Stehende Ovationen eines begeisterten Publikums gab es am Sonntagabend für das Osterkonzert des Musikvereins Steinwiesen in der vollbesetzten Kulturhalle. Dirigent Wolfgang Schrepfer sowie seine weiblichen und männlichen 40 Blasmusiker hatten es wieder geschafft, ein anspruchsvolles und abwechslungsreiches Programm mit Können leidenschaftlich zu präsentieren.

Im Rahmen des Konzerts wurden Ehrungen durchgeführt. Christian Kremer erhielt das D1-Leistungsabzeichen für Tuba. Für inzwischen 20-jähriges Musizieren wurde Carina Ströhlein mit der silbernen Ehrennadel des NBMB geehrt und Ramona Kneifel für zehn Jahre aktive Blasmusik mit der NBMB-Bronzenadel ausgezeichnet.
Flüssig und geradlinig, mit hohem Tempo aber auch mit viel Einfühlungsvermögen wurde ein Repertoire dargeboten, das von zackigen Märschen über konzertante Charakterstücke bis hin zu modernen Rhythmen reichte. Ausgezeichnet fügten sich in die bunte Programmfolge die Gesangseinlagen von Yvonne Welscher und Corina Müller ein.

Angetan vom Dargebotenen waren auch die zahlreichen Musiker befreundeter Kapellen. Siegfried Petrikowsky sprach von einem einmaligen und wunderbaren Konzert, das man nicht besser darbieten könne.

Nach dem Eröffnungsstück "Canto Ambrosiano", in dem Alfred Bösendorfer das bekannte ökumenische Kirchenlied "Großer Gott wir loben dich" verarbeitet hat, nahm Vorsitzender Stefan Hümmer die Begrüßung vor. Am Ende dieses 27. Osterkonzertes hatte er allen Grund sich bei den vielen Mitwirkenden auf und hinter der Bühne zu bedanken. Durch das weitere Programm führte Dirigent Wolfgang Schrepfer.

Der musikalische erste Teil setzte sich mit "Tokyo Adventure" fort, bei dem die Zuhörer ein "Abenteuer" mit vielen musikalischen Facetten erlebten. Mit "Bohemian Lovers" stand das erste Solostück des Abends, bei dem Carolin Kremer und Maximilian Hollendonner auf der Trompete und Sebastian Müller auf dem Tenorhorn überzeugten, auf dem Programm.

Begann die musikalische Reise in Japan so führte sie weiter ins Salzkammergut an den Wolfgangsee: . Es folgte ein Medley der bekanntesten Melodien aus dem Film "Im weißen Rössl". Weiter ging es nach Irland. Mit "The Legend of Danny Boy", das als inoffizielle Hymne der Iren verstanden wird, wurde ein gelungener Stimmungswechsel erreicht. Die kurzen Solopassagen hatte der Erste Flügelhornist Jürgen Müller übernommen.

Nun kamen die Freunde der Böhmischen Blasmusik auf ihre Kosten. Der Konzertmarsch "Die Sonne geht auf" bildete den Abschluss des ersten Teils.

Das melodiöse Stück "Canadian Air France" war aufgrund seiner Marschtypik ein frischer Auftakt zur zweiten "Halbzeit". Der Arrangeur Steve McMillan hatte vier der bekanntesten James-Last-Titel ("Happy Music", "Happy Heart", "Morgens um Sieben" und "Salome") in ein mitreißendes Medley verpackt. Schrepfer und seine Musiker gelang eine mitreißende Darbietung.

Zu den Höhepunkten gehörten zwei Gesangssolistinnen: die aus Schlegelsheid stammende Yvonne Welscher und die Nurnerin Corina Deuerling. Während Welscher zunächst mit "It's Raining Men", einem Lied der amerikanischen Weather Girls, zu überzeugen wusste, war es wenig später Deuerling, die mit "Let it go", dem Lied aus der Disney-Produktion "Die Eiskönigin", die Zuhörer in ihren Bann zog. Den Zuhörern wurde es warm ums Herz und frenetischer Beifall war den beiden Sängerinnen sicher.

Das Thema des bekannten Swing-Standards "Pennsylvania 6-5000" entstand im Jahr 1940 während eines dreimonatigen Engagements des Glenn-Miller-Orchesters im New Yorker Hotel Pennsylvania. Der Japaner Masato Myokoin arrangierte die flotte Swingnummer für Blasorchester. Jetzt kamen auch in die Steinwiesener Turnhalle swingende Minuten.

Das "Phantom der Oper" gilt es als das erfolgreichste Musical aller Zeiten. Drei Stücke hieraus fanden dankbare Zuhörer. "Jetzt wird's laut" kündete der Moderator an, als drei Songs, die vom Japaner Toshihiko Sahashi in ein Arrangement für Blasmusik umgesetzt wurden, der Popgruppe Deep Purple zu Gehör kamen. So erlebten die Besucher zum Abschluss rockige Minuten und eine zu Bestform auflaufende Blaskapelle.

Klar war, dass die Musiker um eine Zugabe nicht herumkamen. Nun warfen die Sängerinnen Yvonne Welscher und Corina Müller, diesmal unterstützt von Max Schmermer, mit "Nessaja" aus Tabaluga von Peter Maffay, nochmals alles in die gesangliche Waagschale.

Der Kreisvorsitzende des Nordbayerischen Musikbunds (NBMB), Wolfgang Müller, lobte, dass der Steinwiesener Klangkörper Blasmusik allerbester Güte geboten habe. Zweiter Bürgermeister Bruno Beierlorzer sprach von Stücken, die für Gänsehautgefühl sorgten. Der Musikverein Steinwiesen habe beste Werbung für das Kreismusikfest im September in Steinwiesen betrieben.