Der Tourismus ist für die Gemeinde Castell sehr wichtig. Der Gemeinderat hatte dazu am Montagabend Simone Göbel vom Landratsamt Kitzingen eingeladen. Im Auftrag des Regionalmanagements Kitzinger Land erläuterte sie ausführlich das Projekt "Traumtour", spezifisch zugeschnitten für die Gemeinde Castell.
Ein Wanderexperte hatte alle existierenden Wanderwege abgelaufen, deren Zustände gemeldet und eventuelle Verbesserungen vorgeschlagen. Sehr wichtig sind dabei die Markierungen, schließlich soll sich niemand auf den fünf bis fünfzehn Kilometer langen Routen verlaufen.
Damit es sich auch wirklich um Naturwege handelt, sind im Höchstfall bis zu 30 Prozent Asphalt und Schotter als Straßenbelag erlaubt. Selbstverständlich sollten die Wanderer an interessanten Aussichtspunkten vor-beikommen.
"Hier hat die Gegend um Castell ja einiges zu bieten", sagte Göbel.

Das Projekt wird von "Leader" mit 5700 Euro gefördert. Auf die Gemeinde Castell kommen Kosten von rund 7900 Euro zu. Wobei Bürgermeister Jochen Kramer Hoffnung auf finanzielle Unterstützung hofft.

"Nicht nur die EU, auch der Steiger-waldklub und der Heimatverein machen da bestimmt mit", meinte er. Spontan meldete sich auch eine Bürgerin zu Wort: "Alle nötigen Bänke zahle ich", versicherte Dr. Hedda Gercke. Ihr Angebot bekam sofort Applaus vom Gemeinderat.
Das nötige Marketing der zertifizierten Wanderwege wird umfangreich vom Landratsamt übernommen. Dabei beschränkt man sich nicht nur auf die traditionellen Mittel wie Broschüren, Plakate, Aufkleber, Anzeigen in der Presse und auf Outdoorplattformen im Internet. Es wird eine eigene Internetseite geben mit den ausführlichsten Informationen. Zur Sensibilisierung der jüngeren Wanderfreunde wird eine betreffende App eingeführt, die alle Infos und Wege auf dem Handy anzeigt.

"Dies ist nur der Anfang eines ehrgeizigen Projektes, Dörfer und  Gemeinden der Region Kitzingen bundesweit und gar europaweit bekannt zu machen", meinte Göbel.

Dazu wird es noch einige Workshops geben und später auch spezifische Veranstaltungen, damit die Leistungsträger des Tourismus im Landkreis entsprechend involviert werden. "Wir müssen Voraussetzungen schaffen. Dann kommen auch die Touristen. Sie brauchen ein Wohlfühlgefühl im Ort", meinte Bürgermeister Kramer. Am Ende der Diskussion gab es dann auch den ersehnten einstimmigen Beschluss.
Das Thema Tourismus war damit noch nicht abgeschlossen. Die Gemeinderäte bekamen eine Broschüre mit nach Hause. Es ging darin um den Dorfwettbewerb des Landratsamtes "Unser Dorf hat Zukunft - Unser Dorf soll schöner werden". Ein interessantes Angebot, das Sulzfeld und Sommerach in den letzten Jahren erfolgreich umgesetzt haben. "Jeder ist hier angesprochen und kann mithelfen, auch mit kleinen Schritten das Dorf zu verschönern, die Lokale und Läden gemütlicher und einladender zu gestalten, Gärten und Grünflächen optimal zu pflegen", meinte Kramer.