Ponte fra le culture" - die Brücke zwischen den Kulturen wird dieses Jahr zum fünften Mal den Weg in eine Zeitepoche öffnen, die zur permanenten ägyptologischen Ausstellung im Knauf-Museum in Iphofen eine themenverwandte Kabinettausstellung bietet.

Schon im Mittelalter begann ein reges Interesse für die antiken Hochkulturen. Aber erst der Ägyptenfeldzug von Napoleon Bonaparte 1798 weckte das Interesse eines ganzen Kontinents. Während des Empires konnte man in vielen Ländern Europas ägyptisierende Einflüsse in den Möbeln, den täglichen Gebrauchsgegenständen, der Malerei und auf der Bühne deutlich wahrnehmen.

Bildende Künstler und Goldschmiede vereinten ihre Kreativität mit der neu entdeckten Welt des Orients. Überall wurden Sphinx-Masken, Pyramiden und Obelisk-Formen eingefügt.
Die ägyptische Mythologie beflügelte die Literatur und drang in die Opern ein.

Historische Unterstützung bekam die neue Mode von Jean-François Champollion. Der französische Sprachwissenschaftler hatte bereits die Hieroglyphenschrift entziffert. 1823 beschrieb der Archäologe in einem reich illustrierten Band den ägyptischen Pantheon. Dabei handelte es sich um die erste Beschreibung überhaupt der mythischen Götterwelt Ägyptens.

Dieses Werk kann man im Knaufmuseum in Iphofen vom 28. Juli bis 3. November bewun-dern. In sehr gutem Zustand liegt das Buch eingerahmt zwischen zwei Vitrinen, in denen zahlreiche altägyptische Fundgegenstände ausgestellt sind, die bis ins 15. Jahrhundert vor Christus zurückdatiert werden können. Daneben begleiten wunderbare Exemplare aus jüngerer Zeit den Geist dieser Ausstellung. Dabei handelt es sich um diverse Schmuckstücke und Nachbildungen von Grabfunden wie der Urensschlange oder dem Ewigkeitspfeil, frei assoziiert mit den ägyptischen Originalen. Wobei auch diese heute schon zu begehrten Sammlerstücken gehören.

Symbol der Wiedergeburt

Ebenso wurden die Skarabäen aus verschiedenen Materialen und Mineralien geformt und geschliffen, und schließlich weiterverarbeitet zu neuen Schmuckstücken. "Für die Ägypter", erläutert Isabel Grimm-Stadelmann "ist der Skarabäus das Symbol der Reinkarnation". Deshalb wird er gerne in Schmuckstücken verarbeitet und getragen.

Die Schriftenreihe "Ponte fra le culture - Brücke zur Kultur", wird im Format A4 erscheinen und jährlich einen Band vorweisen können. Darin sollen Geschichte und Geschichten sowie wissenschaftliche Erkenntnisse, die die Dauerausstellung des Knauf-Museums - Reliefsammlung der großen Kulturepochen - betreffen, publiziert werden. Zudem sollen die gewonnen Erkenntnisse immer wieder in kleinen Dokumentationen oder in Kabinettausstellungen den Besuchern vorgestellt werden.

Drei kleine Räume sind dieser Ausstellung gewidmet. Viel Bronze und mehr oder weniger edle Steine sind zu sehen. Die Herausforderung der Künstler mit einer Jahrtausende alten Hochkultur entfaltet sich zu einem interessanten Dialog zwischen den Epochen.

Markus Mergenthaler konnte Wladimir Petrichev für die Dekoration der Ausstellung ge-winnen. Der in Würzburg lebende Künstler wurde beauftragt, die Wandverkleidung des ersten Ausstellungsraumes themengerecht zu gestalten. Schon beim Eintreten wird der Besucher in die faszinierende Welt des alten Ägyptens eingestimmt.
"Alle Leihgaben kommen aus privaten Sammlungen in ein privates Museum", freut sich Markus Mergenthaler. Eine große Hilfe bekam der Leiter des Knauf-Museums dabei von Dr. Isabel Grimm-Stadelmann.

Die Ägyptologin stellte die interessanten Exponate unter dem Titel "Das Erwachen der Sphinx" zusammen. Gemeinsam mit ihrem Mann Alfred Grimm ist die promovierte Philosophin auch für den begleitenden Bildband verantwortlich.
Die Kabinettausstellung "Das Erwachen der Sphinx" beginnt am Sonntag, 28. Juli, und läuft bis einschließlich 3. November. Öffnungszeiten des Knauf-Museums in Iphofen sind Dienstag bis Samstag, 10 bis 17 Uhr, Sonntag 11 bis 17 Uhr. Zur Ausstellung erscheint die Schriftenreihe "Ponte fra le culture".