Es ist fünf Jahre her, da hat Tobias Dömling die erste Vogelspinne bekommen. Sein Bruder hat sie ihm geschenkt. Ein haarig-buntes Biest (die Spinne, nicht der Bruder), das große Gespinste im Terrarium anlegt, durch die es dann und wann gemächlich hindurchklettert, es sei denn, ein Beutetier verfängt sich darin. Dann flitzt "Chromi" los und schnappt zu.
"Chromi" ist die Kurzform des wissenschaftlichen Namens "Chromatopelma cyaneopubescens"; Dömlings Freundin Isabella Reder hat die Spinne so getauft, der Einfachheit halber. Die beiden wohnen zusammen in Bundorf und Dömlings Begeisterung für Großspinnen ist seit dem Einzug von "Chromi" stetig gewachsen. Mittlerweile hält der 29-Jährige zwölf verschiedenartige Vogelspinnen in seinem Wohnzimmer, darunter eine Weißknie-, eine Kraushaar-Vogelspinne und eine Brasilianische Riesenvogelspinne. Letztere kann eine Körpergröße von zehn Zentimetern erreichen, mit ihren Beinen misst sie bis zu 20 Zentimeter. Manche Arten graben, andere klettern, es ist Abwechslung geboten in den Terrarien.


"Kubinchen" hat Hunger

Erst vor rund zwei Wochen kam eine neue Art hinzu, die es zu einer gewissen Bekanntheit in der Region gebracht hat, da sie einen Polizeieinsatz ausgelöst hatte: Sie war in einer Eltmanner Wohnung aufgetaucht und vermutlich als blinder Passagier im Gepäck einer Familie mitgereist, die Urlaub in Kuba gemacht hatte. Das neue Exemplar sei noch recht schüchtern und zeige sich kaum, habe sich aber in seinem neuen Heim gut eingerichtet und nehme das Futter an, berichtet Dömling. "Wir nennen sie Kubinchen", sagt Isabella Reder und lacht. Dömling zieht die Augenbrauen hoch: "Wir... also, du hast die alle benannt. Das kommt nicht von mir."

Wer solche großen Krabbler beherbergt, hat nicht viele Freunde, oder? "Doch, aber eine schläft nicht mehr da", sagt Dömling und lacht. Die meisten Gäste seien fasziniert, wenn sie die Tiere beobachten. Die Vogelspinnen "sind sehr pflegeleicht", sagt er. Sie wollen nie Gassi gehen und beißen auch keinen Postboten.