"Günstige Energien sind wichtig, deshalb nehmen wir die Energiewende vor Ort ernst", äußerte sich Knetzgaus Bürgermeister Stefan Paulus bei der offiziellen Eröffnung der Photovoltaikanlage entlang der Maintalautobahn A 70 im Gemeindebereich von Knetzgau. Mit einem Kostenvolumen in Höhe von 500 000 Euro hatte die Südwerk Projektgesellschaft Burgkundstadt im August 2019 die Anlage in Betrieb genommen. Anschlussnetzbetreiber ist seit Oktober 2019 die Unterfränkische Überlandzentrale.

Auch wenn die Sonne bei der offiziellen Eröffnung am Donnerstagvormittag eine Pause einlegte, bemisst sich der jährliche Stromertrag auf 765 000 Kilowattstunden und versorgt 250 Haushalte. Die Anlage hat eine Leistung von 750 Kilowatt-Peak (KWp).

Solarflächen in Wiese eingebettet

Fährt man von Knetzgau in Richtung des Gemeindeteils Westheim, ist der Standort der Anlage von der Straße aus kaum einsehbar. Bei näherem Betrachten ist die einen Hektar umfassende Nutzungsfläche der Photovoltaikfreianlage eingebettet in eine bunt blühende Wiese. Passend zur Mission von Südwerk: "Eine nachhaltige und naturnahe Energieversorgung sichern und gleichzeitig die heimische Umwelt schützen." So bemerkte es jedenfalls Südwerk-Geschäftsführer Manuel Zeller Bosse. Von Bodenversiegelung sei seiner Meinung nach keine Rede. Im Gegenteil: Die Freiland-Photovoltaikanlage trage aus seiner Sicht als aktiver Beitrag zum Insektenschutz bei.

Lesen Sie auch: Dichter Rauch über Römershofen - Traktor brennt komplett aus

Seitens der Gemeinde Knetzgau musste für das Vorhaben der Bebauungsplan geändert werden, wie Bürgermeister Paulus erinnerte. Vorausgegangen war die Vorstellung des Projektes in einer Bürgerversammlung im Oktober 2017, wo das Thema ausdiskutiert wurde. Knetzgau habe sich durch seine Infrastruktur, die vorhandenen Energienetze und den Anschluss an die Autobahn als idealer Standort für den Bau der Freianlage ausgezeichnet.

Auf die Frage, ob weitere Photovoltaikanlagen im Gemeindebereich von Knetzgau geplant seien, antwortete der Bürgermeister: "Ich kann das nicht alleine bestimmen, sondern es muss eine Entscheidung im Gemeinderat getroffen werden." Die Zustimmung für die neue Photovoltaikanlage erfolgte im Gemeinderat mit einer knappen Mehrheit.

Mehr aus dem Kreis Haßberge: Badesaison in Hofheim gefährdet - Defekte Leitung im Freibad verursacht Wasserschaden

Bei der Planung in der Gemarkung von Knetzgau wurde sowohl auf das Landschaftsbild, als auch auf Naturschutz und Interessen der Landwirte Rücksicht genommen. Die Pacht für den Sonnenstrom diene den Landwirten als wichtige Einnahmequelle, vor allem in Anbetracht dessen, dass extreme Dürresommer zunehmen, die oftmals finanzielle Einbrüche für die Landwirte zur Folge haben.