Als sich Landwirt Lothar König vor nunmehr 17 Jahren seine ersten Zeburinder angeschafft hat, galt er als absoluter Exot. Und daran hat sich bis heute nicht viel geändert. Denn Zebu-Rinder, wie man das Bos primigenius indicus (Buckelrind), das ursprünglich aus den tropischen und subtropischen Gebieten stammt, nennt, ist auch nach der Jahrtausendwende in unseren Breiten selten geblieben.

"Ich wollte keine langfristigen großen Investitionen in meine Landwirtschaft tätigen", erzählt der 71-Jährige. Aus diesem Grund hat er nach einer Rinderrasse gesucht, die ganzjährig im Freien bleiben kann. "Ich wollte keinen Rinderstall bauen, ich wollte keine Schulden machen", sagt König. Schnell hat sich König dann in die Zebus verliebt. Denn es handelt sich um eine äußerst genügsame Rinderrasse. "Meine Zebus fressen auch schlechteres Gras. Sie fressen Blätter und Nadeln. Zebus sind Rauhfutterverwerter. Ich halte sie aus Leidenschaft", sagt der Landwirt aus Kathragrub.

Aktuell hat die Zebu-Herde von Lothar König, die derzeit aus 55 Tieren besteht, schon die ersten Zebu-Kälbchen. Verwegen traben die Kleinen mit ihren Müttern über die Weide. "Die nächsten Kälbchen kommen in Kürze", sagt König. Er hat sichtlich seine Freude an den Tieren, auch wenn Zebus nicht so schwer wie herkömmliche Rinderrassen werden. Die Zeburinder sind allerdings sehr gute Fleischrinder. "Das Fleisch ist wildähnlich, sehr schmackhaft und überhaupt nicht fett. Und sie bekommen nur natürliche Sachen, ich dünge nicht", sagt der Landwirt.


Zeburinder - eine ideale Rasse

Lothar König hat schon die verschiedensten Sparten in der Landwirtschaft ausprobiert: Mutterschweinzucht, Landwirtschaft ohne Tiere, Schweinezucht, Rinderzucht, Schafzucht.

Doch immer wieder stellten ihn die sich wandelnden Förderbedingungen, die sich stetig verändernden Verbrauchergewohnheiten sowie der ständige Preisverfall vor neue Herausforderungen. "Wir haben hier sowieso arme Böden", erklärt König. Mit den Zeburindern scheint er jetzt die ideale Rasse für seine Region gefunden zu haben. Die Rinder beschädigten die Weidenflächen nicht.

Die Zebus sind allerdings nicht die einzigen seltenen Tiere, die zur Landwirtschaft des 71-Jährigen gehören. Er hat außerdem noch Damwild. Allerdings keine normalen Tiere, sondern ausnahmslos weißes Damwild. "Aber das habe ich nur als Hobby", sagt der Landwirt und freut sich beim Blick aus dem Wohnnzimmerfenster an der Schönheit der Tiere.