Richtig stinkig wurden Marieanne Baum und Robert Muckelbauer (beide CSU), weil ihre Anfrage unter Ausschluss der Öffentlichkeit behandelt werden sollte. Um was es dabei ging, wurde zwar gar nicht angesprochen, aber es muss um Widersprüche gegen die Beitragsbescheide gegangen sein, die zur Bezahlung der Kläranlage rausgegangen waren. Kosten von rund einer Million Euro werden umgelegt.

Juristisches Nachspiel?

Deswegen war auch Franz Ludwig Graf von Stauffenberg, mit einem dicken Leitzordner bewaffnet, unter den Zuhörern, der aber unverrichteter Dinge wieder abrücken musste. Im Gespräch mit unserer Zeitung schloss er deswegen juristische Schritte nicht aus. Mit Hinweis auf die Gemeindeordnung ist er der Überzeugung, dass auch nicht-öffentliche Beratungspunkte vorher bekannt gemacht werden müssen.
"Ansonsten sind alle gefassten Beschlüsse nichtig."

Seinen Informationen zufolge hatte die CSU-Fraktion eine Anfrage wegen anhängiger Widersprüche gestellt. In diesem Schreiben hatte Robert Muckelbauer als Unterzeichner eine mögliche Behandlungen der Fragen im nicht-öffentlichen Teil anklingen lassen.
"Daran habe ich mich gehalten", gab sich Bürgermeister Karl-Heinz Kandler (SPD) unschuldig. "Ich wollte es öffentlich behandeln."

Das gehe jetzt aber nicht mehr, weil das Thema nicht auf der Tagesordnung stand, beschied VG-Chef Roland Gehring. "Ich habe die Informationen dabei." Wegen der Beratung im nicht-öffentlichen Teil seien vorher auch keine Sitzungsunterlagen rausgegeben worden", ergänzte der Bürgermeister, der eine öffentliche Bekanntgabe in der nächsten Sitzung in Aussicht stellte. "Das ist dann kein Tagesordnungspunkt, sondern ein Information", ergänzte Gehring.

"Böse Unterstellung"

Als Kandler darauf verwies, dass für jedes Mitglied des Gemeinderates die Verschwiegenheitspflicht gelte, erbosten sich Baum und Muckelbauer über diese "böse Unterstellung".

Der Bauhof wird aufgerüstet: Bei der Sitzung am Dienstag ging es auch um den Kauf eines Pritschenwagens, der laut Gemeindearbeit Thomas Kempf für Zeitersparnis sorge, da er bei den Fahrten mit dem Bulldog zwei bis drei Stunden am Tag verliere. "Wir kommen hinten und vorne nicht nach", klagte Kempf, weil schon für die Überwachung der Kläranlagen von Kirchlauter und Pettstadt ihn jeden Tag mindestens eine Stunde beschäftige. Zum Einwand von Wolfgang Holzmann (SPD) "zwei Fahrzeuge und ein Führerschein, das funktioniert nicht", sagte Kempf: "Wir kommen um einen zweiten Mann sowieso nicht rum."

Was André Borschert (CSU) grübeln ließ: "Sollten wir nicht erst über das Personal nachdenken und dann über den Ankauf eines Fahrzeug?" Letztlich beschloss der Gemeinderat, dass der Ankauf eines Pritschenwagens bis zum einem Preis von 17 000 Euro bewilligt wird.