Macht Spielen süchtig? Das Glück, den Gegenbeweis anzutreten, haben seit Donnerstag die Kinder rund um Ebern, denn (Brett-)Spiele machen Spaß "voll viel sogar", meinte der achtjährige Simon am Donnerstag bei der Eröffnung der 3. Haßberger Spieletage in den Turnhallen neben der Grundschule. Handy, Laptop, Gameboy oder Tablet spielen dabei keine Rolle.

Und die vielen Jugendlichen aus Grundschule, Lebenshilfe und sonderpädagogischem Förderzentrum ergötzten sich an den 600 Brett- und Würfelspielen, die zur Verfügung stehen, sowie an einem Landrat, der an zwei Aufgaben scheiterte.

Rudolf Handwerker (CSU) gelang es nicht, mit seiner Rede alle Zuhörer in den zwei Hallen in seinen Bann zu ziehen, und auch beim größten Puzzle der Welt, das aus 32 000 Teilen für eine Fläche von 5,44 auf 1,92 Meter bereit liegt, war er auf Hilfe der Kinder angewiesen.

Sonst als
Kommunalpolitiker mit dem Lösen kniffliger Fälle vertraut, scheiterte er zusammen mit Bürgermeister Robert Herrmann (CSU) beim Versuch, auch nur zwei zusammenpassende Puzzleteile zu finden.

Dafür fand er lobende Worte. Beispielsweise für Kinder, die schon ein Buch von Astrid Lindgren gelesen haben, und für die Organisatoren des Familienbüros und der kommunalen Jugendpflege. "Toll, was Ihr da wieder auf die Beine gestellt habt."

Das fanden auch die Kids, die ihre "Monster-Party" veranstalteten oder in den "Höllenspaß" eintauchten.
Im Spiele-Paradies zwischen Grund- und Realschule fühlen sich aber auch Erwachsene wohl. So fand die Rentweinsdorfer Lehrerin (und Gemeinderätin) Petra Haubner Spaß an einem "Spiel für Spießbürger", das sich "Drunter & Drüber" nennt.

Dass die Würfel gefallen sind, verkniff sich auch der Landrat nicht und begrüßte deswegen besonders den "Neu-Bürgermeister" Jürgen Hennemann.