"Ein Jahr der Großmaßnahmen liegt hinter uns und ein enormes Investitionsvolumen liegt im neuen Jahr vor uns - ein Vermögenshaushalt mit 7,4 Millionen", so begann Bürgermeister Dr. Werner Knaier (CSU) die Haushaltsrede für das Jahr 2013 des Marktes Wiesentheid. Viele der Projekte, die den über 200 Seiten umfassenden Haushalt, erstellt vom Kämmerin Angela Ross, füllen, stammen noch aus den Vorjahren.

Der größte Brocken für das kommende Jahr wird für den Markt Wiesentheid die Ausweisung des Industriegebietes "Mähling" mit einer geplanten Summe von 1,3 Millionen sein. Dazu kommt der Bau der Entlastungsspange von der B 286 bis zur Rüdenhäuser Straße mit 625 000 Euro. Ebenfalls in die Straßengestaltung fließen 793 000 Euro, und zwar in den ersten Abschnitt der Dorferneuerung in Reupelsdorf.

Schon länger geplant ist der Anbau von zwei Stellplätzen am Feuerwehrhaus, für den 568.000 Euro bereitgestellt werden. Eher gering erscheinen da die Kosten von 224 000 Euro für die Erschließung eines Baugebietes in Geesdorf und eine vernünftige DSL-Anbindung der Ortsteile Untersambach und Geesdorf mit 100.000 Euro.
Dauerbrenner für die nächsten Jahre wird die Sanierung der Steigerwaldhalle bleiben. 750.000 Euros sind für die Arbeiten 2013 vorgesehen, wobei die Gemeinderäte schon wieder viele neue Anregungen im Punkt "Wünsche und Anfragen" parat hatten, wie die energetische Sanierung, die Verbesserung der Akustik oder die Beleuchtung weiter optimiert werden könne.


Keine Veränderung am Hebesatz für Gemeindesteuern


Der Bürgermeister betonte, dass die Ausgaben des Haushaltes ohne die Veränderung des Hebesatzes für die Gemeindesteuern, der seit 2008 unverändert sei, geschultert werden. Mehr als im Vorjahr müsse die Gemeinde an den Kreis abgeben, hier sei sie um drei Punkte nach oben gestuft, wobei ein Punkt immerhin 36.000 Euro ausmache.

Laut Knaier müssen aus den Rücklagen 2,6 Millionen entnommen werden. 1,5 Millionen werden durch neue Kredite mit derzeit außergewöhnlich günstigen Zinssätzen finanziert. Die Pro-Kopf-Verschuldung in Wiesentheid liege derzeit bei 44 Euro.

Der Fraktionsvorsitzende der CSU, Dr. Otto Hünnerkopf, unterstrich in seiner Rede zum Haushalt, dass trotz dieser Investitionen auch in den vorangegangen Jahren die Rücklagen mehr als verdoppelt worden seien. "Wir investieren in die Zukunft!", betonte er.

"Ein mächtiges Zahlenwerk liegt uns zur Entscheidung vor, das ist ein Meilenstein in der Gemeindegeschichte!", eröffnete Michael Rückel als Sprecher des Bürgerblocks seine Rede. Er betonte, wie notwendig es sei, attraktive Gewerbegebiete auszuweisen. Bei allen Ratskollegen bedankte sich Rückel für die konstruktiv kritische Zusammenarbeit.


Eine Gegenstimme

"Wir sind einvernehmlich auf einem guten Weg", stimmte das Ortsoberhaupt seinen Ausführungen zu. Dies spiegelte sich auch bei der Abstimmung über die Haushaltssatzung 2013 wider. Allein Heinrich Wörner konnte dem Finanzplan nicht zustimmen, da er mit der Gewichtung und Bewertung einzelner Maßnahmen nicht einverstanden war. "Der Haushalt ist unser Handlungsrahmen, wir werden über jede einzelne Maßnahme erst noch entscheiden", beruhigte Knaier seinen Ratskollegen.