Eine kleine Randnotiz am Ende der Sitzung stellte alle übrigen Punkte der Gemeinderatssitzung in den Hintergrund: "Aldi baut auf der Fläche des alten Shopping-Centers einen neuen Markt, der großzügiger und moderner werden soll. Das freut mich ungemein, und unser Kampf hat sich gelohnt." Dies betonte Bürgermeister Walter Ziegler (NL), und der Beifall im Gremium war ihm sicher.
Schon lange beherrschte das Thema "Einkaufsmärkte" die kommunalpolitische Diskussion zwischen den beiden Nachbarkommunen Eltmann und Ebelsbach, was sogar zu juristischen Auseinandersetzungen führte. Die Stadt Eltmann hat zwischen Eltmann und Ebelsbach ein neues Einkaufszentrum vorgesehen, in dem Edeka bauen soll, und auch Aldi wollte vom jetzigen Standort in Ebelsbach dorthin ziehen. Die Stadt Eltmann begründete dieses Vorhaben immer wieder damit, dass man im Stadtbereich von Eltmann neben einem kleineren Geschäft keinen großen Lebensmittelanbieter habe, während es in Ebelsbach schon genügend Einkaufsmärkte gebe. Immer wieder war es deswegen bei dem Planungsvorhaben zu Einsprüchen gekommen, die auch jetzt noch auf eine juristische Klärung warten.
Die kleine Nebenbemerkung von Bürgermeister Walter Ziegler unter dem Tagesordnungspunkt "Informationen und Verschiedenes" schlug deswegen ein wie eine Bombe. "Unser Dank gilt heute unserem Mitarbeiter Matthias Strätz, der mit unserem Rechtsanwalt eine gute Arbeit geleistet hat", erklärte Ziegler. In einer der nächsten Sitzungen werde man wohl einen Bauplan von Aldi zur Beratung haben. Dabei soll das alte "Shopping-Center", das früher einige Geschäfte hatte, seit einiger Zeit aber nur noch "Tedy" beherbergt, völlig abgerissen und durch ein neues Gebäude von Aldi ersetzt werden. Der neue Aldi soll großzügiger und moderner werden, will sich aber auch in einem freundlicheren Erscheinungsbild präsentieren.


Sanierung des Kinderspielplatzes

Ein Antrag auf Bezuschussung der Sanierung des Kinderspielplatzes am katholischen Kindergarten St. Magdalena lag dem Gemeinderat vor. Die Kirchengemeinde teilte dabei mit, dass einige Spielgeräte schon Sicherheitsmängel aufwiesen und deswegen Handlungsbedarf geboten sei. Im Sommer 2017 habe man deswegen die Schaukelanlage mit den maroden Trägerbalken abgebaut, um das Gefährdungspotenzial zu minimieren. Nach dem Krippenausbau im Jahr 2011 und der Erweiterung des Kindergartens um eine Regelgruppe im Jahre 2013 sei es nun sinnvoll, über eine grundsätzliche Neugestaltung des Außenbereichs nachzudenken. Dabei soll der Spielhof in einen Bewegungsbereich und einen ruhigeren Spielbereich aufgeteilt werden.
Der erste Bauabschnitt, der Bewegungsbereich, sei im November fertiggestellt und die Ausbaumaßnahme mit Kosten von 28 000 Euro vom Trägerverein finanziert worden. Die weiteren Bauabschnitte sollten aber im laufenden Jahr umgesetzt werden, wobei der Trägerverein die Kosten nicht komplett tragen könne. Daher beantragten die Kirchengemeinde als Eigentümer des Areals und der Caritas-St.-Madgalenenverein eine Beteiligung der Gemeinde mit zehn Prozent. Außerdem hoffen die Antragsteller noch auf die Hilfe des Bauhofes, um die Gesamtkosten zu reduzieren.
Die Vorsitzende des Vereins, Gemeinderätin Susanne Langer (CSU), meinte, dass es dem Gremium ja unbenommen sei, sich bei dieser Maßnahme für die Kinder auch etwas großzügiger zu zeigen. Bürgermeister Ziegler meinte aber, dass zehn Prozent beantragt seien und er keinen Grund dafür sehe, über diesen Rahmen hinauszugehen. Außerdem gebe es keinen belastbaren Finanzierungsplan, aus dem man ersehen könne, wie sich die Finanzierung zusammensetzt.
Die Gemeinderatsmitglieder konnten dem Plan entnehmen, welche Spielgeräte vorgesehen sind: Nestschaukel, Doppelschaukel, ein Erdhügel mit Rutsche, ein Backofen mit Überdachung, Seilkanal, Tellerbrücke, Balancierbalken und vieles andere mehr. Die Kosten sollen in diesem zweiten Bauabschnitt bei 75 000 Euro liegen und der Bauhof soll bei der Umsetzung seine Hilfe anbieten. Dies wurde einmütig beschlossen.


Vereinbarung zur Ortsumgehung zugestimmt

Ein weiterer Punkt war die Vorlage einer Vereinbarung mit dem Straßenbauamt Schweinfurt wegen der Ortsumgehung durch den Ausbau der Staatsstraße 2277 in Richtung Stettfeld, mit der die Straßenbauverwaltung die Straßenbaulast für die Planung und den Neubau der Umfahrung auf die Gemeinde überträgt. Dabei plant die Gemeinde im Einvernehmen mit der Straßenbauverwaltung, schreibt aus, vergibt, überwacht und rechnet die Maßnahme ab. Dafür wurden der Gemeinde 80 Prozent Förderung in Aussicht gestellt.
Gemeinderat Reinhold Strätz (BNL) fragte nach, was dann mit der alten Staatsstraße werde. Hierzu habe er nichts in der Vereinbarung gefunden. "Diese alte Staatsstraße durch Ebelsbach wird dann Gemeindestraße. Aber bevor sie übergeben wird, wird sie noch auf einen entsprechenden Standard gebracht. Das ist so üblich, sonst bräuchten wir sie ja nicht zu übernehmen", betonte der Bürgermeister.
Gemeinderat Martin Wasser (CSU) interessierte auch die Frage, ob Grunderwerb und Planung bezuschusst würden. Hierzu kam die Auskunft, dass der Grunderwerb normal bezuschusst werde, aber die Planung nur mit einem Pauschalbeitrag. Mit dieser Vereinbarung wolle man nun aber die Maßnahme auf den Weg bringen und auch die Planung vergeben, die ja auch mit den naturrechtlichen Untersuchungen, Abstimmungen mit dem Naturschutz oder dem Wasserwirtschaftsamt hinsichtlich der Reduktionsräume sehr umfassend sei. Wichtig sei aber, dass alles vorbereitet sei und man dann bauen könne, wenn Geld vorhanden ist.
Gemeinderat Helmut Schöpplein (CSU) hatte Nachfragen, ob schon mit Grundstücksbesitzern Verhandlungen geführt worden und auch Lärmschutzmaßnahmen vorgesehen seien. Wie Bürgermeister Ziegler erklärte, wurde schon mit einigen Eigentümern Kontakt aufgenommen. In diesem Zusammenhang betonte er, dass die Gemeinde keine Phantasiepreise zahlen könne, sondern sich im Rahmen dessen bewegen müsse, was auch das Staatliche Bauamt bezahlt. Etwaige Lärmschutzmaßnahmen müssten im Rahmen der Planung untersucht werden. In diesem Sinne wurde die Vereinbarung einstimmig gebilligt.
Eine weitere Vereinbarung betraf den Ausbau der Ortsdurchfahrt in Rudendorf auf der Staatsstraße 2281, die die Aufteilung der Kosten zwischen dem Freistaat und der Gemeinde Ebelsbach regelt. Die Straßenbauverwaltung trägt dabei die Kosten für den Ausbau der Fahrbahn, einschließlich der Querungshilfe, Haltebuchtstellen für den Linienverkehr sowie der zugehörigen Trenn-, Seiten-, Rand- und Sicherheitsstreifen. Die Gemeinde trägt die Kosten für den Bau der Gehwege einschließlich deren Bordsteine und der Parkbuchten. Zur erstmaligen Herstellung von Hochborden leistet die Straßenbauverwaltung allerdings einen einmaligen Beitrag.
Bürgermeister Walter Ziegler sprach von einer Standardvereinbarung. Allerdings werde die Gemeinde die Breitbandgeschichte damit erledigen und die Gehwege wahrscheinlich auch pflastern, nachdem dies im übrigen Bereich schon geschehen ist. Dies sei sinnvoll und bei späteren Reparaturen auch besser. Dass dies voraussichtlich nicht mehr nach der Straßenausbau-Beitragssatzung umgelegt werden soll, werde den Rudendorfern sicherlich entgegenkommen.
Gebilligt wurden dann noch einige Bauanträge, wobei Gemeinderat Helmut Zirnsak (BNL) die "Summe der Befreiungen" bei manchen Bauanträgen kritisierte: "Dies entspricht nicht mehr dem Ergebnis, wie es durch den Bauplan eigentlich angedacht war." Bürgermeister Walter Ziegler meinte aber, dass sich inzwischen das Bauverhalten oder auch Baustile verändert hätten. Die Baupläne stammten teilweise aus den 80er Jahren. Früher wäre höchstens ein Kniestock mit 50 Zentimetern erlaubt worden, heute könne dieser auch höher werden.