Iphofen/Mainbernheim — Lustige Geschichten aus einer anderen Zeit ließen sich am Samstag einige Dutzend Bürger aus Mainbernheim und Iphofen erzählen. 14 Kilometer lagen vor ihnen. Sie waren Teilnehmer der zweiten Gemarkungswanderung, bei der sie von ihren Obmännern begleitet wurden. Von Mainbernheim aus führte der Weg am Kletterberg entlang, vorbei am Eichelsee, hinein ins Rügerrieth und letztendlich an Willanzheim vorbei bis hin zur historischen Grenze mit Iphofen. An dieser einstigen Grenze zwischen den Regierungsbezirken Mittelfranken und Unterfranken wollten die Bürgermeister der beiden angrenzenden Städte, Karl Wolf und Josef Mend, sowie der stellvertretende Bürgermeister Georg Gurrath gemeinsam mit dem stellvertretenden Landrat Robert Finster an einen wichtigen Punkt der Landesgeschichte erinnern.


"Noch im Mittelalter war dieser Landstrich von einem etwa eineinhalb Meter tiefen Graben gezeichnet", erzählte Wolf. "Hecken und Wege wurden beiderseits gerne abgeleitet, damit mehr Wegzölle nach Iphofen flossen", fügte er augenzwinkernd hinzu.

Iphofen und Mainbernheim konkurrieren seit Jahrhunderten miteinander. Das Gen der Cleverness wird seit jeher den Iphöfern zugeschrieben. Dafür regelten die evangelischen Mainbernheimer den Durchzug der katholischen Pilger aus Iphofen im 18 Jahrhundert so detailgenau, dass dieselben schweigend und mit herabhängenden Fahnen durch das Städtchen ziehen mussten. Robert Finster las diese Anekdoten aus dem Buch von Josef Endres und wünschte sich den Erhalt der Heimatkunde in den Grundschulen.

Es gibt viele spannende und lustige Geschichten über und zwischen den beiden Landstädten. Gemeinsam mit Kurt Kraus wird Josef Endres die Infotafel gestalten, die in naher Zukunft neben dem Gedenkstein an die reichhaltige Geschichte des Kulturdenkmals Landwehr erinnern soll.

"Abgrenzen führt zur Isolation", betonte Josef Mend und unterstrich die Aspekte der interkommunalen Zusammenarbeit. "Die mittelalterlichen Religionsstreitigkeiten gehören zur anekdotischen Historie. Wir erfreuen uns heute eines friedlichen Zusammenlebens."