Die Aussage von Systemlieferanten in der Automobilindustrie, dass eine globale Ausrichtung für eine langfristige Partnerschaft unerlässlich ist, gibt es seit vielen Jahren, heißt es in einer Presseerklärung der Unternehmens. Vor allem mangelnde Lieferflexibilität und hohe Kosten für Logistik durch lange Transportwege würden hier immer zum Vorwurf gemacht und seien schon in Anbetracht der stetig steigenden Preise bei Speditionen nicht von der Hand zu weisen.

Uniwell habe sich vor allem aufgrund seiner innovativen Produkte und einer ausgezeichneten Preisstrategie dieser Forderung lange entziehen können und hatte für den Unternehmensbereich der Glattschlauchproduktion bisher nur in Südafrika ein Werk.

"Nun musste," heißt es in der Mitteilung, " aber der vehementen Forderung eines unseres größten Kunden nachgegeben werden." Am Mittwoch, 24. Oktober , sei mit der Produktionsaufnahme in Senec der Wunsch der Kunden umgesetzt worden. Eine Produktionskapazität von ca. 15 Millionen Metern Schläuche pro Jahr werde geschaffen, respektive von Ebern in die Slowakei verlagert.

Die Slowakei an sich und die Stadt Senec (Bratislava ist nur 30 Kilometer entfernt) im Besonderen seien für Uniwell eine optimale Wahl, da von diesem Standort aus Kunden in Polen, Rumänien, Ukraine und in der Türkei zentral beliefert werden könnten.

Optionen für die Zukunft

Die Firma schreibt in ihrer Presseerklärung weiter: "Ein weiteres Entscheidungskriterium war die geplante Erweiterung des jetzigen Produktionsgebäudes. Bis Ende 2013 entstehen weitere 10 000 m² Produktionsfläche, "was uns für die Zukunft viele Optionen offen lässt." Verantwortlicher Geschäftsführer in Senec ist Tim Friedl.

Das im Jahr 1990 gegründete Unternehmen war 1997 von Hofheim nach Ebern übersiedelt und war stetig gewachsen. So kamen in den Jahren 2000 und 2001 Niederlassungen in Nordrhein Westfalen und Tschechien hinzu und die Produktionsflächen in Ebern wurden stetig erweitert. Die Mitarbeiterzahl wuchs auf zuletzt 180 Personen an. Im vergangenen Jahr, als Uniwell sich in der Slowakei das neue Standbein schuf, erreichte der Spezialist für Rohrsysteme einen Jahresumsatz von 32 Millionen Euro.

Kein Kommentar

Auf die Frage, ob sich die Verlagerung auf die Beschäftigtenzahl in Ebern auswirken wird und ob womöglich konkret Entlassungen geplant sind, wollte die Geschäftsführung nicht eingehen. Auch die Frage nach der Investitionssumme, der aktuellen Beschäftigtenzahl des Gesamtkonzerns und nach möglichen weiteren Verlagerungen ließ Firmenchef Helmuth Fischer unbeantwortet.