Dass Hans Ullrich das vergangene Wochenende nicht im Liegestuhl oder beim Spaziergang verbrachte, sondern beim Probenwochenende in der Turnhalle in Augsfeld, daran sind seine Enkel "schuld". Eigentlich hatte der 64-Jährige sein Tenorhorn schon an den Nagel gehängt, "aber jetzt hab' ich mir tatsächlich noch mal ein neues Instrument gekauft", sagt der Opa, der am Samstag, 16. April, mit seinen beiden Enkelkindern und weiteren 27 "Augsfelder Musikanten" den sechsten Augsfelder Blasmusik-Abend gestalten wird.


Mit Kirchenmusik begann's

"Die Augsfelder Musikanten" haben ihre Anfänge in einer reinen Kirchenmusikkapelle und machten in den vergangenen Jahren eine tolle Entwicklung hin zu einem Orchester, das sein Publikum in der Region mit konzertanter Blasmusik begeistert.
Seit sechs Jahren gestalten sie in Augsfeld neben dem Weihnachtskonzert auch einen Blasmusik-Abend im Frühling, bei dem es vor allem sehr böhmisch klingt.


Intensives "Training"

Damit sie den großen Namen hinter den Stücken auch gerecht werden, dafür proben die Augsfelder seit Wochen - und am Probenwochenende zwei Tage lang auch mit externen Dirigenten. So erarbeitete Rudi Fischer am Samstag die Feinheiten einiger Stücke mit dem Orchester. "Di-Di-pappa - ganz elegant", so ging er Passage für Passage mit einzelnen Instrumenten durch. "War schö bis dahin" ist ein kurzes Zwischen-Lob und dann geht es ganz konzentriert an die nächste Passage.
Rudi Fischer ist Dirigent der Hergolshäuser Blasmusik, seit 35 Jahren aktiv und gilt als Spezialist für böhmische Blasmusik. In diesem Stil komponiert er auch eigene Stücke.
Hochkonzentriert dabei sind auch Opa Hans Ullrich und seine Enkelkinder, die 17-jährige Nina Hacker und ihr zwölfjähriger Bruder Nils. Nina spielt schon seit Jahren Klarinette bei den Augsfeldern. Sie hat den Opa vor sechs Jahren gefragt, "ob ich mal aushelfen könnte. Jetzt helf ich halt schon im sechsten Jahr aus", grinst er.
Seit dann auch Enkel Nils neben dem Fußball auch seine Liebe zur Blasmusik entdeckte, ist der Opa mit neuem Schwung wieder dabei. Nils spielt heuer zum ersten Mal im Konzert als Trompeter mit "und sein Eifer in der Vorbereitung auf das große Orchester hat mich ganz neu angesteckt", gesteht der Opa.
Zu Hause ist Hausmusik an der Tagesordnung - vor allem, wenn runde Geburtstage anstehen wie demnächst. Dann tritt das familieneigene Trio an. Und Nils kommt auch zum Opa nach Goßmannsdorf zum gemeinsamen Musizieren.
Dem Konzertauftritt am Samstag fiebert Nils entgegen, aber er fühlt sich gut gewappnet. Ein eigenes Nachwuchsorchester haben die Augsfelder Musikanten mangels Masse nicht, für interessierte Jungmusiker gibt es Einzelunterricht. Hubert Müller, Vorsitzender der Augsfelder Musikanten, freut sich über jeden "Neuen" und vermittelt Interessenten gerne an fähige Musiklehrer. Informationen für interessierte Nachwuchsmusiker gibt es außerdem bei Hubert Müller, Telefon 09521/7080.
"Nachwuchswerbung ist natürlich auch bei uns ein Thema", erklärt er. Das Ergebnis ihrer intensiven Probenarbeit präsentieren die Augsfelder beim Blasmusikabend am Samstag, 16. April, ab 19.30 Uhr in der Turnhalle in Augsfeld.