Großen Enthusiasmus und doch viel Disziplin spürte man bei den Kindern, während sie von einer Station zur anderen eilten, um möglichst viele Spiele ausprobieren zu können. Das Lese-Buchstabenfest zum Abschluss des diesjährigen Lesekreises war für die Erst- und Zweitklässler der Iphöfer Grundschule ein Heidenspaß.
Tiere nach dem ABC ordnen, mit Säcken einen Buchstaben hüpfen, den die Mitspieler er-raten mussten, mit dem Bobby-Car Silben einsammeln und zu Wörtern zusammenlegen: Es gab 16 verschiedene "Stationen", bei denen die fünfköpfigen Gruppen ihre Aufgaben bewältigen konnten. Und das Besondere: An jeder Station war eine Leseoma oder ein Leseopa.
Grundschullehrerin Beate Engert hatte vor sechs Jahren den Lesekreis ins Leben gerufen. Zu Beginn wurden die Omas und Opas der Schulkinder gefragt, ob sie ihren Enkeln eine Stunde pro Woche das Lesen erleichtern möchten.
Heute sind es über zwanzig Teilnehmer, die in der zweiten Hälfte des Schuljahres den Kindern beim Lesen lernen helfen. Die Initiative hatte sich bald herumgesprochen. Auch aus den Kitzinger Grundschulen kamen Schulleiter, um sich dieses Modell anzusehen. 2012 bekamen die Leseomas und -opas der Iphöfer Grundschule eine Auszeichnung von Landrätin Tamara Bischof für ihre besonderen Verdienste im Kultur- und Bildungsbereich.
Rosa Holfelder war vom ersten Tag an dabei. "Meine Enkel haben mich dazu gebracht", erzählt die beliebte Leseoma. "Die Zeit mit den Kindern zu verbringen und ihre Erfolge zu betrachten, macht schon Spaß", sagt sie.

Erfolge machen sich bemerkbar

Für die Kinder ist es wichtig, dass sie diese Möglichkeit haben. Das unterstreicht auch Beate Engert. "Je nach Talent werden die Schüler der ersten beiden Klassen untereinander gruppiert, damit sie beim Lesen besser gefördert werden können." Das klappt sehr gut. Den Kindern macht es nicht nur Spaß, die bunten Bücher bald zügig und betont lesen zu können. Sie bemerken auch ihre Erfolge, die sie in den kleineren Gruppen erzielen können.
Einige Leseomas sind schon seit Jahren dabei. Deshalb ist es nur natürlich, dass am Schuljahresende auch einmal jemand aufhört. Dieses Jahr verabschieden sich wieder zwei Leseomas. Bei der kommenden Einschulung sind nur 16 Kindern angemeldet. Trotzdem ist Beate Engert weiterhin auf der Suche nach Unterstützung. Jeder, der eine Stunde in der Woche den lernwilligen Kindern widmen möchte, ist willkommen.