Bayerische Behörde gibt Einblick: So ergaunerte ein Betrüger über 200.000 Euro

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Händler-Konten für Betrug missbraucht - Betrüger in Bamberg angeklagt
Die Zentralstelle Cybercrime in Bamberg hat Anklage gegen einen 34-Jährigen erhoben. (Symbolbild)
Händler-Konten für Betrug missbraucht - Betrüger in Bamberg angeklagt
Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa

Ein günstiger Fernseher? Die Spielekonsole als Super-Schnäppchen? Und dann ist alles Fake. Ein aktueller Fall der Zentralstelle Cybercrime gibt Einblick in die Machenschaften von Onlinebetrügern.

Ein mutmaßlicher Onlinebetrüger soll sich Zugang zu Konten von Händlern verschafft und Käufer so um ihr Geld gebracht haben: Die bayerische Zentralstelle Cybercrime hat Anklage gegen den 34-jährigen Mann erhoben. Die Anschuldigungen umfassen unter anderem das Ausspähen von Daten sowie banden- und gewerbsmäßigen Betrug.

Laut den Ermittlern der Zentralstelle und der Kripo Nürnberg handelt es sich in dem Fall darum, dass eine Bande mithilfe von Phishing-Mails an Zugangsdaten zu Händler-Konten einer großen Versandhandelsplattform gelangt sein soll. Insgesamt sollen 158 Händler dadurch die Kontrolle über ihre Konten verloren haben.

Behörde mit Sitz in Bamberg klagt Betrüger an - soll zentrale Rolle gespielt haben 

Anschließend wurden betrügerische Angebote in den Shops eingestellt: Der günstige Fernseher, die Spielekonsole zum Schnäppchenpreis oder die günstige Kaffeemaschine wurden nie an die Käufer ausgeliefert. Stattdessen sollen die Betrüger das per Vorkasse überwiesene Geld erbeutet haben. In 416 Fällen überwiesen die Kunden insgesamt mehr als 200.000 Euro, wie die Zentralstelle mitteilte.

Der Beschuldigte soll in diesem Komplex eine zentrale Rolle gespielt haben: Er soll die Kontrolle über die Händlerkonten übernommen und an der Platzierung der gefälschten Angebote mitgewirkt haben. Der Mann war Ende 2024 in Rumänien festgenommen und anschließend nach Deutschland ausgeliefert worden. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Das Landgericht Bamberg muss nun entscheiden, ob es die Anklage zulässt.

Auch für die Händler, deren Daten gestohlen wurden, hatte das Vorgehen finanzielle Konsequenzen: Die Händlerkonten bei der Plattform wurden gesperrt, es gab negative Kundenbewertungen.

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