Mehr Termine und weitere Fahrten, doch der Aufsteiger freut sich auf sein unverhofftes Abenteuer. Immerhin kennt sich die Mannschaft seit der F-Jugend.
Mit großer Vorfreude gehen die Volleyballer des VfL Volkach ihre Premiere an. Erstmals werden sie in dieser Runde in der Bayernliga aufschlagen – was Raimund Wagenhäuser „eine absolute Herausforderung, auch für mich als Trainer“, nennt. Es ist der Höhepunkt einer Mannschaft, mit der Wagenhäuser einst vor etwa sechzehn Jahren in der F-Jugend begonnen hat. Der Stamm der Akteure von damals schlägt heute noch beim VfL auf.
Durch alle Altersklassen begleitete Wagenhäuser sein Team, das vergangene Saison – nach drei Jahren in der Landesliga – als Tabellendritter noch den Sprung nach oben geschafft hat. Der Rückzug eines Regionalligaklubs aus dem süddeutschen Raum wirkte sich nach weiter unten aus, so dass Volkach die Möglichkeit bekam, die Bayernliga zu erobern. Eine reizvolle Aussicht für Wagenhäuser, denn „die Mannschaft hat sich stetig weiterentwickelt. Bayernliga ist ein logischer Schritt.“
Die Zustimmung, um den Schritt zu gehen, kam nicht sofort, wie der Trainer erklärt. „Natürlich haben wir überlegt. Es sind ja einige gravierende Veränderungen.“ So sieht der Terminplan nun jeweils Einzelspieltage vor, das heißt, der VfL Volkach hat in dieser Runde gleich neun Heimspiele zu bestreiten anstelle von vier in der Saison zuvor. Das heißt für den Klub, dass mehr Hallentermine gebraucht werden. Die Voraussetzungen dafür sind geschaffen, die Handballer der HSG als Mitnutzer der Halle zeigten sich sehr kooperativ, betont Wagenhäuser.
Zudem muss der Verein einige Kilometer mehr fahren, insgesamt 2250 sind es, wenn man die Strecken aller Auswärtsspiele zusammenrechnet. Die Gegner heißen nun Regenstauf, Arzberg oder Parsberg. „Das ist eine ziemliche Fahrerei, aber der Vorstand und die Sponsoren unterstützen uns“, ist der Trainer froh über die Hilfen.
Passend zur neuen Liga steigerten die Volkacher auch ihr Trainingspensum vor der Saison. „Wir haben Sondertraining gemacht, dreimal in der Woche mit Wochenenden, das ist die Grenze“, meint Wagenhäuser. Mehr gehe nicht wegen der Auslastung der Mainschleifenhalle – und in kleinere Hallen möchte er nicht ausweichen, das bringe nichts. Während der Runde haben die Volleyballer nun einen zweiten Trainingstermin bekommen, „das ist ein Riesen-Vorteil“. Was die Saison angeht, gibt sich Wagenhäuser zuversichtlich. Seine junge Mannschaft sieht er längst noch nicht am Limit. In der Vorbereitung habe man gegen Bayernligaklubs zum Teil sehr gut ausgesehen.
Die Rote Wand im Rücken
Zu Hause mit den Fans der „Roten Wand“ im Rücken habe Volkach ein großes Pfund. Auch deshalb peilt der Trainer das gesicherte Mittelfeld der Tabelle an. „Wir hatten personell keine Veränderungen, sind eingespielt. Wir können auch taktisch besser reagieren“, sagt er. Zudem sind neben Volkach einige weitere Aufsteiger in der Klasse, gegen die es zu punkten gelte. Zum Start muss der VfL an diesem Sonntag in Bayreuth antreten, ein schwieriges Pflaster, wie Wagenhäuser weiß. „Das ist eine routinierte Truppe“, sagt er, „da muss schon alles optimal laufen für uns, um dort zu punkten.“
Große Hoffnung setzt der Trainer auf das erste Heimspiel die Woche darauf gegen Faulbach. „Das ist ein Mitaufsteiger, da haben wir gute Chancen.“ Vom Personal her fehlt ihm zunächst einmal Sebastian Schraml wegen Knieproblemen. Dazu greift Maximilian Fröhlich vermutlich erst am vierten Spieltag ein, weil er in Österreich noch ein Praktikum absolviert. Im ersten Spiel muss wohl auch Peter Moritz passen.