Georg Köstner von der Stadtverwaltung stellte ein neues bayerisches Programm mit dem Titel "Höfebonus" zur Förderung des Breitbandausbaus vor. Inklusive dieses Angebots stünden noch Fördermittel von rund 1,29 Millionen Euro zur Verfügung. Das würde reichen, um etwa 150 bis 200 weitere Haushalte anzuschließen. Vom neuen Förderprogramm könnten gerade entlegenere Bereiche profitieren.

Ralf Völkl (SPD) freute sich, dass nun auch abseits gelegene Gebäude eine Chance auf einen guten Breitbandanschluss erhalten. Jonas Geissler (CSU) lobte das Förderverhalten des Freistaats, denn "es war vor zehn Jahren noch so gut wie ausgeschlossen, in solche Bereiche mit dem schnellen Internet reinzukommen". Hauptamtsleiter Stefan Wicklein wies darauf hin, dass es bei der Ausweisung der Anschlussgebiete in erster Linie darum gehe, so vielen Menschen wie möglich Zugang zum schnellen Internet zu verschaffen.


Kehrseite der Medaille

Markus Wich (CSU) und Hans-Georg Simon (FW) mahnten an, die Breitband-Ausbaumaßnahmen gut im Blick zu behalten, um Spätschäden für die Stadt durch gehetzte Bauarbeiten zu vermeiden. Wicklein räumte ein, dass mitunter die Qualität der Arbeiten und die Kooperation mit den Verantwortlichen unter dem Tempo und der Vielzahl der Maßnahmen leide. "Das ist die Kehrseite des Ganzen." Er betonte, dass die Stadt im Rahmen ihrer Möglichkeiten kontrolliere. Sie sei aber weder Bauträger noch in der Lage, Hunderte Aufgrabungsstellen im Stadtgebiet permanent zu überprüfen.

In einem Entwurf für das neue Ausbauverfahren tauchen Gebiete in den Bereichen um Neuses, Gehülz, Ziegelerden, Dennach, Rotschreuth, Krugsberg, Rosenhain, Rennesberg, Kronach (an der B 173 vor Ruppen), Dobrach und Horlachen auf.

Das Thema "Internet" griff auch Markus Oesterlein (CSU) auf. Er berichtete von guten Erfahrungen mit dem Bayern-WLAN. Dabei gebe es die Möglichkeit für Kommunen, neben den Hotspots in Behörden zwei weitere, öffentliche Hotspots einzurichten. Wicklein erläuterte, dass sich die Stadt über die Bereiche Marienplatz und Festung Gedanken mache.


Internet steigert Attraktivität

Hans-Georg Simons Befürchtung, durch ein solches Angebot am Marienplatz vielleicht ungeliebtes Publikum anzulocken, wiegelten Jonas Geissler und Bernd Liebhardt (CSU) ab. "Unsere Zielsetzung muss es sein, Internet da anzubieten, wo die meisten Leute sind", unterstrich Geissler. So könne man Kronach attraktiver machen.
Was den Standort Festung angeht, zweifelte er auf Grund der starken Wallmauern an der technischen Umsetzbarkeit eines Hotspots. Deshalb soll die Stadtverwaltung auch den Marktplatz, den Melchior-Otto-Platz und das Landesgartenschau-Gelände prüfen lassen. Liebhardt ergänzte, dass ein solches Vorhaben Plätze beleben soll. Gerade für den Tourismus seien solche Angebote wichtig, um eine Stadt erlebbar zu machen.

Nicht um Datenautobahnen, sondern um Straßen aus Pflaster und Asphalt ging es in einem Antrag der SPD-Fraktion. Sie regte an, wegen des Ärgers über die Straßenausbaubeitragssatzung Kontakt zur Gemeinde Rednitzhembach im Landkreis Roth aufzunehmen. Im "Rednitzhembacher Modell" sieht die SPD "einen zukunftsweisenden Weg zu einem kontinuierlichen Ausbau und zum Erhalt der Infrastruktur". Das Konzept entlaste die Bürger, aber auch die Kommune. "Es geht darum, das Modell kennen zu lernen. Wir sollten alle mit dabei sein", forderte Völkl.



Mehrgleisige Lösungssuche

Der Vorstoß der SPD stieß auf Zustimmung. Ein Treffen soll vereinbart werden. Wich regte jedoch an, "auch auf den anderen Kanälen aktiv zu bleiben", um am Ende aus mehreren Optionen die beste für Kronach auswählen zu können.

Die Pauschale für Wahlhelfer bei der Bundestagswahl wurde auf 25 Euro festgesetzt. Jonas Geissler freute sich über die vielen Ehrenamtlichen, wies aber darauf hin, dass weitere Helfer jederzeit willkommen sind.