Der Ausschuss für Soziales und Gesundheit des Landkreises Kronach befasste sich mit einem seniorenpolitischen Gesamtkonzept. Die Ausschreibung dafür stellte Wolfgang Puff (Geschäftsführer der Wirtschafts- und Strukturentwicklungsgesellschaft) vor. Der Ausschuss gab einstimmig die Empfehlung für ein Gesamtkonzept an den Kreisausschuss. Der Ausschuss wurde außerdem über den Stand des Förderprojekts "Gesundheitsregion plus Landkreis Kronach" informiert, es wurde erörtert und ausgiebig diskutiert.

Hierbei hob Landrat Klaus Löffler hervor, dass die ärztliche Versorgung im Landkreis Kronach gesichert sei: " Wir sind aber auf einen guten Weg und tun alles Menschenmögliche, um die fachärztliche und notärztliche Versorgung zu verbessern." Dazu seien schon viele Gespräche geführt worden und es gebe vielfältige Ansätze und Vorschläge, wie das funktionieren könne. Löffler unterstrich, dass man an vier Notarztstandorten festhalten werde. Dabei dankte der Landkreischef der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB) und dem Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Coburg (ZRF), die sich ebenfalls für die vier Notarztstandorte im Landkreis Kronach entschieden haben.

Einig war man sich im Gremium, dass ein Kinderarzt für den nördlichen Landkreis Kronach vordringlich sei. Thomas Löffler (CSU) betonte, dass auch eine Augenarztpraxis dringend erforderlich sei. Diese Augenarztpraxis werde für den Standort Landkreis Kronach werde sogar von der KVB offensiv beworben, stellte Andrea Hahn klar. An beiden, wie an vielen anderen Stellschrauben im komplexen ärztlichen Versorgungssystem werde gearbeitet, betonte Landrat Löffler.

Gerhard Brühl regte an, in der Analyse nicht mehr die Zahlen von vor 20 Jahren zugrunde zulegen, sondern vielmehr den medizinische Fortschritt einzubeziehen. Womit er sagen wollte, dass ein Herzpatient vor 20 Jahren noch an Herzversagen starb, während er heute noch Jahrzehnte weiterleben könne, allerdings auch öfter medizinische Hilfe in Anspruch nehmen müsse. Der Bedarf sei also viel mehr gestiegen als dargestellt werde.

Oliver Skall (SPD) sprach von einer vermeintlichen Unterversorgung, allerdings entwickle sich vieles positiv. Ein weiteres Problem sei die Altersstruktur der Hausärzte im Landkreis.

Landrat Klaus Löffler verwies auf die Gesetzeslage, die seit über zehn Jahren die bayerischen Landkreise verpflichte, integrative regionale seniorenpolitische Gesamtkonzepte zu entwickeln. Basierend auf einem differenzierten Bild des Alterns berücksichtigen diese Gesamtkonzepte sowohl die Potenziale und Ressourcen als auch den Hilfe- und Unterstützungsbedarf älterer Menschen.

Wolfgang Puff informierte, dass dieses Gesamtkonzepte auf einer Bestandsanalyse basieren sowie auf Prognosen, welche Herausforderungen sich für den jeweiligen Landkreis in Zukunft in elf Handlungsfeldern ergeben. Diese Erkenntnisse werde der Landkreis Kronach nutzen, aber speziell drei Schwerpunkte neu setzen: Es wird besonderer Wert auf die Einbindung und Mitwirkung der lokalen Ebene gelegt. Bezugsebene des Konzeptes soll jeweils die einzelne Kommune oder kommunale Zusammenschlüsse sein.
Bei der Weiterentwicklung der Seniorenarbeit im Landkreis Kronach und seinen Kommunen soll den Bürgern besondere Bedeutung zukommen. Inzwischen wurden im Landkreis Kronach eine ganze Reihe Maßnahmen und Projekte mit seniorenpolitischer Wirkung auf den Weg gebracht. Die geplante Erstellung des seniorenpolitischen Gesamtkonzepts fand in der vorliegender Ausschreibung einstimmige Zustimmung.