Eine Baumarktkette ringt nach der Insolvenz um ihr Fortbestehen. Allein in Franken gibt es zehn Filialen. Doch haben die Standorte eine Zukunft?
Die BayWa-Bau- und Gartenmärkte stehen aufgrund der Insolvenz des Mutterkonzerns Hellweg vor einer ungewissen Zukunft - und damit auch mehrere Filialen in Franken. Die 46 Standorte, die sich allesamt in Bayern und Baden-Württemberg befinden, bleiben laut den Verantwortlichen zwar geöffnet, ob sie die in Eigenverwaltung vonstattengehende Sanierung des Unternehmens überstehen, ist jedoch offen.
Bereits im Februar 2026 musste die Gesellschaft mit Sitz in Dortmund und bayerischer Zweigniederlassung in Garching bei München einen fränkischen Standort aufgeben - der Markt in Aschaffenburg wurde ebenso wie eine Filiale im oberpfälzischen Schwandorf aufgrund des aktuell schwierigen Konsumklimas geschlossen.
BayWa-Bau- und Gartenmärkte melden Insolvenz an - Sanierung in Eigenverwaltung
"Die BayWa Bau- & Gartenmärkte GmbH & Co. KG hat beim Amtsgericht in Essen ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet. Ziel des Verfahrens ist es, die wirtschaftliche Stabilisierung des Unternehmens voranzutreiben und die Voraussetzungen für eine langfristig tragfähige Fortführung zu schaffen", erklärt die Gesellschaft in einer offiziellen Mitteilung. Die operative Verantwortung verbleibe dabei vollständig bei der Geschäftsführung, die das Unternehmen weiterhin eigenständig leite. Rechtsanwalt Stefan Denkhaus von der Kanzlei BRL Boege Rohde Luebbehuesen sei zum vorläufigen Sachwalter bestellt worden.
Im Zuge der Insolvenz der fränkischen Traditionsbrauerei Leikeim haben die Gläubiger indessen eine wichtige Entscheidung getroffen.
Als Grund für die Insolvenz der BayWa-Bau- und Gartenmärkte führen die Verantwortlichen die generelle wirtschaftliche Schieflage in Deutschland an: "Wie zahlreiche Unternehmen der Branche sieht sich auch die BayWa Bau- & Gartenmärkte GmbH & Co. KG mit den Auswirkungen einer zurückhaltenden Konsumnachfrage, weltweiten Krisenentwicklungen, sowie Belastungen entlang der Lieferketten konfrontiert. Hinzu kommen steigende Miet- und Betriebskosten". Nicht nur Betriebe stecken dieser Tage in einer Krise, auch die Zahl der Verbraucherpleiten ist deutlich angestiegen.
Rund 1300 Beschäftigte betroffen - vorerst keine Einschränkungen für Baumarkt-Kunden
Hinsichtlich der Zukunft der rund 1300 Baumarkt-Beschäftigten macht die Gesellschaft keine konkreten Angaben. Die Mitarbeiter seien über die nächsten Schritte informiert und ihre Bezüge für die Dauer von bis zu drei Monaten über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit abgesichert.
"Im Rahmen des Restrukturierungsprozesses werden wir sämtliche Geschäftsbereiche auf ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit hin analysieren. Dabei werden auch die bestehende Standortstruktur sowie deren künftige Ausgestaltung sorgfältig bewertet, um die Grundlage für langfristig tragfähige Entscheidungen zu schaffen", heißt es weiter.