Monatelang musste der kleine Felix um sein Leben bangen. Das Uniklinikum Erlangen und ein Spender haben ihm einen Neustart in ein kindgerechtes Leben ermöglicht.
Das Uniklinikum Erlangen berichtet aktuell von der ergreifenden Geschichte des kleinen Felix aus Bubenreuth (Kreis Erlangen-Höchstadt). Im Herbst 2024 hatte sich das Leben des damals Dreijährigen und das seiner Familie schlagartig verändert. Von einem auf den anderen Tag sei nichts mehr so gewesen, wie es einmal war. In einem emotionalen Video hatte sich vergangenes Jahr seine Mutter Ellen an die Öffentlichkeit gewandt und Felix' Leidensweg geschildert.
Alles habe damit begonnen, dass der Junge plötzlich deutlich öfter blaue Flecken aufgewiesen habe als zuvor. Als kleine Einblutungen in der Haut hinzukamen, habe die Familie einen Kinderarzt aufgesucht, der sie umgehend an das Uniklinikum Erlangen überwiesen habe. Wenig später folgte dann die Schock-Diagnose: Felix leidet an schwerer aplastischer Anämie (SAA), heißt es in der Mitteilung.
Uniklinikum Erlangen kämpfte um Felix' Leben - "Angst wurde zum ständigen Begleiter"
"Bei der SAA handelt es sich um eine äußerst seltene Erkrankung des Knochenmarks", erklärt Nora Naumann-Bartsch, Oberärztin der Hämatologie und Onkologie in der Kinderklinik des Uniklinikums Erlangen. "Wir gehen davon aus, dass sie bei Felix durch eine vorangegangene Infektion ausgelöst wurde", so Naumann-Bartsch. Das Knochenmark des damals Dreijährigen habe infolge einer Autoimmunreaktion plötzlich seine Arbeit eingestellt und keine lebensnotwendigen Blutbestandteile mehr gebildet.
Schon bald habe für die behandelnden Ärzte der Kinder- und Jugendklinik des Uniklinikums Erlangen deshalb festgestanden, dass Felix eine Knochenmarktransplantation benötige. Bis zur Identifikation eines passenden Spenders sei der Junge zunächst jedoch monatelang auf regelmäßige Bluttransfusionen angewiesen gewesen, berichtet die Klinik weiter. Doch damit nicht genug. Da Felix die seltene Blutgruppe B habe, hätten dabei immer wieder Engpässe in der lebenswichtigen Blutversorgung gedroht. Eine Zerreißprobe für die Familie.
"Die Angst, dass Felix aufgrund eines Engpasses in der Blutversorgung die nötige Hilfe nicht rechtzeitig erhalten würde, wurde zum ständigen Begleiter der Familie", berichtet das Universitätsklinikum. Zudem habe der Mangel an weißen Blutkörperchen eine erhebliche Immunschwäche bei dem Dreijährigen verursacht, weshalb er immer wieder Fieber entwickelte und stationär aufgenommen werden musste. "Es gab Wochen, in denen wir öfter auf der Station waren als zu Hause", erinnert sich Mutter Ellen.
Wochen in Isolation haben sich gelohnt - Felix kann wieder toben
Im Frühjahr 2025 habe die Familie dann schließlich die erlösende Nachricht erhalten: Im Zuge einer weltweiten Suche über Knochenmarkspenderdateien war eine Person gefunden worden, deren Gewebemerkmale zu denen von Felix passten. Wenig später sei dann bereits die Knochenmarktransplantation erfolgt. Doch damit sei Felix' Leidensweg noch nicht zu Ende gewesen.
"Bis die Spenderstammzellen vom Körper angenommen werden und im Knochenmark ihre Arbeit ausreichend aufnehmen, vergehen meist vier bis sechs Wochen", erklärt Naumann-Bartsch. "In der Zwischenzeit sind Patienten äußerst anfällig für Infektionen, weshalb eine Isolation notwendig ist", so die Ärztin. Auch eine Abstoßungsreaktion des Körpers sei in dieser Phase nicht auszuschließen.