Eine fränkische Stadt sprengt alle bisherigen Aufzeichnungen – Hitzerekord in Bayern

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Hitzerekord in Bayern - Kitzingen sprengt alle Aufzeichnungen
In dieser Stadt ist es trotz Flussnähe oft besonders heiß.
Hitze in Deutschland - Bayern
Daniel Löb/dpa
Hitzerekord in Bayern - Kitzingen sprengt alle Aufzeichnungen
Die fränkische Stadt hielt bereits 2025 den bayerischen Hitze-Rekord. Nun erklimmt sie im Jahr 2026 erneut das traurige Temperaturtreppchen.
Kitzingen ist Bayerns absoluter Hitze-Hotspot - DWD meldet Temperatur-Rekord
Sina Ettmer/AdobeStock (Symbol)

Der Sommer 2026 setzte mit seinen extrem hohen Temperaturen und wenig Niederschlag in Bayern den Wettertrend der letzten Jahre fort. Doch in einer fränkischen Stadt kochte geradezu der Asphalt.

Der Sommer 2026 war in Bayern außergewöhnlich heiß und trocken. Das teilt das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) mit. Demnach lag die durchschnittliche Temperatur zwischen Juni und August bei etwa 20 Grad. Das ist das Niveau des bisherigen Hitzerekordsommers 2003. 

Ralph Neumeier, Vizepräsident des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, erläutert: "Der Sommer 2026 hat Bayern außergewöhnliche Hitze und Trockenheit gebracht. Besonders belastend ist die Kombination verschiedener Faktoren: Fehlt über längere Zeit Niederschlag und treiben hohe Temperaturen zugleich die Verdunstung an, trocknen Böden aus und die Wasserstände sinken. Die Daten zeigen außerdem, dass wir nicht nur auf ein einzelnes Extremjahr blicken."

Neue Hitzerekorde in allen Regierungsbezirken – Kitzingen ist Hotspot

In Kitzingen wurden gar laut dem LfU am 26. und 27. Juni jeweils 40,8 Grad Celsius vom Deutschen Wetterdienst gemessen. Damit knackte die Temperatur in Bayern zum ersten Mal die 40-Grad-Marke. Kitzingen war bereits 2025 der Hotspot der Hitze in Bayern – und dieser Trend setzte sich fort. Regional war die Hitzebelastung besonders hoch. Alle bayerischen Regierungsbezirke erreichten neue Höchstwerte an Hitzetagen – also über 30 Grad – in der Zeitreihe seit 1951. 

Bei den durchschnittlichen Sommertemperaturen überstieg der Wert 2026 sowohl in Schwaben als auch Ober- und Niederbayern den bislang höchsten, regionalen Wert aus dem Jahr 2003. Zudem war der Sommer dieses Jahres außergewöhnlich trocken. Das belegt nun auch das LfU. 

Demnach fielen im Zeitraum von Juni bis August in ganz Bayern rund 32 Prozent weniger Regen als im Vergleichszeitraum 1971 bis 2000. Damit ist der Sommer 2026 laut LfU einer der neun trockensten Sommer in Bayern seit Beginn der Niederschlagszeitreihe im Jahr 1931. 

Niederschläge blieben aus 

Zudem waren laut LfU die Niederschläge, die es gab, ungleich verteilt. In Schwaben fehlte der Niederschlag am meisten - 37 Prozent weniger Regen fiel dort im Sommer 2026. Doch auch in Oberbayern und Unterfranken stellt sich die Lage ähnlich dar: Dort fiel jeweils 36 Prozent weniger Regen als im langjährigen Durchschnitt. In Unterfranken macht sich das Defizit in einem bestimmten besonders negativ Bereich bemerkbar.

Mit 18 Prozent wies Oberfranken nach Angaben des LfU dagegen das geringste Defizit auf. Trotz starker Trockenheit bedeutet der Rückgang des Niederschlags in den Sommermonaten in den bayerischen Regierungsbezirken keine neuen Rekorde beim Niederschlagsdefizit.

Doch nicht nur das trockene Frühjahr und Sommer 2026 sind laut LfU für die aktuelle Situation verantwortlich. Bereits das Jahr 2025 war in Bayern zu trocken. Hitze verstärkte die Trockenheit durch höhere Verdunstung aus dem Boden und der Pflanzendecke zusätzlich.

Trocken-Trend: Aktiver Klimaschutz und Anpassung notwendig

Der Sommer 2026 passt in die langfristige Entwicklung; seit den 2010er-Jahren häufen sich nach Angaben des LfU die trockenen Jahre. Die Daten zeigen eine Zunahme der Belastung durch Hitze, aber auch eine Tendenz zu weniger Niederschlag im Sommer und verlängerten Trockenperioden.

Klimamodelle projizieren einen weiteren Anstieg der Temperaturen in der Zukunft. Zwar kann laut der LfU aktiver Klimaschutz die Auswirkungen bis zum Ende des Jahrhunderts deutlich begrenzen, gleichzeitig ist allerdings eine Anpassung an bereits auftretende und noch zu erwartende Extreme des Wetters notwendig. Diese sechs fränkischen Städte schneiden bei so einer Anpassung besonders schlecht ab.