Die ersten drei Kantaten des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach erklangen beim Adventskonzert in der Magdalenenkirche. Und die Zuhörer bewunderten dabei die Sänger aus Haßfurt und Ebelsbach, die auch der Ebelsbacher Kinderchor unterstützte.

So schwelgte man in den feierlichen Eröffnungs- und Schlusschören, hörte die neutestamentliche Weihnachtsgeschichte in Rezitativen und genoss Weihnachtschoräle und Arien der Solisten.

Besondere "Komposition"

Johann Sebastian Bach komponierte das Weihnachtsoratoriums nur zum Teil neu. Viele Chöre und Arien entnahm er weltlichen Werken, die er schon früher geschrieben hatte. Ob der da manchmal die künftige Verwendung schon im Blick hatte?

Vom Weltlichen zum Himmlischen

So stammt "Jauchzet, frohlocket" direkt aus einer Glückwunschkantate für das sächsische Herrscherhaus ("Tönet, ihr Pauken! Erschallet, Trompeten!"). Etliche Choraltexte gehen auf Paul Gerhardt (1607-1676) zurück. Vorhandene Stücke mit anderen Texten wieder zu verwenden, war zu Bachs Zeit Usus.

Schließlich glaubte man an die Einheit aller Musik, und man nahm Bezug auf einen "Kanon der Affekte". Das Oratorium orientiert sich an der liturgischen Ordnung. Dem festlichen Eingangschor folgen Bibelwort als Lesung, eine Betrachtung (Rezitativ), Gebet (Arie), und schließlich antwortet der Choral (die Gemeinde).

Beschreibt der erste Teil die Freude über die Ankunft Christi, so erzählt der zweite Teil von der Verkündigung der Geburt Jesu durch die Engel an die Hirten. In der Sinfonia symbolisieren Streichinstrumente und Flöten die Engels, Oboen bilden die Hirten ab.

Der dritte Teil schildert die Anbetung durch die Hirten. Die Freude der Hirten, die der Majestät Gottes huldigen, hebt der strahlende Klang von Trompeten und Pauken eindrucksvoll hervor.

Der Ebelsbacher Jugendchor trat mit vier Stücken auf. Die Zuhörer freuten sich über die frischen Stimmen und den Mut der Jugendlichen. Diese sangen "Maranatha", "In der Nacht von Bethlehem", "The Lighthouse", "Mitten in der Nacht".