Die Stadt Marktbreit widmet zukünftig Freiflächen zu Eheschließungsorten. Dies beschloss der Stadtrat in seiner Sitzung im Lagerhaus nach eingehender Debatte.

Die Anregung kam von Florian Wallochny, der immer wieder auf Möglichkeiten für Trauungen im Freien angesprochen wird. Er regte zugleich an, die Trauungen an der Enheimer Steige 8 mit weitläufigem Blick auf die Stadt und das Maintal vorzunehmen. Bei unsicherer Wetterlage böte sich in unmittelbarer Nachbarschaft die Möglichkeit an, in einen geschlossenen Raum umzuziehen. Er selbst habe aus einer solchen Entscheidung keine Vorteile.

Zeiten und Ansprüche ändern sich

Bürgermeister Harald Kopp wünschte sich eine grundsätzliche Entscheidung, sollte die Ratsrunde zustimmen. Christiane Berneth erinnerte, dass das Thema bereits einmal beraten und abgelehnt worden war. Manfred Krauß machte indes deutlich, dass sich die Zeiten und damit Ansprüche änderten. Es werde ja niemand gezwungen, im Freien zu heiraten.

Für Werner Hund hingegen würde eine Zustimmung eine Inflation zusätzlicher Locations auslösen. Ohne weiteres zustimmen wollte auch Kopp nicht, er mahnte den erheblichen Aufwand der Verwaltung an, der zusätzlich geleistet werden müsse.

Zunächst stimmte die Ratsrunde mit drei Gegenstimmen zu, Eheschließungsorte auszuweisen. Bei der weiteren Entscheidung als ersten Eheschließungsort die Freifläche am Wallochny-Hof zu widmen, gab es sechs Gegenstimmen.

 Wohnmobilstellplatz wird erweitert

Der Wohnmobilstellplatz soll um zwölf Plätze erweitert werden. Dazu müssen sechs Bäume gefällt werden, die durch neun Neupflanzungen ersetzt werden sollen. Von einer Baumverpflanzung wurde wegen der Kosten Abstand genommen. Diesen bereits bestehenden Beschluss griff der Stadtrat auf und vergab die Planungsarbeiten zum Gebotspreis von 241 930 Euro.

Stadtrat Hund nutzte die Gelegenheit auf rücksichtsloses Parkverhalten auf der Freizeitwiese hinzuweisen und erfuhr, dass die derzeitige Situation mit der Verwaltung abgesprochen sei und Gebühren erhoben werden. Er forderte, dies nach dem Umbau zu unterbinden.

Gleich neben dem Wohnmobilstellplatz befindet sich die Badebucht, die neu gestaltet und mit einem Wasserspielplatz aufgewertet werden soll. Durchflutungsrohre unterhalb der Wasseroberfläche sollen eine Verschlammung zukünftig verhindern. Der Wasserspielplatz soll über eine Pumpe mit Wasser aus der Badebucht versorgt werden. Das Kostenvolumen bewegt sich um 3 300 000 Euro.

Hund wünschte sich eine Teilung des Auftrages, doch erklärte Heinz Galuschka, dass der Stadtrat immer über das weitere Vorgehen entscheiden könne. Schließlich stimmte die Ratsrunde zu.

Folgende weitere Themen wurden behandelt:

* Die Reparatur des Industriegleises ist zwar abgeschlossen, doch gibt es Probleme mit der Nivellierung der Gleise. Durch einfaches Befahren mit der Gleisstopfmaschine können erhebliche Höhendifferenzen nach dem Schwellentausch nicht ausgeglichen werden. Dazu ist größerer Aufwand erforderlich, den das Gleisbauunternehmen mit 30 000 Euro beziffert. Der Stadtrat stimmte der weiteren Ausgabe zu.

* Der Gasthof Grüner Baum in Gnodstadt darf während der Kirchweih vom 2. bis 5. Juli im Außenbereich auf dem Gehsteig bewirten.

* Die Veranstaltung ArtBreit findet erst wieder am 28. und 29. Mai 2022 statt.

* Der Neubau der Autobahnbrücke beginnt 2024 und dauert voraussichtlich fünfeinhalb Jahre. Wie Bürgermeister Kopp dazu verriet, werden die Brücken von der Hauptbaustelle in Segnitz aus vorangeschoben. Ob die Brücke eine Lärmschutzwand erhält, ist wegen der Windverhältnisse noch nicht geklärt.