"Wer Bier trinkt, hilft der Landwirtschaft": Diesen für manchen Besucher der Ausstellung logischen Spruch sieht man auf einem alten Werbeplakat, das die Brauerei Düll unter anderem zur Verfügung stellt. "Stimmt!", konstatiert ein Gast augenzwinkernd. Und: "Man muss ja schließlich die Wirtschaft unterstützen".

Museumsleiterin Margit Hofmann hat es wieder einmal mit ihrem Team geschafft, interessante Themen aus der zurückliegenden Zeit in Wort und Bild darzustellen. Am Samstagabend fand sich dazu ein kleiner Kreis Volkacher Bürger im Hof des Museums ein, um mit den Verantwortlichen die Eröffnung zu feiern. Gerda Hartner vom Volkacher Bund Naturschutz übernahm mit einleitenden Worten den Part für das erste Thema "Getreide", wobei sie den Begriff so erklärte: "Getreide beinhaltet "tragen" – getragen von der Erde."

Reinhard Hüßner, Museumsleiter des Kirchenburgmuseums Mainsondheim, das mit Leihgaben zu der Ausstellung beiträgt, ging auf die Geschichte des Getreides ein. Er beschrieb die Zeit um das 19. Jahrhundert, als viele Scheunen zur Getreidelagerung gebaut wurden und so das Landschaftsbild prägten. Die Getreidegarben wurden dort bis unter das Dach gelagert und in der Tenne auf einem weichen Boden später gedroschen.

Laut seinen Worten war damals die Volksnahrung der Getreidebrei, auch "Mus" genannt. Manchmal wurde der Brei in Pfannen geröstet. So entstand das Fladenbrot. In der Ausstellung konnte man dazu verschiedene antike Ausstellungsstücke bewundern, zum Beispiel eine "Windfege". Hier wurde das gedroschene Getreide in einen Trichter gefüllt, wo ein Windrad Luft erzeugte. Dabei wurde die Spreu vom Korn getrennt. Oder die "Brötchenmaschine": Ein mechanisches Gestell, in das man den Teig in ein Behältnis einbrachte, das in viele kleine Teile (Brötchengröße) eingeteilt war. Danach wurde ein schwerer Metalldeckel draufgpresset. So konnten in wenigen Arbeitsgängen gut 30 backfertige Brötchen hergestellt werden.

Nur noch wenige traditionelle Gasthäuser

Zum Thema "Gasthäuser" erfuhren die Besucher, dass in Volkach, wo in früheren Zeiten bis zu 15 Gasthäuser waren, heute nur mehr ganz wenige traditionelle Gasthäuser vorhanden sind. Das Wort "Gasthaussterben" machte die Runde, wobei man sich über den Grund dazu nicht klar wurde.

Laut Reinhard Hüßner sollen in Volkach etwa im 15. Jahrhundert die ersten Gasthäuser entstanden sein. Die Traditionshäuser "Lilie" und "Storchen" wurden 1609 erwähnt. Nach und nach bildeten die Gasthäuser einen sicheren Posten im städtischen Haushalt. Die Getränkesteuer, damals "Ungeld" genannt, wurde Sonntag für Sonntag durch die sogenannten "Ungelder" eingezogen. Diese berechneten vor Ort den Verbrauch und die fällige Abgabe.

Der Bierausschank war damals sehr gering, da man selten eine Konzession für den Bierverkauf bekam. "Man fürchtete um den Absatz des heimischen Weines", so Hüßner. 1675 war der "Schwanenwirt" die erste Gaststätte mit einer Bierbraukonzession in Volkach und es dauerte noch bis 1823, als mit der Brauerei Schrüfer in der Schelfengasse eine weitere Braustätte in Betrieb ging. Im ehemaligen "Ebracher Hof" wurde die Brauerei bis 1936 über drei Generationen betrieben. Ab 1937 war es dann nur noch ein Gasthaus. Wegen seiner drei Pächterinnen hieß es das "Dreimädelhaus" und ab 1951, bis zu seiner Schließung, das Gasthaus "zur blauen Traube".

Die Ausstellung geht bis 1. November 2021. Öffnungszeiten sind Freitag: 14-17 Uhr und am Wochenende 11-17 Uhr. Weitere Informationen unter www.museum-barockscheune.de