Wegen einer Straftatenserie hat das Amtsgericht in Kulmbach am Dienstag einen 25-jährigen Mann aus Kronach zu zwei Jahren und zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Der Urteilsspruch lautete auf Diebstahl in vier Fällen sowie auf Sachbeschädigung. Außerdem hatte der Angeklagte, der momentan im Bezirkskrankenhaus in Bayreuth wegen einer massiven Suchterkrankung untergebracht ist, auch noch ein verbotenes Butterfly-Messer in seinem Besitz.

Gegen zwei ursprünglich mitangeklagte junge Männer wurde das Verfahren im Hinblick auf einen weiteren Prozess vorläufig eingestellt. Weil sie 30 Gramm Crystal Speed in Tschechien gekauft und nach Deutschland eingeführt haben, lag gegen sie ein Haftbefehl des Kronacher Amtsgerichtes vor.
Bei der Strafe, die sie dafür erwartet (zwei Jahre aufwärts), dürfte die Beteiligung an der Straftatenserie nicht mehr ins Gewicht fallen.

Der 25-Jährige war zusammen mit den beiden 22-Jährigen Anfang April 2014 in ein Firmengebäude in der Albert-Ruckdeschel-Straße in Kulmbach eingebrochen und hatte unter anderem eine Digitalkamera, ein Navigationsgerät, zwei Mobiltelefone, mehrere Werbeartikel, darunter jede Menge Kugelschreiber, sowie einen Aktenordner im Gesamtwert von mehreren hundert Euro entwendet. Weil das Diebestrio dabei mit brachialer Gewalt vorgegangen war, wurde der Sachschaden mit rund 2000 Euro angegeben.

Beim zweiten Tatkomplex waren die Angeklagten zu mitternächtlicher Stunde in der Hans-Herold- und in der E.-C.-Baumann-Straße um abgestellte Fahrzeuge herumgeschlichen und hatten nach unverschlossenen Autos gesucht.

Tatsächlich wurden sie fündig: Aus einem Golf entwendeten sie eine Geldbörse mit 130 Euro Inhalt sowie Dokumente und EC-Karten, aus einem VW ein Navi und eine Tankkarte im Gesamtwert von 350 Euro sowie aus einem BMW ein Autoradio im Wert von 380 Euro.

Kurios mutet der dritte Tatkomplex an: Weil der 25-jährige und einer der beiden 22-Jährigen Geld für den Zug benötigten, entwendeten sie in zwei Kulmbacher Geschäften die im Kassenbereich aufgestellten Spendenboxen. In der einen Box waren zehn, in der zweiten 20 Euro. Die beiden Männer betraten dabei jeweils das Geschäft, einer lenkte den Verkäufer ab, der andere griff zu.

Taten unter Drogenrausch

Er habe keinerlei Erinnerung mehr an die Taten. Er wisse lediglich nur noch, dass er unter dem Einfluss von Crystal Speed stand, ließ der 25-Jährige über seinen Verteidiger Till Wagler aus Kronach verlautbaren. Tatsächlich sollte sich später herausstellen, dass der Angeklagte sogar während des Einbruchs in das Firmengebäude in der Albert-Ruckdeschel-Straße konsumiert hatte.

Ein Polizeibeamter berichtete auch, dass die Männer eine Vielzahl von Spuren, zum Beispiel ein paar Handschuhe, am Tatort hinterlassen hatten. Über diese Spuren waren die Beamten dem Angeklagten letztlich auch auf die Schliche gekommen. Bei einer Wohnungsdurchsuchung konnte ein Teil der Beute sichergestellt werden.

Die Vorsitzende Richterin Nicole Allstadt verlas insgesamt zehn Vorstrafen, die der 25-Jährige während der vergangenen elf Jahre angesammelt hatte. Schon viermal wurde er unter anderem wegen Diebstahls, Sachbeschädigung oder Körperverletzungsdelikten verurteilt, zuletzt Anfang des Jahres vom Kronacher Amtsgericht ebenfalls wegen einer umfangreichen Straftatenserie und wegen verschiedener Drogengeschichten. Deshalb ist der Angeklagte auch bereits im Bayreuther Bezirkskrankenhaus untergebracht.

Staatsanwalt Matthias Eichels dörfer beantragte eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und acht Monaten. Vor allem die große Zahl an Vorstrafen - darunter mehrere einschlägige Verurteilungen - machte der Anklagevertreter geltend. Verteidiger Wagner bezeichnete diese Forderung als "drakonisch".

"Das passt nicht", sagte er. Strafen sollten nachvollziehbar sein, sagte er und stellte die Höhe der Strafen in das Ermessen des Gerichts. Die Kammer urteilte schließlich auf zwei Jahre und zwei Monate sowie auf die weitere Unterbringung in einer Entziehungsanstalt.

Schon mehrfach sei dem Angeklagten eine Brücke gebaut worden, aber alles habe letztlich nichts genutzt, sagte Richterin Allstadt. Wenn der Angeklagte in seinem Leben wirklich noch einmal neu anfangen möchte, dann müsse er weg von den Drogen. Dazu habe er nun die Chance. "Nutzen Sie diese Chance", sagte die Richterin zu dem 25-Jährigen, "Sie haben nichts mehr zu verlieren".