Mit den Stimmen aller Ratsmitglieder billigte der Gemeinderat Sand den Haushalt 2015 der Gemeinde. Zuvor hatte Bürgermeister Bernhard Ruß (SPD) das Zahlenwerk ausführlich erläutert. Der Haushalt sieht im Verwaltungshaushalt einen Ansatz von 4 891 085 Euro (2014: 4 404 13 Euro) und im Vermögenshaushalt von genau 3 694 135 Euro (2014: 2 412 353 Euro) vor. Der Gesamthaushalt beträgt somit 8 585 220 Euro (2014: 6 816 366 Euro).

Beim Abwasser ist die Entwicklung defizitär. Die Ursachen liegen in einem steigenden Kostenanteil an der Gemeinschaftskläranlage Zeil-Sand. Bei steigenden Unterhaltskosten im gemeindlichen Kanalnetz sei auch künftig keine Besserung in Sicht, sagte Ruß.

Müllgebühren sollen steigen

Bei den Müllgebühren wird sich die Situation ab der zweiten Jahreshälfte 2015
durch die Ankündigung des Abfallwirtschaftbe-triebes des Landkreises Haßberge, die Müllgebühren zu erhöhen, deutlich verschlechtern. Für Sand würde dies eine Kostensteigerung von rund 67 Prozent bedeuten, was ein gemeindliches Defizit von 20 000 Euro einbringen würde. Eine Erhöhung der Müllgebühren für das Jahr 2016 sei daher unausweichlich, so der Bürgermeister.

Größtes Investitionsvorhaben ist die Erschließung der "Unteren Länge" mit Kosten von insgesamt 2 135 000 Euro. Weitere große Posten sind Anschaffungen für die Feuerwehr (42 000 Euro), die Außenanlagen am Feuerwehrhaus (65 000 Euro), die Außenanlagen des Sport-und Kulturzentrums (65 000 Euro), Optimierungsmaßnahmen an der Gemeinschaftskläranlage Zeil-Sand (124 000 Euro), der Erwerb von Grundstücken in der "Oberen Länge" (60 000 Euro) und der Erwerb von Anteilen am Windpark Sailershausen (53 000 Euro). Den Rücklagen werden aller Voraussicht nach 580 487 Euro zugeführt.

Durch die geplante Kreditaufnahme steigt der Schuldenstand der Gemeinde von 1 541 812 Euro (2014) auf 2 152 964 Euro im Jahr 2015. Die Pro-Kopf-Verschuldung steigt somit von 497 Euro (2014) um 195 Euro auf dann 692 Euro im laufenden Jahr. Der Landesdurchschnitt vergleichbarer Gemeinde im Freistaat Bayern liegt bei 687 Euro.

"In Sand bewegt sich etwas"

Wie Bürgermeister Ruß zum Haushaltsplan 2015 ausführte, zeigen die geplanten Investitionen, besonders die Erschließung der "Unteren Länge", dass die Gemeinde Sand finanziell voll gefordert wird. Die Gemeinde müsse diese Investitionen jedoch betreiben, um Wohnraum für junge Familien zu schaffen. Ein Wermutstropfen dabei sei, dass es im Ortsbereich von Sand zahlreiche Bauplätze in privater Hand gibt, die ungenutzt sind.

Gerhard Zösch (CSU/Freie Sander Wähler) begrüßte das Zahlenwerk für 2015. "Der Gesamthaushalt von 8.5 Millionen Euro zeigt, dass sich in Sand etwas bewegt." Positiv wertete er insbesondere, dass das Baugebiet "Untere Länge" zügig erschlossen werden soll, denn der Bedarf an Bauplätzen für junge Familien sei da. Sorgen bereitet ihm dagegen der Gebührenhaushalt. Um Defizite zu vermeiden, müsse man darauf achten, die Gebühren rechtzeitig anzupassen. Zösch: "Den Anstieg der Pro-Kopf-Verschuldung und die geschrumpften Rücklagen müssen wir zum Anlass nehmen, in den kommenden Jahren für eine Erholungsphase zu sorgen."

Paul Hümmer (SPD/Bürgerliste) warnte davor, dass die Aufgaben, die der Gemeinde vom Land übertragen werden, diese immer mehr belasten. Hümmer: "Ich denke dabei nur an die Kosten für Schule und Kindergärten." Als Folge müsse die Gemeinde ihre Leistungen einschränken oder die Gebühren und Steuerhebesätze erhöhen.
Jörg Kümmel (Freie Sander Bürger) bemängelte die freie Finanzspanne und die sehr knappen Einnahmepositionen. Er forderte, dass künftig darauf zu achten sei, dass die angesetzten Kosten unterschritten werden, um für das Jahr 2016 eine größere Rücklage zu haben.


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