Tankstellenpächter wehren sich: "Können dafür gar nichts"

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Die Spritpreise in Deutschland steigen weiter an und sorgen für Frust an den Tankstellen. Jetzt bekommen Pächter den Ärger zu spüren, obwohl sie dafür nichts können.

Tankstellenbetreiber in Ostdeutschland bekommen nach Angaben des regionalen Branchenverbands den Frust über die gestiegenen Spritpreise zu spüren. "Die Kollegen an den Kassen kriegen natürlich schon sehr deutlich den Unmut der Leute mit", sagte Hans-Joachim Rühlemann, Vorsitzender des Verbands des Garagen- und Tankstellengewerbes (VGT) Nord-Ost. Sogar der Preis für E10 hat bereits die 2-Euro-Marke geknacht. Der Gund für die rasante Entwicklung, ist der Angriff auf den Iran.

Die Tankstellenpächter nahm Rühlemann mit Blick auf die Preisentwicklung in Schutz. "Die können dafür gar nichts." Die Preishoheit liege bei den Mineralölgesellschaften. "Die leiten die Preise weiter. Mittlerweile ist es so weit, dass das alles automatisch funktioniert. Häufig kriegt der Verkäufer an der Kasse oder die Kassiererin an der Kasse das gar nicht mit." Der VGT Nord-Ost ist zuständig für Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. 

Tanken in Mini-Portionen und Tank-Tourismus

Besonders in Gegenden, in denen vermehrt Menschen mit wenig Geld leben, tanken die Menschen laut Rühlemann teils zurückhaltend. "Die kommen dann schon mal und tanken für fünf Euro, weil sie morgen unbedingt das und das noch erledigen müssen. Das ist schon ganz klar festzustellen." Wer zusätzlich Geld sparen möchte, sollte laut ADAC bestimmte Uhrzeiten meiden.

Andere Kunden stiegen auf andere Verkehrsmittel um. "Kann ich mir nicht mehr leisten. Du bist zu teuer. Ich fahre jetzt mit den Öffis", bekomme man an der Kasse dann zu hören. Autofahrer, die sowieso auch eine Fahrkarte für öffentliche Verkehrsmittel haben, würden diese verstärkt nutzen.

Der Tank-Tourismus in die östlichen Nachbarländer Polen und Tschechien halte sich hingegen derzeit in Grenzen. Rühlemann vermutet, weil die Menschen teils ohnehin noch etwas im Tank hätten. "Wenn das aber jetzt noch ein paar Tage dauert, wird das mit Sicherheit verstärkt zunehmen." Dass sich Tank-Tourismus lohnt, hat einen klaren Grund.

Rühlemann reagierte auch auf Kritik, die Spritpreise seien schon gestiegen, obwohl der Treibstoff in den Tanks noch vor der Erhöhung der Rohölpreise eingekauft worden sei. "Da ist was Wahres dran, aber das funktioniert umgekehrt natürlich genauso." Wenn die Preise an der Zapfsäule irgendwann wieder nach unten gingen, passiere das wegen des Wettbewerbs mitunter schnell. Dann verkauften Tankstellen auch den eigentlich teureren Sprit zu einem deutlich günstigeren Preis.

Vorschaubild: © Sebastian Kahnert/dpa