Warum große Vermögen oft schneller wachsen
Die Studie verweist darauf, dass Vermögende häufig Zugang zu renditestärkeren Investments haben. Dadurch können sie stärker von Entwicklungen an den Kapitalmärkten profitieren als Anleger mit kleineren Vermögen.
Finanzvermögen umfasst dabei nicht nur Bargeld und Bankguthaben. Auch Aktien, Fondsanteile, Anleihen sowie Ansprüche aus Pensionssystemen fließen in die Berechnungen ein. Deutschland kommt hier auf ein Finanzvermögen von rund 12,4 Billionen US-Dollar und liegt damit weltweit auf Rang vier.
Vor den Deutschen liegen lediglich die USA, China und Japan. Die Vereinigten Staaten führen das Ranking mit großem Abstand an. Dort summiert sich das Finanzvermögen auf rund 147 Billionen US-Dollar.
Internationale Vermögensströme verändern sich
Gleichzeitig beobachten die Studienautoren eine zunehmende internationale Verlagerung großer Vermögen. Wohlhabende Anleger legen ihr Geld immer häufiger außerhalb ihres Heimatlandes an.
Besonders auffällig ist die Entwicklung in Asien. Erstmals verwaltet Hongkong laut BCG ähnlich hohe ausländische Vermögen wie die Schweiz und hat diese als bevorzugten Standort für internationale Vermögensverwaltung sogar überholt. Vor allem Kapitalzuflüsse aus China treiben diese Entwicklung voran.
Auch Währungseffekte spielten zuletzt eine Rolle. Da der Euro gegenüber dem US-Dollar im Jahr 2025 deutlich an Wert verlor, stiegen die in Dollar berechneten deutschen Vermögenswerte zusätzlich an. Ein Teil des Vermögenszuwachses ist daher auch auf Wechselkurseffekte zurückzuführen.
Deutsche setzen weiterhin auf Immobilien und Sachwerte
Während in vielen Ländern Aktien und Fonds einen großen Teil des Vermögens ausmachen, bevorzugen deutsche Anleger traditionell Sachwerte. Dazu zählen vor allem Immobilien, aber auch Edelmetalle und andere physische Vermögenswerte.
Mehr als die Hälfte des gesamten Vermögens in Deutschland steckt laut Studie in solchen Anlagen. Insgesamt summieren sich diese Sachwerte auf rund 13,4 Billionen US-Dollar. Kapitalmarktanlagen spielen dagegen im internationalen Vergleich weiterhin eine geringere Rolle.
Die Studienautoren sprechen deshalb von einer vergleichsweise vorsichtigen Anlagementalität. Viele Deutsche setzen nach wie vor auf Sicherheit und Werterhalt statt auf höhere Renditechancen an den Börsen.
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