Die kastrierte Deutsch-Kurzhaarhündin wartet im Kronacher Tierheim auf ihren Menschen. Sie liebt Menschen, schmust und spielt sehr gern. Tania ist blind, lässt sich aber dadurch nicht stören.
Ein Traumzuhause wünscht sich das Team des Kronacher Tierheims für sein blindes Goldstück Tania.
Die etwa achtjährige Deutsch-Drahthaar-Hündin ist 55 Zentimeter groß und kastriert. Tania kommt aus dem spanischen Partnertierheim der Kronacher.
Tania muss bei ihrem ersten Halter nur schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht haben. Trotzdem ist die Hündin freundlich und sehr menschenbezogen. Sie wurde in Spanien einfach an der Tür des Tierheims angebunden und kam offensichtlich aus miserabler Haltung, die zu Unterernährung und gesundheitlichen Problemen führte: Sie war fast blind, ihre Nase war ausgetrocknet, sie war klapperdürr und roch furchtbar, so als sei sie lange Zeit irgendwo eingesperrt gewesen, außerdem waren ihre Krallen extrem lang. Ob jemals jemand mit ihr spazieren gegangen ist? Sie hat außerdem am Hinterteil ein paar weiche "Beulen" (Lipome, ungefährliche Fettgeschwulste) und wie sie ihre Hinterbeine stellt, sieht ebenfalls etwas merkwürdig aus. Vermutlich war sie lange Zeit angekettet und hatte nicht genügend Bewegungsfreiheit.
Kurz nach ihrer Ankunft in unserem Partner-Tierheim schien Tania noch ein bisschen auf einem Auge zu sehen. Der Tierarzt diagnostizierte bei ihr eine Netzhauterkrankung, die sehr schnell fortschritt und ihr das Augenlicht irreversibel komplett raubte. Das einzige, was man noch für sie tun konnte, war das operative Zurückschieben der Linse, damit sie nicht an der Hornhaut reibt und Tania stört.
Wie man sich gut vorstellen kann, hatte die liebe Hündin in Spanien aufgrund ihres Alters und ihrer Behinderung keinerlei Vermittlungschancen. Daher durfte sie Ende Juli nach Kronach ausreisen. Tania ist ein absoluter Schatz. Sie hat sich bestens mit ihrer Behinderung arrangiert und möchte so weit wie möglich als normaler Hund behandelt werden. Alles, wonach sie sich sehnt, ist auf der Wunschliste jedes Hunds zu finden: Liebe, Geborgenheit, Sicherheit, ein gefüllter Futternapf und ein gemütlicher Schlafplatz.
Wenn Tierheim-Besucher Tania beobachten, können sie oft gar nicht glauben, dass sie blind ist, so sicher bewegt sie sich. Meist rennt sie fröhlich herum, springt auch an ihren Menschen hoch oder spielt mit ihren Hundekumpels. Sie weiß genau, wo im Hundegarten die Hütten stehen und geht mit schlafwandlerischer Sicherheit außen herum. Auch kennt sie ihren Zwinger, sie weiß, wo die Tür aufgeht, wo ihre Decke liegt und wo Futter und Wasser stehen.
Das einzige, was Tania oft nicht findet, sind die Spielsachen, denn die liegen natürlich immer woanders, weil sie die Hunde herumtragen. Dabei liebt sie Taue oder Bälle über alles! Wenn man ihr ein Spielzeug ins Maul gibt, ist sie daher stolz wie Oskar. Noch lieber mag sie es, wenn einer ihrer Hundekumpel ein Zerrspiel mit einem Tau mitspielt