Der Klimawandel zeigt deutlich seine Auswirkungen. Damit steht die Landwirtschaft vor neuen Herausforderungen. Wachsen künftig Hirse, Erdnuss, Amaranth oder Quinoa auf den Feldern? Ein Feldtag beschäftigte sich mit der Herausforderung Trockenheit.

Es staubte, als viele Autos den Schotterweg zu den Versuchsflächen der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LFL) bei Neuses am Berg befuhren. Sichtbares Zeichen der Trockenheit. Geregnet hatte es hier schon lange nicht mehr richtig. Die LFL hat am Standort Schwarzenau ein neues Forschungszentrum für Landwirtschaft in Trockenlagen gegründet und hatte zu einer Versuchsführung eingeladen, um Pflanzen vorzustellen, die möglicherweise besser mit den veränderten Klimabedingungen zurechtkommen als die heimischen Kulturpflanzen.

Der Leiter des Instituts für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung, Peter Doleschel, sprach bei der Begrüßung der weit über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer von "schwierigen Zeiten". Denn dieser Sommer sei der trockenste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Gerade der Mais sei in einem bedenklichen Zustand, auch der nicht bewässerte Hopfen leide, wie er selbst gesehen habe. "Das sind große Herausforderungen", sagte Doleschel. Dafür sei das Forschungszentrum gegründet worden. Hier solle die Kompetenz gebündelt werden. Die Wissenschaftler würden dann ihre Erkenntnisse an die Betriebe weitergeben.

Konkrete Forschungsprojekte laufen zur Körnerhirse, zur Unkrautkontrolle, zur organischen Nährstoffausbringung oder zu trockenheitsresistenten Futterpflanzen. In Zukunft werde es große Projekte zu alternativen Kulturarten geben, kündigte Doleschel an. Weitere Projekte seien in der Antragsphase. Dabei gehe es um die Vorhersage von Erträgen.

Johannes Beyer, wissenschaftlicher Projektmitarbeiter, stellten den Teilnehmern ein ausgebaggertes Bodenprofil im Lössboden vor. Die Parabraunerden seien vor etwa 10.000 Jahren entstanden. Mit Salzsäure bewies er, dass auch noch in zwei Meter Tiefe Kalk vorhanden war, denn es schäumte im Profil.

Heidi Heuberger und Klaus Fleißner stellten danach Kulturarten vor, die mit Trockenheit gut zurechtkommen. Dabei geht es auch um Ernährungstrends in der Bevölkerung. Heuberger stellte Amaranth, Anis, Kichererbse und Buchweizen vor. Unter den Teilnehmern waren einige Anbauer von Kichererbsen – eine "Frucht mit Potenzial, aber auch großem Risiko". Sie wünschten sich mehr finanzielle Unterstützung seitens des Freistaats Bayern, um Nischenkulturen zu etablieren, sich an dies heranzutasten. Andere Bundesländer würden experimentierenden Landwirten Hilfen gewähren, zum Beispiel bei Ernteausfällen.

Fleißner stellte dann den Anbau von Erdnuss, Mungbohne und Perlhirse vor. Letztere gilt als Getreideart mit der größten Trockenheitstoleranz. Das Saatgut hat Fleißner aus Namibia mitgebracht. Die Hirse sieht er in Zukunft generell in Nordbayern als Ersatz für den Mais an.

Detaillierter stieg Janina Goldbach dann in das Thema Hirse ein. Sie stellte auf dem Versuchsfeld die Versuche mit der Körnerhirse vor. Diese habe unter anderem einen geringeren Düngebedarf als Mais, einen geringeren Pflanzenschutzaufwand und besitze eine hohe Trockenheits- und Hitzeverträglichkeit.