Der "Countdown" für Eberns Bürgermeister Robert Herrmann (CSU) läuft. Bei der Kommunalwahl im nächsten Jahr tritt er nicht mehr an. Doch die Narren wollen nicht so lange warten, und ihn samt seinem Stadtrat, "dahin schießen, wo die schon lange hingehören, auf den Mond."

"Eberner Narrentraum im Weltraum" lautet das Motto der Narrensaison, das der Kulturring am Sonntagmittag mit einer "intergalaktischen Schau" im Rathaus spektakulär einläutete.

Zehn Jahre im Amt

Eberhard Wohl, der sein zehntes Jubiläum an der Spitze des Kulturrings feiert, trat im Astronautenanzug in Erscheinung, und der Bürgermeister und seine Stellvertreterin Gabi Rögner (ebenfalls CSU) mussten schon mal in der Raumkapsel Probe sitzen.
Auch Dritter Bürgermeister Sebastian Stastny werde noch separat ins Orbit gejagt, versprach der bestens gelaunte Eberhard Wohl, "als unsere Antwort auf Felix Baumgartner."

Bürgermeister Herrmann versicherte, "ich freu mich schon darauf, dass mir alles abgenommen werden soll". Zunächst für die fünfte Jahreszeit gab er Amtskette, Schlüssel und eine ungeahnt üppig gefüllte Stadtkasse in berufene Hände.

Stimmungsraketen zündeten

Mit allerlei netten Ideen und zündenden Requisiten stimmten die Faschingsakteure auf eine Narrensaison ein, in der manche Stimmungsrakete gestartet werden soll. Wie es zu der Weltraumidee kam, verriet "Ratschkattl" Heidi Hümmer, die vorgeschlagen hatte, dass der Elferrat diesmal einen größeren Ausflug im "Speise-Shuttle" unternehmen sollte. Allein die ebenso beliebte wie beleibte Ulknudel muss auf dem "Boden der Tatsachen bleiben", denn sie ist ja eine "Schwerkraft."

Bei einer Verlosung riss sie das Publikum in der gut gefüllten Rathaushalle immer wieder zum Lachen hin und bewies, warum sie zu den Fixsternen im Eberner Fasching zählt. Kosmisch und komisch kann ganz nahe beieinander liegen.

Rundblick mit der Narrenbrille

Amüsante und bestürzende Konstellationen im Eberner Stadtgeschehen nahm Eberhard Wohl in einem gekonnten Prolog aufs Korn, wobei er weder das Ende von Schlecker und Tegut noch das Parkchaos in Eberns Innenstadt oder die neuen Pläne für den Anlagenring geschweige denn den Zwist bei der Firma Uniwell unerwähnt ließ. Auch auf den als Hundemörder mit der Justiz in Konflikt geratenen Rentweinsdorfer Bürgermeister Willi Sendelbeck und die auf die Rathaus-Spitze spekulierende Zweite Bürgermeisterin Gabi Rögner feuerte der Ober-Elferrat närrische Breitseiten ab. Als Refrain bestätigten ihm die Zuhörer im Rathaus: "Mensch, das hältste im Kopf net aus."

Die neuen Ordensträger

Faschingsorden erhielten diesmal Michaela Pecht, die seit zwölf Jahren in der Heubacher Garde tanzt und dabei, laut Eberhard Wohl, zu den Allerbesten zählt, sowie der multifunktionale David Pfeufer, dem "das Faschings-Gen schon in die Wiege gelegt worden" sei. Auch Erich Wolfert, Hofmaler des Kulturrings, kam für seinen neuesten künstlerischen Wurf (er malt die Plakate mit den Faschingsmottos) zu Ehren.

Bei zwei Tänzen bewies die Heubacher Showtanzgarde um Trainerin Petra Elflein, dass sie - gemessen an der jungen Saison - schon gut im Training ist. Stefan Wolfschmitt mit seiner "Quetschen" forderte zur Auflockerung der fast zweistündigen Show immer wieder zum Schunkeln auf.