Nach Schock-Diagnose mit 3: Felix gewinnt Überlebenskampf - Familie mit Bitte

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Schock-Diagnose mit drei Jahren: Wie Felix sich zurück ins Leben kämpfte
Bei einem Kontrolltermin in der onkologischen Tagesklinik der Kinder- und Jugendklinik des Uniklinikums Erlangen ist Felix kaum zu bremsen: Mit dem Traktor erkundet er voller Lebensfreude die ...
Schock-Diagnose mit drei Jahren: Wie Felix sich zurück ins Leben kämpfte
Magdalena Högner/Uniklinikum Erlangen
Schock-Diagnose mit drei Jahren: Wie Felix sich zurück ins Leben kämpfte
Noch vor wenigen Monaten war Felix’ Welt auf ein Patientenzimmer in der Erlanger Kinder- und Jugendklinik geschrumpft ...
Michael Rabenstein/Uniklinikum Erlangen
Schock-Diagnose mit drei Jahren: Wie Felix sich zurück ins Leben kämpfte
Heute ist die Familie endlich wieder vereint und blickt einer unbeschwerteren Zeit entgegen.
Magdalena Högner/Uniklinikum Erlangen

Monatelang musste der kleine Felix um sein Leben bangen. Das Uniklinikum Erlangen und ein Spender haben ihm einen Neustart in ein kindgerechtes Leben ermöglicht.

Das Uniklinikum Erlangen berichtet aktuell von der ergreifenden Geschichte des kleinen Felix aus Bubenreuth (Kreis Erlangen-Höchstadt). Im Herbst 2024 hatte sich das Leben des damals Dreijährigen und das seiner Familie schlagartig verändert. Von einem auf den anderen Tag sei nichts mehr so gewesen, wie es einmal war. In einem emotionalen Video hatte sich vergangenes Jahr seine Mutter Ellen an die Öffentlichkeit gewandt und Felix' Leidensweg geschildert.

Alles habe damit begonnen, dass der Junge plötzlich deutlich öfter blaue Flecken aufgewiesen habe als zuvor. Als kleine Einblutungen in der Haut hinzukamen, habe die Familie einen Kinderarzt aufgesucht, der sie umgehend an das Uniklinikum Erlangen überwiesen habe. Wenig später folgte dann die Schock-Diagnose: Felix leidet an schwerer aplastischer Anämie (SAA), heißt es in der Mitteilung.

Uniklinikum Erlangen kämpfte um Felix' Leben - "Angst wurde zum ständigen Begleiter"

"Bei der SAA handelt es sich um eine äußerst seltene Erkrankung des Knochenmarks", erklärt Nora Naumann-Bartsch, Oberärztin der Hämatologie und Onkologie in der Kinderklinik des Uniklinikums Erlangen. "Wir gehen davon aus, dass sie bei Felix durch eine vorangegangene Infektion ausgelöst wurde", so Naumann-Bartsch. Das Knochenmark des damals Dreijährigen habe infolge einer Autoimmunreaktion plötzlich seine Arbeit eingestellt und keine lebensnotwendigen Blutbestandteile mehr gebildet.

Schon bald habe für die behandelnden Ärzte der Kinder- und Jugendklinik des Uniklinikums Erlangen deshalb festgestanden, dass Felix eine Knochenmarktransplantation benötige. Bis zur Identifikation eines passenden Spenders sei der Junge zunächst jedoch monatelang auf regelmäßige Bluttransfusionen angewiesen gewesen, berichtet die Klinik weiter. Doch damit nicht genug. Da Felix die seltene Blutgruppe B habe, hätten dabei immer wieder Engpässe in der lebenswichtigen Blutversorgung gedroht. Eine Zerreißprobe für die Familie.

"Die Angst, dass Felix aufgrund eines Engpasses in der Blutversorgung die nötige Hilfe nicht rechtzeitig erhalten würde, wurde zum ständigen Begleiter der Familie", berichtet das Universitätsklinikum. Zudem habe der Mangel an weißen Blutkörperchen eine erhebliche Immunschwäche bei dem Dreijährigen verursacht, weshalb er immer wieder Fieber entwickelte und stationär aufgenommen werden musste. "Es gab Wochen, in denen wir öfter auf der Station waren als zu Hause", erinnert sich Mutter Ellen.

Wochen in Isolation haben sich gelohnt - Felix kann wieder toben

Im Frühjahr 2025 habe die Familie dann schließlich die erlösende Nachricht erhalten: Im Zuge einer weltweiten Suche über Knochenmarkspenderdateien war eine Person gefunden worden, deren Gewebemerkmale zu denen von Felix passten. Wenig später sei dann bereits die Knochenmarktransplantation erfolgt. Doch damit sei Felix' Leidensweg noch nicht zu Ende gewesen.

"Bis die Spenderstammzellen vom Körper angenommen werden und im Knochenmark ihre Arbeit ausreichend aufnehmen, vergehen meist vier bis sechs Wochen", erklärt Naumann-Bartsch. "In der Zwischenzeit sind Patienten äußerst anfällig für Infektionen, weshalb eine Isolation notwendig ist", so die Ärztin. Auch eine Abstoßungsreaktion des Körpers sei in dieser Phase nicht auszuschließen. 

Auch bei Felix seien nach der Transplantation zwischenzeitlich Komplikationen wie Fieber aufgetreten. Nach etwa fünf Wochen, die Felix mit seiner Mutter in einem Isolationszimmer verbrachte, war es aber dann so weit: "Die Blutbildkontrollen zeigten, dass sein Knochenmark endlich wieder ausreichend viele eigene Blutbestandteile produzierte - der Junge durfte nach Hause", heißt es vonseiten des Uniklinikums. "Felix hat sofort Gas gegeben, ist rumgeflitzt und hat mit seinen Brüdern getobt", erinnert sich seine Mutter Ellen. "Danach hatte er erst mal zwei Tage lang Muskelkater", lacht sie. 

Erleichterte Familie fordert zu Registrierungen in Knochenmark- und Stammzellspenderdatei auf

Heute, rund acht Monate nach der Knochenmarktransplantation, kehrt langsam wieder Normalität in das Leben der Bubenreuther Familie ein. Im Frühjahr 2026 kann Felix dem Klinikum nach voraussichtlich wieder zurück in den Waldkindergarten und endlich wieder das machen, was er am liebsten tue: mit Gleichaltrigen spielen und draußen herumtoben.

Seine Familie möchte nun noch mehr Menschen dazu ermutigen, Blut zu spenden und sich in eine Knochenmark- beziehungsweise Stammzellspenderdatei aufnehmen zu lassen. "Das vergangene Jahr war für Felix, seine zwei Brüder sowie meinen Mann und mich äußerst anstrengend", berichtet Mutter Ellen. "Die Erkrankung allein war schwer genug, doch die ständige Sorge, ob ausreichend Blutkonserven vorhanden sind oder ob eine passende Knochenmarkspende gefunden wird, machte die Situation beinahe unerträglich", erklärt sie.

Letzten Endes haben die Blut- und Knochenmarkspenden ihrem Sohn das Leben gerettet. "Ohne diese Unterstützung wäre Felix heute nicht mehr hier", zeigt sie sich dankbar. Deshalb zähle jede Spende. "Der Aufwand ist gering, aber die Hilfe für die Betroffenen unermesslich." Weitere Nachrichten aus dem Kreis Erlangen-Höchstadt findet ihr in unserem Lokalressort.