Sieben Wohnmobile stehen aktuell auf dem Stellplatz zwischen Stadtmauer und früherem Bahndamm. Weil der aber zwischenzeitlich abgetragen wurde, fehlte es am Ambiente. Finden zumindest der Vorsitzende der Tourismus- und Werbegemeinschaft (TWG), Günter Dietz, und der Fremdenverkehrsreferent im Stadtrat, Bernd Ebert. Und sie fürchten einen Verlust an Attraktivität, wenn demnächst der Baustellenlärm vom neuen Hallenbad, der Realschulerweiterung und dem Mensa-Bau herüber dröhnt.

An Baustelle interessiert

Eine Sorge, die Bürgermeister Robert Herrmann (CSU) nicht teilt, wie bei einem Ortstermin des städtischen Bauausschusses am Mittwochabend deutlich wurde. "Ich glaube nicht, dass sich die Wohnmobilisten an den Baustellen stören. Als der Bahndamm abgetragen wurde, hat sich keiner beschwert. Im Gegenteil: Die haben voller Interesse den Fortgang der Arbeiten beobachtet.
Und damit ist der größte Lärm schon vorbei."

Weiter gab der Bürgermeister zu bedenken, dass durch den geplanten Mensa-Bau zwischen Grundschul-Turnhalle und Realschule der Wohnmobilstellplatz wieder abgeschirmt werde. Einen Zeitpunkt, wann dieses Projekt umgesetzt werden soll, nannte Herrmann aber nicht.

Er bat darum, wegen der Neubauten keine Horror-Szenarien herauf zu beschwören, sondern als Chance zu sehen, auch wenn "es Geräusche geben sollte". "Dadurch kommen ja auch Aufträge in die Stadt", sagte der Bürgermeister und meinte damit den Geschäftsmann Günter Dietz.

Trotz seiner Vorbehalte deutete das Stadtoberhaupt aber Kompromissbereitschaft an. "Wie wäre eine bessere Abschirmung möglich?"

Die Antwort hatten Dietz und Bauamtsleiter Martin Lang bereits bei einer früheren Besprechung gefunden: ein rund zwei Meter hoher Holzzaun. Günter Dietz: "Wir wollen ein Problem verhindern, ehe es entsteht. Unser Wunsch, die beschlossene Bepflanzung vorzuziehen, lässt sich wegen des Baumaschinen-Einsatzes nicht verwirklichen."

Dietz und Bernd Ebert fürchteten, dass es "sehr schnell geht, wenn Beschwerden kommen, dass niemand mehr zu uns kommt". Dietz: "Die Leute fühlen sich unwohl und wie auf dem Präsentierteller."

Flair geht verloren

Ein Holzzaun stelle einen Aufwand mit überschaubarer Größenordnung dar. "Wir wollen doch nicht, dass unseren Besuchern die heimelige Atmosphäre, die sie bisher so schätzten, verloren geht. Oder dass wir das Top-Platz-Gütesiegel verlieren," fürchtete Dietz. "Da spielen ganz andere Faktoren eine Rolle", erwiderte der Bürgermeister, der dennoch dafür plädierte, dass "wir die 5500 Euro für die Holzwand mit Fichtenbretter in die Hand nehmen, wobei die Frage einer Beteiligung der TWG noch im Raum steht".

Rund 60 Meter lang wird das Provisorium, rechnete Bauamtsleiter Lang vor, womit die Schallübertragung aber nicht eingedämmt werde, wie er zu bedenken gab. "Die Wand soll auch nicht auf Dauer stehen bleiben, denn aus städtebaulicher Sicht ist es besser, sie später wieder abzubauen."

Harald Pascher (FDP) hakte nach, ob nicht generell eine Lärmschutzwand vorteilhafter wäre? "Die müsste ja viel höher und damit teurer werden. Das kostet dann gleich Zigtausende", hielt ihm Robert Herrmann entgegen. Martin Lang teilte diese Bedenken: "Eine 4,50 Meter hohe Wand können wir nicht vertreten und da geht auch die Regierung nicht mit." - "Und wir fliegen aus der Förderung raus", fürchtete sein Chef.
Letztlich wurde der Zaunbau einstimmig genehmigt.

Arbeiten in Frauengrundhalle

Der 50. Geburtstag einer Geschäftsfrau, der am vergangenen Wochenende in der Frauengrundhalle von einer großen Festgesellschaft gefeiert wurde, war vorerst die letzte Veranstaltung im großen Veranstaltungssaal der Stadt. Schwere Gerüste füllen mittlerweile den Raum. Die Decke wird gemäß den Anforderungen der Versammlungsstätten-Verordnung neu gestaltet und damit auch die Akustik verbessert.

Wer dennoch feiern will, dem steht eine Alternative zur Verfügung: Der kleine Saal ist fertig, wovon sich der Bauausschuss bei seinen Ortsterminen am Mittwoch überzeugte. Die einstige Geng-Kantine wurde komplett ausgeräumt, eine neue Küchenzeile eingebaut. "Jetzt können wir Interessenten flexible Angebote unterbreiten", freute sich Bürgermeister Herrmann, der auf den positiven Effekt hinwies, dass über einen Eingang zwei Säle und die gemeinsamen Toiletten nutzbar sind.

Kinderspielplatz angeregt

Dieter Gerstenkorn (CSU) regte noch an, dass eine Schaukel und eine Rutsche im Freigelände vorgesehen werden sollten, weil "dies bei Familienfeiern bestimmt gut ankommt".

Weiter ging es mit den Bauarbeiten im einstigen Kasernen-Areal: Nach der Insolvenz der ersten Firma wurde nun eine Nachfolgerin für die Sanierung der Kanalleitungen gefunden. "Wir haben ein Jahr verloren, weil die erste Firma die Grätsche gemacht hat", blickte der Bürgermeister zurück. Nach zum Teil schwierigen Verhandlungen erklärte sich die Bundesanstalt für Immobilienfragen (Bima) dennoch bereit, 50 Prozent der Kosten zu übernehmen. "Deswegen mussten wir ein paar Mal nach Berlin fahren."

Wie Diplom-Ingenieur Winfried Lamberty erklärte, erfolge zunächst der Austausch von Rohren in offener Grabenbauweise, was rund 410 000 Euro kosten wird. "Damit wollen wir im Juli fertig sein", so Lamberty. Gleichzeitig würden auch defekte Wasserschieber ausgetauscht, wodurch sich die Wasserverluste schon spürbar verringerten. Danach seien Sanierungen im Inlinerverfahren und sonstige Bauwerke an der Reihe. Die Frage nach dem Dichtigkeitsnachweis stellte der Bürgermeister. "Das wäre bei den offenen Gräben sinnvoll", sagte Bauamtsleiter Lang, ansonsten müsse sich der neue Stadtrat damit befassen.

Akademie noch kein Thema

Zu einem anderen "Kasernen-Projekt", der bei einer CSU-Wahlkampfveranstaltung vorgestellten Idee für eine Medien-Akademie der FairPlay-Stiftung aus Berlin in Kooperation mit den Wagner-Festspielen in Bayreuth, sagte der Bürgermeister auf Anfrage, dass "städtische Gremien damit noch nicht befasst waren". Herrmann: "Ich wäre froh, wenn so etwas käme."

In Bramberg ging es um einen Zaun am Feuerlöschteich, da Anlieger befürchten, dass Kinder vom nahen Bolzplatz ins Wasser stürzen könnten. "Ein Zaun allein ist nicht zielführend, weil der Teich ab und zu überläuft", sagte Bauamtsleiter Lang dazu. Erst müsse die Überlaufschwelle neu definiert werden und der Teich ausgebaggert werden. Dies sei aber erst nach 2014 möglich, weil der Teich so lange noch als Fischgewässer verpachtet ist, und "wir deswegen nicht einfach mit dem Bagger reinlangen können".

Grundsätzlich sei ein Zaun aber richtig, meinte der Bürgermeister auf die Frage von Manfred Fausten (CSU), wer den hafte, wenn da jemand reinfällt?

An der Zufahrt zum Bramberger Hof ging es um den schlechten Straßenzustand. Und nicht nur die Teerbrocken stellen ein Problem dar. "Der Grund gehört zwar durch die Staatsstraße dem Freistaat, aber weil es ein landwirtschaftlicher Feldweg ist, sind wir für den Unterhalt zuständig", gab der Bürgermeister juristische Nachhilfe.

Und damit gilt der Grundsatz, dass solche Arbeiten von den örtlichen Gemeinschaften übernommen werden.
"Wir können's auch machen, dann werden 75 Prozent der Kosten umgelegt. Andersherum wäre es besser. Die Jagdgenossenschaft nimmt das in Hand und wir zahlen 25 Prozent dazu. " Deswegen sollten sich die Jagdgenossenschaft und der einzige Anlieger untereinander abstimmen.

Ein noch aufwendigeres Verfahren wäre das Herrichten über den Landkreis, dessen Straße ebenfalls angrenzt.
"Die machen das, stellen es dann aber der Stadt in Rechnung und wir müssen das dann wieder weitergeben", meinte Martin Lang.

Getestet wurde noch ein neuer 13,5-Tonnen-Laster mit Kranaufsatz für den Bauhof. Dazu wurde ein vergleichbares Modell des Breitengüßbacher Bauhofes gezeigt, das sich laut Bauhofleiter Christian Nüßlein als "Super-Fahrzeug, das sich durch seinen Wendigkeit und die hintere Luftachse, die sich selbst federt", auszeichnet.

Von der Post lag ein Antrag vor, Parkplätze gegenüber der Ausfahrt am Friedhof zu sperren, weil die großen Laster nur mit Mühen in die Bahnhofstraße einfahren könnten. Deswegen sollen zwischen 7 und 10 Uhr drei oder vier Stellplätze nicht mehr genutzt werden dürfen.