Zur Berichterstattung über die Steigerwaldbahn erreichte die Redaktion folgende Zuschrift.

Es ist offensichtlich, wessen Einflüsse zu den negativen Ergebnissen des Gutachtens der BEG zur Steigerwaldbahn geführt haben. Zwei kürzlich erschienene Artikel im Wirtschaftsteil dieser Zeitung sind mit Beleg dafür, dass Klimaschutz in Bezug auf CO2-Reduzierung nicht ernsthaft betrieben wird. Als Gegenentwurf zur Steigerwaldbahn setzt die Auto-Lobby-Partei CSU auf das vollautonome Fahren, welches jedoch im Mainpost-Artikel laut Aussage eines Lehrstuhlinhabers für Fahrassistenzsysteme noch "Jahrzehnte" bis zur Realisierung dauert . Ein Ablenkungsmanöver der Bahngegner also. Der andere Bericht beschreibt die Kritik des Bundesrechnungshofes an der Bahnpolitik der Bundesregierung : "Es werde versäumt Wettbewerbshemmnisse auszuräumen und das Ziel, Verkehre von der Straße auf die Schiene zu verlagern wird verfehlt."

Zur Besetzung der maßgeblichen Gremien der Bayerischen Eisenbahngesellschaft lässt sich anmerken, dass neben Akteuren aus dem Staatsministerium Politiker der CSU aus Oberbayern maßgeblich den Aufsichtsrat bestimmen, als auch dessen Vorsitz inne haben. Die Unionsparteien – ob auf Bundes- oder Landesebene – verharren im Status Quo und überlassen das Geschehen kritik-und willenlos unserem Verkehr(t)minister.  Mit massiver ideologischer Schlagseite zum Auto hin, bewegen sich auch die folgsamen kommunalen Parteifreunde in diesem Fahrwasser. Nach wie vor wird das Füllhorn aus Steuergeldern für den Straßenbau ausgeschüttet, während die Perspektiven, die der Schienenverkehr in einer überfälligen, neuen (Verkehrs)-Zukunft bieten kann, eine untergeordnete Rolle spielen. Engstirnige Kirchturmlokalpolitiker sollten ihre Blockaden aufgeben und im Sinne einer dringend notwendigen, gesamtgesellschaftlichen Aufgabe ihren Blick endlich über den Tellerrand hinaus richten. Erst Blenden, dann Bremsen. Bei Klimaschutz und Nachhaltigkeit ist das jedoch die weitgehend praktisch angewandte Politik der ewig Gestrigen auch in unserem Landkreis. Dieses Muster wird wohl auch vor und nach der Bundestagswahl wieder zur Geltung kommen.  

Herbert Schmidt
97318 Kitzingen