"Alle Kunst kommt aus der Natur", sagte Albrecht Dürer und auch für den Galeristen Egon Stumpf von der "Galerie im Saal" Eschenau sind Natur und Kunst zwei Schöpfungsgeschichten in enger Beziehung zueinander. Wie eng die Verbindung sein kann und wie gerade der Frühling oder der poetische Lenz von Künstlern eingefangen werden kann, zeigt die neue Ausstellung der Künstlergruppe "Eschenauer Runde" mit dem Titel "lenz.komm" im Schloss Oberschwappach.

"Diese Ausstellung ist das Beste, was ich seit vielen Jahren von dieser und von anderen Gruppen gesehen habe", lobte Egon Stumpf bei der Vernissage die Künstler. Knetzgaus Bürgermeister Stefan Paulus freute sich über die "Beheimatung" dieser renommierten Künstlergruppe in Eschenau.

Zu den Künstlern zählt Gerd Kanz aus Untermerzbach. Er glänzt mit ganz neuen, überraschenden Arbeiten. "Ich zeige das Frühlingserwachen als zarte Pflanzen, die - egal ob auf einem Gemälde oder als Skulptur - aufbrechen", teilte er mit. "Für mich war es eine riesige Freude, für die Ausstellung Werke zu schaffen, die fröhlich sind und Farbe zeigen."

Gerhard Nerowski aus Königsberg hat mit seiner Kettensäge Federbälle für Kentauren und Vogelfedern von Monsteradlern, Flugsamen, die Gott sei Dank schon vor dem Betrachter auf dem Boden liegen, gezaubert. "Mich faszinieren alltägliche, naheliegende Dinge, die einem oft nicht auffallen", beschrieb er seine Intention.
Die Absolventin der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg und Meisterschülerin von Thomas Hartmann, Lisa Wölfel aus Haßfurt, liebt Kontraste, organische Formen und Farben. "Ich möchte in jedem Bild einen bestimmten Klang in einer freien Bildsprache zum Ausdruck bringen und dabei Figürliches und Abstraktes kombinieren", erklärte sie.

Der Schweinfurter Ernst Herlet beweist, dass schon eine Tulpe einen Frühling macht. Er bringt mit seinen Blumenbildern viele Facetten seines Kunstschaffens zum Schwingen.

Der Bildhauer und Zeichner Jürgen Hochmuth aus Randersacker verbreitet mit seinen Objekten, den "Rasenfliesen", die von passenden Rasen-Gemälden ergänzt werden, eine gewisse Heiterkeit und Ironie, zeigt aber auch ernste Züge. Schon der "Kunst-Rasen", auf dem Objekte aus rostendem Eisen stehen, ist zweideutig.
Der Bildhauer Herbert Holzheimer aus Langenleiten in der Rhön fesselt mit seinen Impressionen aus Holz. "Der Lenz hat mich eigentlich wenig gereizt, weil mich das Vergehende mehr fasziniert und ich schwerpunktmäßig mit verfallendem Holz arbeite", erzählte er.

Helmut Droll aus Euerdorf verwöhnt das Auge mit neuen Arbeiten in immer wieder verblüffender technischer Perfektion zum Thema "Netze und Freiheiten". Faszinierend ist die detaillierte Tuschezeichnung der Fruchtfliege "Drosophila".

Die Romantik liebt Werner Tögel aus Nürnberg, der gerne mit Collagen arbeitet. "Ich zeige gerne die Alltagsromantik, die man nicht immer wahrnimmt, und öffne den Blick dafür."

Barbara Schaper-Oeser aus Würzburg stellt drei Bilder in Mischtechnik aus, die vom Keimen und Durchbrechen erzählen, aber auch sechs Bleiobjekte. Die Bilder zeigen, dass der Künstlerin Quadrate und Kreise als Symbole des Irdischen und des Himmlischen sowie Kontraste zwischen den Farben besonders wichtig sind.
Gabi Weinkauf, aus Güntersleben bei Würzburg hat eine Multimediawand gestaltet, vom Prägedruck bis zur genähten Zeichnung. "Es sind Grüße aus dem Ateliergarten", sagte sie.