Kronach: Brotzeitboxen statt Plastiktüten

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Susanne Knauer-Marx verwendet für ihr Pausenbrot einen wiederverwendbare Brotdose.
Susanne Knauer-Marx verwendet für ihr Pausenbrot einen wiederverwendbare Brotdose.

Oft lässt sich der Deckel der Mülltonnen nicht mehr schließen, wenn die Müllabfuhr kommt. Dabei lässt sich ein Teil des Abfalls vermeiden. Wie das geht, das verrät eine Expertin.

Alleine 12 157 Tonnen Restmüll kamen im Jahr 2018 im Landkreis zusammen. Susanne Knauer-Marx, die seit 1990 als Sachgebietsleiterin Abfallwirtschaft im Landratsamt Kronach tätig ist, ist überzeugt davon, dass jeder einzelne Abfall vermeiden kann. Mit diesen fünf Tipps gelingt es: Einkaufskörbe und Stofftaschen "Viele nehmen mittlerweile eigene Taschen und Körbe mit zum Einkaufen, der Verbrauch von Plastiktüten ist insgesamt stark zurückgegangen", meint die Weißenbrunnerin. Sie selbst benutzt Plastiktüten nur noch, um Schuhe in ihrem Koffer zu transportieren, wenn sie in den Urlaub fährt. Brotzeitboxen und Mehrwegflaschen Wer Brotzeitboxen und Trinkflaschen verwendet, um sein Pausenbrot zu transportieren, vermeidet mit einem einfachen Mittel täglich anfallenden Müll. "Der einzige Nachteil ist, dass die Dosen gespült werden müssen", sagt Knauer-Marx. Obst und Gemüse lose kaufen Der Einschätzung der 55-Jährigen nach, macht es sich mittlerweile bemerkbar, dass in den Supermärkten mehr loses Obst angeboten wird. "Für drei Kiwis braucht man auch keine kleine Tüte." Feste ohne Einweggeschirr Um den Verbrauch von Einweggeschirr zu reduzieren, verleiht der Landkreis kostengünstig Geschirr. "Von April bis November ist unser Geschirrmobil immer unterwegs, teilweise gibt es sogar vier bis fünf Ausleihen an einem Wochenende", berichtet Knauer-Marx. Der Landkreis trage auf diesem Weg effektiv dazu bei, dass Großveranstaltungen im Landkreis mit weniger Müll abgewickelt werden können. "Außerdem ist es hygienischer und stilvoller, von Porzellan und mit anständigem Besteck zu essen als von Papptellern und mit Plastikgabeln." Keine Einwegflaschen verwenden Wer Leitungswasser trinkt und dieses selbst aufsprudelt, spart Verpackungsmüll und muss außerdem keine Flaschen schleppen.

KOMMENTAR von Cindy Dötschel

Jeder kann Müll vermeiden!

In Plastikfolien verpackt liegen Gurken und Äpfel im Obstregal des Supermarkts. Alleine der Anblick wirft Zweifel auf - Zweifel am Unternehmer, der die Lebensmittel so verpackt, und vor allem Zweifel an den Leuten, die sich in Plastik eingeschweißtes Obst und Gemüse kaufen. Das Konsumverhalten sollte überdacht werden.

Beeren und Trauben ausgenommen, hat die zusätzliche Verpackung absolut keinen Sinn. Schließlich haben sowohl Äpfel als auch Bananen und Gurken eine natürliche Schale. Selbst die dünnen Plastiktüten, die in den Obstabteilungen der Supermärkte aus eigens dafür platzierten Ständern zu entnehmen sind, sind überflüssig. Beim Bezahlen an der Kasse geht es mit den Tütchen auch nicht schneller - das Obst und Gemüse muss ja trotzdem gewogen werden. Zuhause landen die Tütchen sowieso direkt im Müll. In Deutschland kamen 2018 tatsächlich über drei Milliarden der sogenannten "Hemdchenbeutel" zusammen. Pro Kopf entspricht das einem Verbrach von im Durchschnitt 37 Tüten.

Stofftaschen und Einkaufskörbe sind für wenig Geld und in sämtlichen Farben und Größen erhältlich. Und sie sind wiederverwertbar. Stofftaschen passen außerdem zusammengefaltet in jede Handtasche. Wer unterwegs gerne spontan einkauft, kann mit der wiederverwendbaren Alternative also sogar noch Geld sparen, schließlich sind Plastiktüten mittlerweile nicht mehr umsonst an der Kasse zu bekommen. Müll zu vermeiden schont also nicht nur die Umwelt sondern auch den Geldbeutel.

c.doetschel@infranken.de