Der Stockheimer Ortsteil Haig stand anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Heimat- und Trachtenvereins Haig ganz im Zeichen der oberfränkischen Gautrachtenwallfahrt, die sich zu einem eindrucksvollen Bekenntnis für die christliche Tradition gestaltete. Wallfahrer aus dem gesamten Regierungsbezirk, unter anderem aus Breitengüßbach, Bamberg, Effeltrich, Bad Berneck, Köttmansdorf, Lichtenfels, Neunkirchen am Brand sowie Weilersbach erfüllten das Haiger Gotteshaus St. Anna mit einem Meer von Trachten. Damit kristallisierte sich der Höhepunkt des Haiger Trachtenjubiläums heraus. Die Organisation der Wallfahrt lag in den Händen von Thomas Rauh, der von den Mitgliedern des Heimat- und Trachtenvereins Haig unterstützt wurde.

Bei kühlem Frühlingswetter pilgerten elf Trachtenvereine vom Ausgangspunkt "Auf der Höh" in Richtung Gotteshaus St. Anna. Für die musikalische Begleitung unter der Leitung von Günter Soja sorgten die Kronacher Musikanten. Neben den Haiger Trachtlern waren aus dem Landkreis Kronach recht zahlreich die Zechgemeinschaft Neukenroth (Patenverein) sowie die Rosenbergler aus Kronach vertreten. Ebenfalls zeigte der Patenverein Schumlach-Lindenberg (Thüringen) seine Verbundenheit. Die Stockheimer Bergknappen mit ihrem Vorsitzenden Heiko Eisenbeiß erinnerten an die 400-jährige Bergbautradition im Haßlachtal. Die politische Gemeinde Stockheim wurde vertreten durch Schirmherrn Bürgermeister Rainer Detsch und Zweiten Bürgermeister Siegfried Weißerth sowie durch die Haiger Ratsmitglieder Hedwig Klinger und Stefan Beetz. Den Landkreis Kronach repräsentierte Landrat Klaus Löffler. An der Wallfahrt beteiligten sich außerdem die Feuerwehr Haig, der Gesangverein "Liederkranz", die KAB sowie das Rote Kreuz.

Der erste Abschnitt der Wallfahrt führte von der Cramer-Klett-Straße zur Gebetsstation an der Dorflinde. Als Vorbeter engagierte sich Thomas Rauh. Den Wallfahrergottesdienst zelebrierte mit Unterstützung von Diakon Konrad Funk der Bamberger Weihbischof Herwig Gössl. In seiner Predigt ging er auf die Bedeutung der Heimat in einer immer schwieriger werdenden Welt ein. Die christliche Gemeinschaft biete eine gute Basis für eine gedeihliche Fortentwicklung. "Wir brauchen einander!", so der geistliche Würdenträger. Abschließend appellierte der Weihbischof an die Gläubigen in der überfüllten Kirche: "Pflegen Sie weiterhin Ihre Heimat, Ihre Sitte und Tracht!"

Den Gottesdienst bereicherte der Gesangverein "Liederkranz" Haig unter der Leitung von Thomas Detsch, der auch die Orgel spielte. Einfühlsam und ausdrucksstark erklangen vor allem die Lieder "Die Rose" sowie "Schwarze Madonna", die von den Sängern zu Gehör gebracht wurden.

Mit dem St.-Anna-Lied "Heilige Anna, Zier der Frauen" endete ein zu Herzen gehender Festgottesdienst. Nach dem Wallfahrergottesdienst trafen sich die Pilger in der Festscheune des Rittergutes Zehnter zum gemeinsamen Mittagessen.