Von Ex-Polizist aus Franken überlistet: Haft für Drahtzieher von Betrügernetzwerk

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Hof: Haftstrafe für Betrüger - nach filmreifer Aktion von Ex-Polizist
Der Drahtzieher eines Betrügernetzwerks packte vor dem Landgericht Hof aus. Rechts Gottfried Burri.
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News5/Stephan Fricke; Collage: inFranken.de
Der Drahtzieher eines Betrügernetzwerks packte vor dem Landgericht Hof aus.
Hof: Haftstrafe für Betrüger - Geschichte sorgte für Schlagzeilen
NEWS5 / Stephan Fricke (NEWS5)

Im Prozess gegen den Strippenzieher einer Reihe von Callcenterbetrügen ist das Urteil gefallen. Der Angeklagte muss in Haft - und sagte gegen seine Komplizen aus.

Es war eine Geschichte, die im vergangenen Jahr deutschlandweit für Schlagzeilen sorgte: Im oberfränkischen Hof nehmen Trickbetrüger im November 2025 einen Senioren ins Visier - geraten dabei aber an den Falschen. Als ehemaliger Polizist ist ihr vermeintliches Opfer, der 71-jährige Gottfried Burri, nämlich ein echter Profi im Umgang mit Verbrechern, dessen Instinkte offenbar auch in der Rente nicht eingerostet sind.

Kurzerhand dreht der Hofer den Spieß um und lockt die Betrüger, die ihn per Schockanruf zur Herausgabe seiner Wertsachen bewegen wollen, in eine Falle. Wie bei derartigen Maschen üblich, erscheint nach einiger Zeit ein Mann an Burris Haustür, um die Wertgegenstände als angebliche Schutzmaßnahme vor Einbrechern mitzunehmen. Statt Schmuck und Bargeld holt sich der Mann aber einen Angriff des Rentners mit einem Stock ab und wird letztlich von der Polizei festgenommen. Jetzt, einige Monate später, ist das Urteil im Prozess gegen einen der Strippenzieher des Schockanruf-Netzwerks gefallen.

Urteil am Landgericht Hof - mehr als drei Jahre Haft für Trickbetrüger

Nachdem der 21-jährige Geldabholer, den Burri im November überwältigt hatte, bereits zuvor gerichtlich zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden war, musste sich nun auch sein Auftraggeber verantworten. Wie die Nachrichtenagentur News5 berichtet, verurteilte das Landgericht Hof den Angeklagten am Mittwoch (5. August 2026) zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und acht Monaten. Ihm wird vorgeworfen, Geldabholer in Deutschland eingesetzt und das eingesammelte Geld übernommen zu haben.

Der Angeklagte legte vor Gericht ein Geständnis ab und verriet dabei weitere Mitglieder des Netzwerks - ein wichtiger Schritt für die immer noch andauernden Ermittlungen der Polizei. Auch die gerichtliche Aufarbeitung ist mit der Verurteilung des Strippenziehers nicht beendet, denn im Zusammenhang mit dem Betrügernetzwerk sind noch weitere Gerichtstermine anberaumt. Bei der Verurteilung des Drahtziehers saß auch der Mann im Gerichtssaal, der den Stein überhaupt erst ins Rollen gebracht hatte. Gegenüber News5 ließ Gottfried Burri sein Husarenstück im Vorfeld der Urteilsverkündung noch einmal Revue passieren: "Das war natürlich eine schöne Geschichte für mich. Wann erlebt man so was schon mal?"

Die Taten der Betrüger bezeichnete er als "unbegreiflich" und forderte die "Höchststrafe". Auch wenn den Ermittlern der Polizei dank ihres ehemaligen Kollegen ein schwerer Schlag gegen das Netzwerk des nun verurteilten Drahtziehers gelungen ist, treiben andere Betrüger-Banden immer noch ihr Unwesen. Erst in dieser Woche fiel ein Kronacher Senior einer perfiden Masche zum Opfer - anders als bei Gottfried Burri entkam der Geldabholer hier unerkannt.