Das Muster-Urnenfeld auf dem Friedhof in Obertheres besichtigte der Gemeinderat vor der jüngsten Sitzung. Wie Bürgermeister Matthias Schneider erklärte, könnten ebenerdig 15 Gräber in einer Größe von 80 mal 80 Zentimetern entstehen, die Mitte könnte bepflanzt werden. Möglich sei auch, kleine Steintafeln mit den Namen der Verstorbenen auf die Gräber zu legen. Da in den Urnenwänden nur noch drei Plätze vorhanden seien, solle auch ein "Friedfeld" für die anonyme Urnenbestattung im ehemaligen Lehrergarten am Friedhof ausgewiesen werden, so der Bürgermeister.


"Für 2016 sind wir gut aufgestellt"


Mit der Haushaltsverabschiedung ging es dann im Sitzungssaal weiter.
"Für 2016 sind wir gut aufgestellt" - Bürgermeister Matthias Schneider äußerte sich in der jüngsten Sitzung zufrieden mit der Haushaltslage, um gleich einzuschränken: "Allerdings sind wir mit unseren Aufgaben ein bisschen ins Stocken geraten, sodass wir in den beiden nächsten Jahren ein großes Minus machen werden."

Der Haushaltsplan 2016 schließt im Verwaltungshaushalt mit knapp 3,9 Millionen Euro und im Vermögenshaushalt mit rund 1,4 Millionen Euro ab. Dabei steigen die Einnahmen im Verwaltungshaushalt gegenüber dem Vorjahr um 2,3 Prozent, während die Ausgaben um 0,7 Prozent sinken Die Zuführung zum Vermögenshaushalt beträgt 610 000 Euro. So kann auf einen Kredit verzichtet werden.


Viele Investitionen geplant


Der Zehnjahresplan des Gemeinderats sehe erhebliche Investitionen vor. Dadurch werde die Verschuldung zwar vorübergehend deutlich ansteigen, aber durch staatliche Zuschüsse relativ zeitnah wieder reduziert.

Der Schuldenstand, der Ende 2015 bei knapp 2,15 Millionen Euro lag, wird heuer auf rund zwei Millionen Euro sinken. Dies würde einer Pro-Kopf-Verschuldung von 739 Euro entsprechen.

Auch wenn der Haushaltsplan einstimmig verabschiedet wurde, so versäumte es Uwe Stühler nicht, erneut seine Bedenken anzumelden. "So viel wollten wir doch gar nicht ausgeben", meinte er. "Wir sollten unsere Projekte so gestalten, dass sie zweckmäßig sind und uns nicht zu sehr belasten." Bürgermeister Schneider erwiderte, dass durchaus zweckmäßig geplant werde. Es nütze aber nichts, Investitionen ständig zu verschieben. "Das kostet oft noch mehr Geld", betonte er.

Zuvor hatte der Vorsitzende des örtlichen Rechnungsprüfungsausschusses, Joachim Türke, dem Kämmerer und der Verwaltung eine sehr gute Arbeit bescheinigt.


Sportzentrum rückt näher


Der Bau eines Sport- und Kulturzentrums in Obertheres rückt näher. Matthias Schneider informierte das Gremium über die bisherigen Ergebnisse des Arbeitskreises der Oberthereser Vereine. Der Bedarf aller Nutzer sei mit 2900 Stunden beziffert worden. Vertreter der Gemeinde und der Vereine sollten nun die weiteren Planungen besprechen und sich auch schon mit der Organisation beschäftigen.

"Sollten wir eine 90-prozentige Förderung aus dem Kommunalinvestitionsprogramm erhalten, muss die Planung innerhalb von drei Monaten stehen und das Sport-und Kulturzentrum bis Ende 2018 fertiggestellt sein", sagte der Bürgermeister. Lange diskutierte der Gemeinderat darüber, wer das Raumkonzept erstellen soll.


Raumprogramm reduziert


Matthias Schneider informierte auch darüber, dass das Raumprogramm für das Feuerwehrhaus erneut reduziert worden sei. Auch solle geprüft werden, ob es günstiger ist, auf das Obergeschoss zu verzichten und stattdessen die notwendigen Räume ebenerdig anzubauen.

Alternativ hat das Architekturbüro Perleth aus Schweinfurt vorgeschlagen, dass die Feuerwehr das Obergeschoss selbst ausbaut. Dies müsse aber noch mit den Verantwortlichen geklärt werden. Problematisch sei, so Schneider, dass die Energie-Einsparungsverordnung angewendet und regenerative Energiequellen genutzt werden müssten.

Uwe Stühler mahnte erneut Zurückhaltung bei den Kosten an und vertrat die Meinung, dass die Feuerwehr doch das neue Sport- und Kulturzentrum auch für Schulungen nutzen könnte. "Ich finde es nicht richtig, dass die Gemeinde zu viele Gebäude unterhalten muss und bin der Meinung, dass das neue Feuerwehrgerätehaus zu groß dimensioniert ist", sagte er. Matthias Schneider und Detlef Stingl erwiderten, dass das Thema mittlerweile ausdiskutiert sei und der Neubau nun vorangetrieben werden müsse. "Es nützt doch nichts, wenn wir alles hinauszögern, da dies meist nur noch mehr Geld kostet", so Schneider.

Abgelehnt hat das Gremium einen Antrag der Katholische Kirchenstiftung Untertheres auf Förderung einer Energieberatung für das Bürgerhaus und den Kindergarten.

Bernd Schäflein aus Obertheres möchte die widerrechtlich auf öffentlichem Grund aufgeschüttete Terrasse zurückbauen und die Stützmauer zurücksetzen. Damit zeigte sich der Gemeinderat einverstanden.