Corona-Todesfälle: Angesichts der nach wie vor enormen Infektionszahlen bleibt die Covid-19-Situation angespannt. Seit dem Beginn der Pandemie sind in Deutschland 59.776Corona-Infizierte gestorben. Allein in Bayern starben bisher 10.779 Menschen in Zusammenhang mit Covid-19 - mehr als 3600 davon kamen aus Franken (Stand: 04.02.2021, 00.00 Uhr; Quelle: RKI). Dabei taucht immer wieder die Unterscheidung zwischen "an" oder "mit" Corona verstorben auf. Doch was bedeutet diese Differenzierung genau? 

"In die Statistik des RKI gehen die Covid-19-Todesfälle ein, bei denen ein laborbestätigter Nachweis von SARS-CoV-2 (direkter Erregernachweis) vorliegt und die in Bezug auf diese Infektion verstorben sind", heißt es auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts. Das Risiko, an dem Virus zu sterben, sei bei Menschen mit Vorerkrankungen höher. In der Praxis sei es daher bei solchen Fällen schwierig zu unterscheiden, inwieweit die Infektion zum Tod beigetragen hat. 

RKI unterscheidet nicht zwischen "an" und "mit" Corona-Verstorbenen

Derzeit werden in der RKI-Statistik also sowohl Menschen erfasst, die unmittelbar an dem Virus verstorben sind, als auch Menschen mit Vorerkrankungen, die zum Zeitpunkt ihres Todes mit dem Coronavirus infiziert waren, bei denen sich aber die genaue Todesursache nicht abschließend nachweisen lässt. Die täglich übermittelten Infektionszahlen des RKI umfassen also alle im Zusammenhang mit Corona verstorbenen Personen - egal, welche der beiden Möglichkeiten zutrifft. 

Generell entscheiden die Gesundheitsämter selbst, ob ein Fall "als verstorben an" beziehungsweise "als verstorben mit" an das RKI übermittelt wird. Beide Varianten müssen jedoch an das RKI übermittelt werden. Das liegt am Paragraf 6 des Infektionsschutzgesetzes. Dieser besagt, dass alle Todesfälle im Bezug auf das Coronavirus gemeldet werden müssen, egal ob der Patient "mit" oder "an" Corona verstorben ist. 

Laut dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit liegen bei 91 Prozent der gemeldeten Corona-Fälle Informationen zur Todesursache vor, von denen wiederum 88 Prozent an Corona und 12 Prozent an einer anderen Ursache verstorben sind. 

Verstorbene Infizierte: Landratsamt Hof differenziert bei Todesursache

Es liegt nun im eigenen Ermessen jedes Gesundheitsamts, ob die Unterscheidung angegeben wird oder nicht. Dafür gibt es verschiedenen Gründe. "Wir unterscheiden zwischen ,an' und ,mit Corona verstorben', weil es öfter Nachfragen gab", sagt Stefanie Schulze, Pressesprecherin des Landratsamts Hof, inFranken.de. "Immer öfter fragten Pressevertreter nach, ob ein Patient mit oder an dem Virus verstorben sei, deswegen haben wir uns dazu entschieden, diese Unterscheidung anzugeben." 

FFP2-Masken bei Amazon anschauen

Das Hofer Gesundheitsamt unterscheidet demnach anhand der jeweiligen Symptomatik der Verstorbenen. Liegen "typische Corona-Symptome" vor, werde der Verstorbene als "an Corona verstorben" erfasst. Liegen keinerlei Symptome, aber ein positives Testergebnis vor, werde die Person als "mit Corona verstorben" eingestuft. "Wir beurteilen nach fachlichen Kriterien und treffen eine Einschätzung", erklärt Schulze. "Eine Obduktion findet in der Regel nicht statt."

Frank Förtsch, Pressereferent des Landratsamts Bamberg, hingegen erklärt gegenüber inFranken.de: "Wir unterscheiden nicht, sondern geben die Zahlen zusammengefasst an." Es sei oft schwer zu ermitteln, woran ein Patient genau verstorben ist. "Ob Corona zu 100 Prozent oder nur zu 80 Prozent der Auslöser war, ist nicht immer feststellbar", so Förtsch. Gerade bei Menschen mit Vorerkrankungen sei das leider schwierig. 

Corona-Infektion durch Obduktion nachweisbar

Eine Corona-Infektion kann bei Verstorbenen auch nach dem Tod mit einer Obduktion festgestellt werden. Das RKI weist aber darauf hin, dass eine innere Leichenschau, Autopsien oder andere aerosolproduzierenden Maßnahmen vermieden werden sollten, da auch tote Infizierte als ansteckend betrachtet werden.

Das Nürnberger Krematorium kann die hohe Zahl an Toten unterdessen kaum noch bewältigen. Verstorbene müssen in Kühlcontainern gelagert werden. Der Friedhof-Chef spricht von "Bergen von Leichen".

 

*Hinweis: In der Redaktion sind wir immer auf der Suche nach nützlichen Produkten für unsere Leser. Es handelt sich bei den in diesem Artikel bereitgestellten und mit einem Einkaufswagen-Symbol beziehungsweise einem Sternchen gekennzeichneten Links um sogenannte Affiliate-Links/Werbelinks. Wenn Sie auf einen dieser Links klicken und darüber einkaufen, bekommen wir eine Provision vom Händler. Für Sie ändert sich dadurch nichts am Preis. Unsere redaktionelle Berichterstattung ist grundsätzlich unabhängig vom Bestehen oder der Höhe einer Provision.