"Finanzielle Lage ist ernst": Fränkischer Landkreis ergreift drastische Maßnahme

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Landkreis Forchheim mit drastischer Maßnahme - "finanzielle Lage ist ernst"
Blick auf das Landratsamt. Der Landkreis Forchheim liegt derzeit 30 Prozent unter den geplanten Einnahmen aus der Verwaltungsarbeit.
Landkreis Forchheim mit drastischer Maßnahme - "finanzielle Lage ist ernst"

Der Landkreis Forchheim befindet sich derzeit in einer finanziell äußerst angespannten Lage. Da keine eigenen Mittel mehr verfügbar sind, gilt bis auf Weiteres eine Haushaltssperre.

Der Landkreis Forchheim hat eine Haushaltssperre verhängt. Das teilte das Landratsamt in einer Pressemeldung mit. Die finanzielle Lage sei momentan angespannt: Die Einnahmen fallen wesentlich schlechter aus als ursprünglich erwartet und zugleich übersteigen die Ausgaben die geplanten Summen, heißt es. Dem Landkreis stehen aus diesem Grund aktuell keine eigenen Gelder mehr für laufende Zahlungen zur Verfügung. Eine schnelle Verbesserung der Finanzlage sei momentan nicht in Sicht.

"Wir stehen finanziell vor einer außergewöhnlichen Herausforderung. Deshalb müssen wir jetzt handeln und unsere Ausgaben konsequent auf das konzentrieren, was notwendig und unabweisbar ist. Die Haushaltssperre ist ein notwendiger Schritt, um die Zahlungsfähigkeit des Landkreises zu sichern und einer weiteren Verschärfung der Situation entgegenzuwirken", wird Landrat Hanngörg Zimmermann (Freie Wähler) in der am Montag (21. September 2026) veröffentlichten Verlautbarung zitiert. So reagieren Parteien auf die Haushaltssperre (PLUS-Angebot).

Trotz Haushaltssperre im Landkreis Forchheim: Arbeit der Verwaltung bleibt bestehen

Der Landkreis Forchheim erhält derzeit rund 30 Prozent weniger Einnahmen aus der Verwaltungsarbeit als geplant, wie es in der Mitteilung heißt. Bei Investitionen lägen die Einzahlungen etwa 77 Prozent unter dem erwarteten Wert. Schon bei der Verabschiedung des Haushaltsplans für das Jahr 2026 mit einer Erhöhung der Kreisumlage um 9,9 Prozentpunkte sei klar geworden, dass die Ausgaben im Bereich Jugend- und Sozialhilfe stark steigen würden. Inzwischen zeigt sich, dass die geplanten Erhöhungen bis zum Jahresende vermutlich nicht genügen werden, so das Landratsamt Forchheim. Besonders problematisch sei die Liquidität – der Landkreis habe keine eigenen flüssigen Mittel mehr.

Die Haushaltssperre bedeutet jedoch nicht, dass die Arbeit der Verwaltung stillsteht. Gesetzliche Aufgaben, der normale Dienstbetrieb und die Funktionsfähigkeit des Landkreises bleiben weiterhin gewährleistet. "Wir werden unsere gesetzlichen und notwendigen Aufgaben weiterhin erfüllen. Gleichzeitig müssen wir bei allen anderen Ausgaben sehr genau prüfen, ob sie tatsächlich jetzt erforderlich sind oder ob sie verschoben, reduziert oder zunächst zurückgestellt werden können", so Zimmermann weiter.

Seit Montag (21. September 2026) gelten im Landratsamt zusätzliche Regeln für den Umgang mit Geldern. Für Ausgaben unter 1500 Euro müssen die Verantwortlichen besonders darauf achten, ob diese wirklich unverzichtbar sind. Für alle Ausgaben, die darüber liegen, sowie für Investitionen – unabhängig von der Höhe – sei vorab ein Antrag auf Freigabe der Mittel nötig. Bei diesen Entscheidungen werde insbesondere geprüft, ob es eine rechtliche Verpflichtung gebe, die Maßnahme dringend notwendig sei oder aus anderen Gründen sofort umgesetzt werden müsse. Pflichtausgaben, die vom Bund oder dem Land vorgeschrieben sind, wie etwa Sozialleistungen, seien von der Haushaltssperre ausgenommen.

Landrat versichert: Maßnahme hat "keine Auswirkungen auf die Arbeitsplätze"

Landrat Zimmermann betont, dass diese Maßnahme keine Auswirkungen auf die Arbeitsplätze der Mitarbeitenden hat. "Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen sich aufgrund der Haushaltssperre keine Sorgen um ihren Arbeitsplatz machen. Gerade in einer finanziell schwierigen Situation brauchen wir eine leistungsfähige Verwaltung und die Erfahrung und das Engagement unserer Beschäftigten", wird er in der Meldung zitiert.

Die finanzielle Entwicklung werde in den kommenden Wochen genau beobachtet. Sollte sich die Lage verbessern, können die Maßnahmen angepasst oder ganz aufgehoben werden, heißt es. "Die finanzielle Lage des Landkreises ist ernst. Wir müssen das klar benennen und entsprechend handeln. Gleichzeitig ist die Haushaltssperre ein Instrument, mit dem wir aktiv gegensteuern können. Jetzt kommt es darauf an, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen, Prioritäten zu setzen und unsere finanziellen Spielräume mit Augenmaß einzusetzen", sagt Hanngörg Zimmermann.

Auch in Nürnberg musste vor rund einem Monat mittels Haushaltssperre auf akute Finanznot reagiert werden. Weitere Nachrichten aus Forchheim und der Umgebung liest du in unserem Lokalressort.