Die Gebühren für Wasser und Abwasser werden in der Gemeinde Knetzgau nach drei Jahren ab dem kommenden Jahr ansteigen. Dies beschloss der Gemeinderat in seiner Sitzung am Montagabend.

Der Kubikmeter Wasser steigt von derzeit 1,07 Euro auf 1,19 Euro brutto. Für den Kubikmeter Abwasser werden künftig 3,40 Euro statt 2,73 Euro fällig. Die Anpassung sei nötig, um eine Kostendeckung zu erzielen, sagte Bürgermeister Stefan Paulus (CWG, SPD).

In den vergangenen drei Jahren sei ein Defizit in Höhe von 195 000 Euro im Bereich der Wasser- und Kanalgebühren entstanden. Im Vergleich zu anderen Kommunen im Landkreis rutsche die Gemeinde Knetzgau bei der Wasserversorgung von Platz zwei auf Platz drei der günstigsten Versorger. Bei der Abwasserversorgung sei Knetzgau bislang auf Platz 19, nun auf Platz 24. Insgesamt in der Summe der Gebühren liege Knetzgau nun auf Rang 18 landkreisweit (vorher Platz neun).

Mitschuld am Defizit trage das beschädigte Rohrnetz, ferner die Klimaerwärmung, durch die die Brunnen nachgerüstet werden müssten. "Wir haben bei uns derzeit ein Niederschlagsniveau wie in Nord-Jordanien", sagte Paulus. Die im Ort angesiedelte Getränkeindustrie sorge durch ihren hohen Wasserverbrauch dafür, dass der Preis für Trinkwasser relativ niedrig sei. Die Erhöhung des Abwasser-Preises sei nötig, um Kläranlagen zu bauen und zu warten. Zudem schlügen die Kosten für die Klärschlammentsorgung und die Erschließung von Baugebieten zu Buche.

Die Erhöhung der Gebühren sei jedoch überschaubar, meint der Bürgermeister. Ein Haushalt, der derzeit im Durchschnitt 100 Kubikmeter Wasser verbraucht, zahle jährlich nun etwa 80 Euro mehr.

Die Kindergartengebühren wurden zuletzt im Jahr 2016 erhöht. Sie waren in den letzten Jahren stark defizitär, unter anderem weil in den verschiedenen Gruppen in Zell und Oberschwappach bauliche Unterhaltsleistungen nötig geworden sind. Das Gremium beschloss daher bei drei Gegenstimmen, die Gebühren zu erhöhen. Bislang zahlten Eltern im Durchschnitt 15 Euro im Monat. Ab dem kommenden Jahr müssen sie 20 Euro zahlen.

Paulus erinnerte daran, dass der Freistaat Bayern 100 Euro pro Monat und Kind zahlt. Die Gemeinde biete viel für das Geld. So würden Kindergärten in Zell und Oberschwappach betrieben mit Gruppen, die nicht voll belegt sind. Die Ermäßigung für das zweite Kind bleibe bestehen, das dritte Kind sei gebührenfrei. Durch die Gebührenerhöhung sinke das jährliche Defizit um rund 60 000 Euro.

Die Sanierung des Kirchturms in Knetzgau kostet nach Berechnungen eines Architekturbüros rund 117 000 Euro. Der Gemeinderat ermächtigte das Architekturbüro einstimmig, die Maßnahme auszuschreiben. Die Sanierungsarbeiten sollen im Mai oder Juni 2021 beginnen.

Die "First Responder Sand" (Ersthelfer) sind Teil der Freiwilligen Feuerwehr Sand. Sie versorgen im Notfall die Ortsteile Knetzgau, Westheim und Zell. Für die Anschaffung eines neuen Fahrzeugs für 60 000 Euro gewährte das Gremium einen Zuschuss von 6000 Euro.

Die Grünen-Fraktion im Gemeinderat hatte die Anschaffung von mobilen Geräten zur Kohlendioxid-Messung in Klassenräumen der Dreiberg-Schule in Knetzgau beantragt. Der Gemeinderat lehnte den Antrag mit zwölf zu sieben Stimmen ab. Paulus sagte, dass bereits Luftreinigungsgeräte in den Klassenräumen eingebaut seien.

In seinem Jahresschlusswort bedankte sich Stefan Paulus bei allen Pflegekräften, Ärzten, Feuerwehrleuten, Sanitätern und Helfern, die in dieser schwierigen Zeit ihren Dienst tun.