Um die Nachfolge des vor Monaten zurückgetretenen Karlheinz Denninger (Gemeinwohl) bewerben sich dessen Sohn Jörg (42, Gemeinwohl) und Hermann Niediek (50, CSU). Beide eint ein Ziel: die Wogen glätten, die im Vorfeld und im Zusammenhang mit dem Rücktritt des Bürgermeisters zu Spannungen innerhalb der Einwohnerschaft und im Marktgemeinderat geführt hatten. Wir haben beide Kandidaten nach ihren Zielen befragt.

"Ich werde keine Denkmäler bauen, die der Bürger nicht mit trägt", verspricht der gebürtige Westfale Niediek, der im Frankenland längst eine neue Heimat gefunden und einen florierenden Geflügelhof in Birkach aufgebaut hat. "Ich will das Zusammenwachsen der Gemeindeteile, den Wiederaufbau des Vertrauens in die Gemeindepolitik bei den Bürgern und die Verbesserung der Informationspolitik im Rat und gegenüber den Bürgern vorantreiben.
Ich habe eigene Standpunkte und Ideen, werde aber die Bürger bei der Entscheidungsfindung bei größeren Projekten einbeziehen", sagte der Politiker, der seit zehn Jahren der CSU angehört und zuletzt als Dritter Bürgermeister fungierte.

Einen Ansatz zu mehr Gemeinsamkeit sieht Niediek allein in der Tatsache, dass sich CSU, SPD, Hohnhäuser Liste, Gruppe "Bürgerwohl" und freie Kandidaten zur "Gemeinsamen Liste Burgpreppach" zusammen getan haben, die seine Kandidatur unterstützt. Bislang lag da manches im Argen. Er wolle mit einer offenen Informationspolitik wieder Vertrauen schaffen.

Vorhandene Infrastrukturen erhalten und ausbauen, die notwendig seien, um die Menschen in der Gemeinde zu halten und Neubürger zu gewinnen, nennt der dreifache Vater als weitere Ziele.
Dazu zählt er den Erhalt des Kindergartens und der Grundschule, für die die Sanierung der Schulsportanlage nicht mehr länger aufschiebbar ist.

Niediek; "Dies alles plane ich in enger Zusammenarbeit mit der Hofheimer Allianz, meinem Netzwerk von politischen Freunden auf höheren Ebenen, den Firmen, den Vereinen sowie der Bevölkerung. Wir müssen den Jugendlichen eine Plattform bieten, die sie nach der Schulausbildung hier wohnen bleiben lässt, auch wenn sie auswärts arbeiten."

Da Vereine einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft leisten, müssten sie ideell und finanziell unterstützt werden. "Die Verantwortlichen in den Vereinen müssen die Gewissheit haben, dass ihre Arbeit anerkannt wird. Die Zusammenarbeit der Vereine untereinander muss gefördert werden", meint Niediek, der die Politik ebenso zu seinen Hobbys zählt wie das Angeln.

Attraktivität erhalten
Das sieht Jörg Denninger ähnlich. Der gelernte Diplom-Ingenieur, der seit 2003 als selbstständiger Bauspar- und Versicherungskaufmann tätig ist möchte dem demographischen Wandel begegnen, wozu Arbeitsplätze vor Ort wichtig seien. "Das Ziel ist, den jüngeren Mitbürgern Lebensumstände zu bieten, die ihr Verbleiben in der Heimatgemeinde unterstützen. Gleichzeitig muss die Gemeinde auch attraktiv für Menschen sein, die sich bei uns niederlassen möchten."

Aus seiner sechsjährigen Zugehörigkeit zum Marktgemeinderat weiß Denninger, dass die gemeindlichen Pflichtaufgaben, wie Trinkwasserverbesserung und Abwasserbeseitigung, bereits durchgeführt wurden oder schon weit fortgeschritten sind. "Kindergarten und Kinderkrippe wurden mit gemeindlichen Zuschüssen um- oder neu gebaut, der Erhalt der Grundschule ist laut Aussage von Ulrike Brech vom Schulamt gesichert. Auf diesen Grundlagen möchte ich aufbauen."

Finanziell Balance halten
Neue Projekte, auf die sich Denninger konzentrieren möchte, sind Dorferneuerungsmaßnahmen in allen Ortsteilen. "Die Weiterentwicklung der Dörfer ist mir eine Herzensangelegenheit", bekennt der Ibinder. "Welche Maßnahmen angegangen werden, entscheidet der Gemeinderat in Abstimmung mit den Bürgern. Diese Projekte zu begleiten ist mein persönliches Ziel." Eine Einschränkung macht der Kandidat, der keiner Partei angehört, jedoch: "Der finanzielle Rahmen darf nicht gesprengt werden. Die Balance zwischen Investitionen und Schuldenabbau muss gehalten werden."

Als wichtigen Bestandteil der Gemeinschaft betrachtet auch Denninger die Vereine. "Die sind wichtig für das Dorfleben. Es wird Jugendarbeit gemacht, und Bräuche werden gepflegt. Ohne Vereine gibt es keine intakte Dorfgemeinschaft. Bei uns sind etliche Vereine in gemeindeeigenen Häusern beheimatet. Das heißt, die Gemeine unterstützt die ortsansässigen Vereine. Bei unseren Kirchweih- und Weihnachtsmärkten sorgen Vereine für die Bewirtung der Besucher. Damit erschließen sie sich Einkommensquellen. Als Bürgermeister würde ich diese Regelungen gerne fortsetzen", versichert der begeisterte Sportler, der Skilanglauf, Radfahren, Bergwandern und Fußball zu seinen Hobbys zählt.