Thorsten Frei, Nina Warken, Carsten Linnemann, Franziska Hoppermann und Philipp Amthor: Sie alle haben ihr Ticket für das Personalkarussell von Kanzler Friedrich Merz.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) schnürt nach dem Rücktritt von Fraktionschef Jens Spahn ein großes Personalpaket. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus der Union sollen am Donnerstagabend nach dem bereits verkündeten Wechsel von Kanzleramtschef Thorsten Frei an die Fraktionsspitze vier weitere Personalentscheidungen fallen.
Merz wird sie voraussichtlich am Freitagmorgen (24. Juli 2026) der Öffentlichkeit präsentieren.
Kanzler Merz schnürt großes Personalpaket
- Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) soll auf den Posten von Frei im Kanzleramt wechseln.
- Für Warken soll CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann Gesundheitsminister werden.
- Linnemanns Posten als CDU-Manager soll die bisherige Schatzmeisterin der Partei, Franziska Hoppermann, übernehmen.
- Der bisherige Parlamentarische Staatssekretär im Digitalministerium, Philipp Amthor (CDU), soll den Bund-Länder-Beauftragten Michael Meister im Kanzleramt ablösen.
Eine offizielle Bestätigung dafür gab es am Abend noch nicht. "Der Bundeskanzler wird die Personalentscheidungen bekanntgeben, wenn alle offenen Punkte geklärt sind", hieß es aus dem Umfeld von Merz.
Mit Hoppermann würde die CDU erstmals eine Generalsekretärin bekommen. Als Bundesschatzmeisterin arbeitete die 44-Jährige bislang eher im Hintergrund, war damit aber zugleich Mitglied des CDU-Präsidiums. Die Diplomkauffrau sitzt seit 2021 für den Wahlkreis Hamburg-Wandsbek im Bundestag. Sie gehört dem Haushaltsausschuss und dem Ausschuss für Digitales und Staatsmodernisierung an. Außerdem leitet sie die Enquete-Kommission Corona, die helfen soll, Deutschland besser auf mögliche künftige Pandemien vorzubereiten.
Schon der Großvater war Bundestagsabgeordneter
"Schon als Kind habe ich meinen Großvater bewundert, der lange Jahre Bundestagsabgeordneter gewesen war", schreibt Hoppermann auf ihrer Internetseite. Politik sei immer ein großer, alltäglicher Bestandteil ihres Familienlebens gewesen. "Mir war früh klar, dass ich mich einbringen, mein Umfeld und das gesellschaftliche Miteinander mitgestalten will."
Hoppermann trat 1998 in die Junge Union und ein Jahr später in die CDU ein. Seit 2022 gehörte sie dem Bundesvorstand der CDU an. Als Julia Klöckner nach der Bundestagswahl im Februar 2025 das Amt als Bundesschatzmeisterin der CDU aufgab, weil sie Bundestagspräsidentin wurde, war Hoppermann die Wunschkandidatin von Merz für die Nachfolge. In ihrer Heimatstadt Hamburg ist sie Vorsitzende der Frauen Union. Von 2004 bis zum Einzug in den Bundestag 2021 machte sie Kommunalpolitik in der Bezirksversammlung Wandsbek.
Das Vorschlagsrecht für den Generalsekretärsposten hat in allen Parteien der Parteivorsitzende. Indem seine Wahl auf Hoppermann fiel, stärkt Merz die Frauen in der CDU, die dort sonst unter den Mitgliedern und in den Führungsgremien unterrepräsentiert sind. Hoppermann wird die erste Frau auf diesem Posten in der Geschichte der Partei sein.