Nach dem Angriff auf den Iran sind mehrere Städte Ziel von Angriffen geworden. Influencer versuchen, trotz der Angriffe in Dubai ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln.
Seit den amerikanisch-israelischen Militärschlägen auf den Iran reagiert das Land unter anderem mit Angriffen in den Golfstaaten. Dubai und Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten, aber auch Städte in Katar, Bahrain und Kuwait sind unter Beschuss. Es gab Dutzende Verletzte und vereinzelt Tote, es kommt zu Bränden und Schäden. Auch Hotels, Wohnhäuser und Flughäfen werden zu Zielen. Die Emirate meldeten bisher Hunderte Angriffe mit Raketen und Drohnen, von denen der größte Teil abgefangen worden sei.
In den Sozialen Netzwerken versuchen Influencer aus den Emiraten ein Sicherheitsgefühl zu vermitteln. Doch ein Kurzvideo-Trend aus Dubai und Abu Dhabi wird anderorts als Vorlage für Memes benutzt. Auch unser Redakteur Florian Hauner hat sich an einem Meme auf Instagram versucht.
Inhalte wirken wie vorgegeben
Viele Influencer scheinen ein Image von Normalität bewahren zu wollen. "Ich vertraue dem Land hier, zu 100 Prozent", sagt die aus Hamburg stammende Influencerin Kim Gloss, die durch Casting- und Reality-Shows berühmt wurde. "Wir fühlen uns wirklich sicher und es ist alles ok." Die Regierung schicke Warnungen, Rettungskräfte und Polizei arbeiteten auf Hochtouren. Sie und ihre Familie folgten den Anweisungen - darunter auch, am besten mit Matratze in der Mitte eines Raumes zu schlafen und sich fernzuhalten von Fenstern.
Das "Vertrauen ins System" wird so oft erwähnt, dass fast der Eindruck entsteht, die Regierung habe die Formulierung für Posts in sozialen Medien vorgeschrieben oder andere Inhalte unterdrückt. Kritik an der Regierung, den Behörden und ihrer Arbeit stehen in den Emiraten unter Strafe. Wer "den Ruf, das Ansehen oder die Würde" der Emirate beschädige, dem drohen bis zu fünf Jahre Haft und eine Geldstrafe von umgerechnet bis zu 117.000 Euro.
Entsprechend gefährlich kann es werden für diejenigen, die Fotos oder Videos der angegriffenen Orte in sozialen Netzwerken teilen. Die Behörden sprechen dabei von "Gerüchten" und "Informationen von unbekannten Quellen" und drohen mit strafrechtlicher Verfolgung. Viele der Internet-Persönlichkeiten sagen inzwischen das Mantra auf, das Behörden immer wieder verbreiten: keine Angst, das Land ist sicher, geht normal eurem Alltag nach.
"Hast du keine Angst?"-Video wird zum Meme
Wer derzeit seinen Reel-Feed auf Instagram öffnet, könnte auf Kurzvideos der Dubai-Influencer stoßen. Viele davon sind gleich aufgebaut: Erst wird die Frage "Du lebst in Dubai, hast du gerade keine Angst?" gestellt, welche mit "Nein, denn ich weiß wer uns beschützt" beantwortet wird. Dabei wird Videomaterial von hohen Militär-Persönlichkeiten der Emirate gezeigt.
Diese Vorlage wird beispielsweise in Deutschland dafür verwendet, um sich über die Influencer lustig zu machen. Die Frage wird umformuliert zu "Du lebst in Deutschland, hast du gerade keine Angst?". Bei der Antwort, werden dann Videoausschnitte von Politikern wie Merz und Söder gezeigt - meist in lächerlichen Situationen. Auch unser Redakteur Florian hat ein solches Meme als Beispiel auf Instagram veröffentlicht, allerdings ist sein Beispiel kein Politker sondern ein berühmter Franke.