"Es gibt wahrlich viel zu tun. Doch heute wurde eine Mannschaft gewählt, in der sich jeder auf jeden verlassen kann, und so beschreite ich diesen Weg trotz der Sorgen mit guter Hoffnung", sagte Egon Stumpf. Er wurde in der Hauptversammlung des Kulturvereins Museum Schloss Oberschwappach in der Schlossgaststätte zum neuen Vorsitzenden gewählt und möchte das Museum neu beleben und einen frischen Wind durch das Schloss und den Park wehen lassen.


Vorstand neu besetzt

Seit dem Tod des bisherigen Vorsitzenden Robert Endres 2014 hatte Stumpf als Stellvertreter den Verein kommissarisch geführt. Bei der Neuwahl wurde er nun einstimmig zum neuen Vorsitzenden gewählt. Neu im Amt sind auch Herbert Hein als Zweiter Vorsitzender, Wolfgang Pries als Dritter Vorsitzender sowie Elisabeth Ambros und Petra Klug als Kassiererinnen. Lediglich die Schriftführerin Bernadette Klug wurde in ihrem Amt bestätigt.
Zu Beisitzern wurden Franziska Endres und Waltraud Pries gewählt; die Kasse werden ab sofort Mark Zehe und Friedbert Hinz prüfen.

In seiner Antrittsrede verdeutlichte Egon Stumpf, dass nicht nur die etablierten Aufgaben wie die Museumsaufsicht, die Betreuung der Vernissagen und Liederabende, die zahlreichen Gruppenführungen, die Präsenz am Tag des offenen Denkmals und die Mitgliederpflege weiter geführt werden müssten sondern vor allem die Entwicklung des gesamten Schlosses mit seinen Parkteilen. Zudem sei auch die Rolle des Kulturvereins im Zusammenspiel mit der Gemeinde Knetzgau zu überdenken. "Das Schloss ist ein ganz besonderes Kulturgut und mit ihm spielt ein Teil von Knetzgau in der Bundesliga. Doch unser Verein als Gruppe von Menschen, die sich ehrenamtlich darum kümmern, ist nicht immer in Entscheidungen eingebunden." Er würde sich freuen, wenn der Verein ein aktiver, mitdenkender Partner der Gemeinde sein und seine Ideen einbringen dürfte.


"Desolater Zustand"


Seiner Ansicht nach müssten die Museumsangebote überarbeitet werden. "Um die seit 2001 unveränderte Ausstellung mit barocken Kunstwerken aus den Sammlungen der Diözese Würzburg attraktiver zu machen, werde ich mit dem Leiter der diözesanen Museen, Jürgen Lenssen, Kontakt aufnehmen", sagte Stumpf. Er bedauerte, dass die archäologische Sammlung im Keller in einem desolaten Zustand sei, Exponate wegen der unzureichenden klimatischen Verhältnisse entnommen worden seien und die Videovorführung nicht funktioniere. Dabei müsse auch die Gemeinde mehr Geld zuschießen, sonst sei der Besucherschwund nicht aufzuhalten.

Der erste Kunstpreis des Landkreises sei eine hervorragende Werbung für das Schloss gewesen und habe mehr als 500 Besucher angezogen. "Daher wünsche ich mir, dass das Schloss ein permanenter Standort für dieses Landkreisevent bleibt", erklärte der neue Vorsitzende, der eine verstärkte, frankenweite Öffentlichkeitsarbeit in Gang setzen möchte.

Da die Künstler Karin Goerke und Sandro Vadim vier große Gemälde gestiftet haben, sollen sie am Eingang zum Schloss aufgestellt und auch eine Möglichkeit zum Aufhängen von Plakaten geschaffen werden. "Erfreulich ist auch, dass heuer erstmals einige Exponate aus unserer archäologischen Sammlung am frankenweiten Programm ,Kunst geht fremd' teilnehmen", sagte er und verwies darauf, dass daran immerhin die zwölf wichtigsten Museen in Unterfranken beteiligt seien.


"Bruchstückhaftes Werk"

Ein weiteres Sorgenkind sei der Skulpturenpark, der leider etwas brachliege. "Ein Skulpturenpark mit drei Skulpturen ist ein bruchstückhaftes Werk, das nicht beworben werden kann", so Egon Stumpf. Wie er mitteilte, solle der Schlossgarten innerhalb des Leader-Projekts "Gärten des Landkreises" komplett überarbeitet werden. "Letztendlich aber kann alleine nichts erreicht werden, auch nicht von einem aktiven Museumsverein. Es wäre ein erster Schritt, wenn nichts im und um das Schloss ohne die Einbeziehung des Vereins geschehen würde. Dann wäre die Bedeutung des Vereins dem Anliegen eines barocken Kleinodes angemessen", schloss Egon Stumpf seine Rede.

Zuvor hatte er auf die zahlreichen Aktivitäten des Vereins zurückgeblickt und berichtet, dass die 18 ehrenamtlichen Führungen von 432 Personen besucht worden seien und Vereinsmitglieder insgesamt 34 Mal die ehrenamtliche Aufsicht wahrgenommen hätten. Der Verein habe auch verschiedene Veranstaltungen wie Vernissagen und Konzerte bei Kunstausstellungen mit der Gemeinde und der Galerie im Saal Eschenau bestens betreut und 10 000 Krokuszwiebeln im Park von Hand gepflanzt. Die Zahl der Mitglieder gab Stumpf aktuell mit 151 Personen und drei Firmen an.