wochenende dauert es nicht mehr lange.
"Bis auf ein paar Kleinigkeiten und Feinheiten sind wir startbereit", freut sich die Steinbergerin, die früher selbst in der Garde getanzt hat und seit über 20 Jahren fest zum Inventar der "Staaberche Fousanocht" gehört.

Ihre närrische Karriere begann sie 1994 in der kleinen Garde mit Mädchen im Grundschulalter. Danach war sie bei Showtänzen dabei, bevor sie von 2004 bis 2010 Bestandteil der Prinzengarde war, die sie nun seit 2011 trainiert. Auch die meisten ihrer Garde-Mädchen sind schon lange dabei.

"Wir trainieren seit September - einmal die Woche am Samstag beziehungsweise Sonntag, immer so ein bis eineinhalb Stunden", erzählt Buckreus. Proben unter der Woche seien nicht möglich, weil einige auswärts arbeiten oder studieren.

Die Choreographie entwickelt sie selbst. "Ich schaue mir Faschings-Veranstaltungen im Fernsehen an oder hole mir bei Workshops neue Anregungen. Die Grundschritte sind gleich, es kommt auf die Variationen an und sie der Musik anzupassen", erklärt die Trainerin, deren Vorgängerinnen Silvia Fischer und Simone Porzig waren.

Erst rot-weiß, dann blau-weiß

Sie kann sich noch gut an ihre Anfänge erinnern. "Ich glaube, wir waren damals alle so ungelenk, dass wir für den ersten Schritt eine Stunde gebraucht haben", lacht sie. "Die Kostüme damals waren rot-weiß und wurden von einigen Müttern genäht." Mittlerweile gibt es schon seit Jahren blau-weiße Kostüme, die heuer jedoch etwas verändert und auch "luftiger" gemacht wurden.

"Unsere Auftritte inklusive Zugaben sind sehr anstrengend. Auf der Bühne ist es durch das Scheinwerfer-Licht extrem warm", verrät Gardistin Nina Buckreus. Dies sei auch der Grund, warum man die langen Ärmel der Kostüme auf Halbarm verkürzen ließ. Dafür verantwortlich zeichnete Monika Jakob, die die Änderungen "superschnell" erledigte.

Auch die Hüte wurden aufgepeppt. Anstelle der alten langen Federn gibt es nun kürzere (und wesentlich mehr) Federn auf den Hüten. Die Kostüme sehen dadurch moderner aus.

Erheblicher Aufwand

Die Garde ist zwar bei vielen Faschings-Veranstaltungen in Steinberg und Umgebung alljährlich gern gesehener Gast und überall vertreten, ihren Tanz zeigt sie aber lediglich an den beiden Büttenabenden. "Das ist schon ein erheblicher Auftritt für die wenigen Minuten", wissen die Gardistinnen - und so leicht wie das Tanzen aussehe, sei es bei weitem nicht. "Das wird unterschätzt", weiß Julia Agel, deren Vater Steinberger Faschingsbeauftragter ist. Acht Mädchen, die teilweise unter der Woche auswärts sind, unter einen Hut zu bekommen, sei nicht einfach.

Die Tänzerinnen nehmen ihre Auftritte sehr ernst und bemühen sich immer, den Gästen ein echtes Highlight zu bieten. Dafür bilden sie sich auch fort - beispielsweise in Hof bei Tanzlehrgängen für Garde- und Showtanz.
Es werde sehr viel Zeit und Arbeit investiert, sagt Julia Agel. Das gelte aber nicht nur für ihren Auftritt, sondern für den ganzen Fasching, hinter dem ein Riesen-Aufwand und eine Riesen-Organisation steckten.

Nadine Buckreus pflichtet ihr bei: "Für so ein kleines Dorf wie Steinberg stellen wir wirklich einen tollen Fasching auf die Beine." Das Schönste für die Gardistinnen am Fasching ist, dass alle zusammen helfen und Steinberg an diesen Tagen wie eine große Familie sei.

Natürlich gab es in all den Jahren auch mal kleinere Malheure. "Einmal hat die Musik eine Minute übersprungen und einfach aufgehört, während wir mitten im Tanz waren", erinnert sich Tina Wölz, deren größte Befürchtung es ist, einmal im Eifer des Gefechts von der Bühne herunterzufallen.

Eine gehörige Portion Aufregung sei bei ihr und den Tänzerinnen noch immer dabei - gerade auch bei Kristin Jakob, die heuer zum ersten Mal mitmacht. Wenn aber alles gut gelaufen sei und die Leute klatschten, seien alle man so richtig glücklich.

Termine

Termine der Büttenabende sind: Freitag, 13., und Samstag, 14. Februar, in der Kronachtalhalle (Beginn: 19 Uhr, Einlass: 18 Uhr, musikalische Einstimmung durch den MV Steinberg ab 18.30 Uhr), danach Party mit DJ Holly.

Für beide Vorstellungen gibt es Karten an der Abendkasse und im Vorverkauf bei Jochen Gleich (0 92 60 / 9 60 99). Der Preis pro Karte beträgt zehn Euro. Kinderfasching: Kinderumzug am Sonntag, 15. Februar, um 13.30 Uhr ab Grieser Straße mit dem MV Steinberg, danach Kinderfasching in der Kronachtalhalle.