Abwechslung, Begegnung und Freude an der Musik - und das alles auf hohem Niveau: So lässt sich das musikalische Glaubensbekenntnis vom Sonntag in der Christuskirche beschreiben. Eigentlich hätten die Darbietungen an der Baugrube des Gemeindezentrums erfolgen sollen. Aufgrund der ungünstigen Wetterprognose verlagerte man die geplante Serenade "unter das Dach" des Gotteshauses, in dessen herrlicher Akustik das stimmige und vielseitige Programm vollends zur Geltung kam.

Ein Konzert ist dann gelungen, wenn der Funke von den Musizierenden auf die Zuhörer überspringt und diese voll "dabei" sind. Beides war in der Christuskirche eindeutig der Fall. Die vielen - von Dekanin Dorothea Richter begrüßten - Gäste brachten ihre Begeisterung nicht nur durch langen Applaus zum Ausdruck, sondern auch immer wieder durch Einstimmen in die dargebotenen Liedbeiträge.
Kirchenmusik "muss" nicht immer feierlich oder ernst sein - Nein, sie soll auch "einfach" Spaß machen. Dieser Spaß und die Freude an der schönen Musik - egal welcher Epoche - merkte man den Mitwirkenden deutlich an. Dabei war es spannend zu sehen, wie sich die Beiträge der Musikgruppen aus den verschiedenen Richtungen zusammenfügen und welche Wirkung sich dadurch ergibt. Der musikalische Rahmen des Konzerts war weit gesteckt, die Zusammensetzung des Programms nicht ganz alltäglich: Doch die Mischung stimmte - von klassisch und traditionell bis rockig und modern. Das unterschiedliche Repertoire machte das Konzert so interessant und abwechslungsreich.

Den Anfang machte der Posaunenchor, der auf eine über 90-jährige Tradition zurückblicken kann. Festlicher als mit den von ihm zu Gehör gebrachten Klängen - unter anderem aus der Feder von Thomas Riegler (Festliche Intrade), Georg Philipp Telemann (Suite für Bläser), Felix Mendelssohn Bartholdy (Jauchzet dem Herren alle Welt, Psalm 100) oder Carl August Krebs (Vater unser) - kann man ein solches Konzert sicherlich nicht beginnen. Das wunderbare Spiel der Blechblasinstrumente füllte den Raum des Gotteshauses und brachte mit seinem harmonisch miteinander verschmelzenden Zusammenklang einzigartigen musikalischen Glanz. Für Urlaubsfeeling sorgte das bekannte kubanische Volkslied "Guantanamera" - einfach herrlich anzuhören wie auch der Kangaroo-Boogie. Bei beiden sah man viele im Takt wippende Füße und nickende Köpfe im Publikum. Ein "Stillhalten" war schier unmöglich.

Weiter ging es mit der jüngsten musikalische Gruppe an der Christuskirche, der Band. In über zehn Jahren hat sie ein umfangreiches Programm mit modernem christlichem Liedgut erarbeitet. Neben den ständig zunehmenden gottesdienstlichen Terminen trat die Band zwischenzeitlich mehrfach konzertant auf. Am Sonntag präsentierte sich die Band so, wie man sie kennt - mit frischen fröhlichen, aber auch nachdenklichen Beiträgen wie beispielsweise "Applaus, Applaus" von den Sportfreunden Stiller, "Country Church Yard" von Chris de Burgh oder "Wer bin ich" von Günther Schardt. Zum Klingen brachten sie weiterhin Leonard Cohens Klassiker "Hallelujah", das Spiritual "Swing Low, sweet Chariot" wie auch das Kirchenlied "Lobe den Herrn, meine Seele" von Norbert Kissel.

Abgerundet wurde die musikalische Vielfalt des Konzerts mit Beiträgen des Kirchenchors, der bereits 1909 ins Leben gerufen wurde und auf eine lange und erfolgreiche Zeit zurückblicken kann. Während der Posaunenchor und die Band im Altarbereich auftraten, ließen die Sängerinnen und Sänger ihre herrlichen Liedbeiträge von der Empore herab in den Kirchenraum schweben. Was für ein Genuss! Hellstrahlende Frauenstimmen und profunde Männerstimmen: Mit ausgewählten Kompositionen unter anderem von Joseph Haydn ("Die Himmel erzählen die Ehre Gottes"), Johann Georg Herzog ("Allgemeiner Lob- und Dankgesang") oder Johannes Brahms ("Erlaube mir, feins Mädchen") sorgten sie für beeindruckende Hörerlebnisse. So schön und beglückend kann Chormusik sein!

Wunderschön waren die von allen Mitwirkenden und Besuchern gemeinsam angestimmten "Irischen Segenswünsche" und "We are the world" - zugleich fulminanter Schlusspunkt des beeindruckenden musikalischen Glaubensbekenntnisses. Die Leitung hatte einmal mehr Dekanatskantor Marius Popp inne, der auch in den verschiedenen Ensembles aktiv mitwirkte. Ihm galt der besondere Dank von Pfarrer Martin Gundermann sowie natürlich ebenso allen Mitwirkenden. So unterschiedlich das Programm auch war: An der glaubwürdigen Hingabe der Mitwirkenden und der Ehrlichkeit ihrer Darbietungen war den Gruppen anzumerken, dass ihnen gerade religiöse Titel - in welcher Form auch immer - Freude und Bestimmung zugleich sind. Das Konzert machte wieder einmal deutlich, welcher Reichtum an Musik uns zur Verfügung steht. Dazu zählt natürlich auch der Dekanats-Chor Kronach, der dieses Mal leider nicht dabei sein konnte. "Es gibt nur gute und schlechte Musik", hatte Pfarrer Martin Gundermann abschließend gemeint. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen - nur das Eine: Beim Konzert handelte es sich um ausgesprochen gute Musik.