In drei Wochen sollten sich in der Gemeinde Ebelsbach die Türen zahlreicher Gärten zum "Tag der offenen Gartentür" im Landkreis Haßberge öffnen. Doch wegen des Coronavirus wird es die Veranstaltung nicht geben. Viele werden diesen Termin am letzten Sonntag im Juni vermissen, aber die Gemeinde Ebelsbach und der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege sind schon an den Planungen, diese Gelegenheit für alle Gartenfans am Sonntag den 27. Juni 2021 an gleicher Stelle zu ermöglichen.

Für die Gartenbesitzer ist es insofern ärgerlich, da sie sich schon länger auf diesen Tag vorbereitet hatten und in ihren Gärten entsprechend tätig waren. Aber die Gartenarbeit hat für die Besitzer über diesen Tag hinaus einen noch anderen Hintergrund. "Gärtnern macht Menschen glücklich und fördert die Lebensqualität", heißt es allgemein.

Ein Stück grüne Lebensfreude

Der eigene Garten kann ohne Zweifel ein Stück Lebensfreude darstellen. Das spürt jeder, der Erde umgräbt, Unkraut jätet, mit Hingabe kleine Löcher gräbt, um Blumenzwiebel auszusetzen oder Gemüse zu pflanzen. Das hat man gerade in der gegenwärtigen Corona-Krise immer wieder gehört. Oft wird nämlich die Bedeutung von Pflanzen für den Menschen stark unterschätzt. Für viele ältere Menschen ist der eigene Garten zum liebsten Hobby geworden. Es gibt im Landkreis zahlreiche Bürger, für die der eigene Garten ein solches Refugium darstellt. Für den Kreisverband für Gartenbau und Landespflege aus dem Landkreis Haßberge mit seinen 78 Obst- und Gartenbauvereinen und mehr als 6500 Mitgliedern ist deswegen der "Tag der offenen Gartentür" alljährlich ein besonderes Ereignis. Für alle Gartenfans ist es eine Gelegenheit, einmal einen Blick über den Gartenzaun eines Anderen zu werfen.

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Tausende von Besuchern ließen es sich in den zurückliegenden Jahren nicht entgehen, als dieser Tag der offenen Tür in Wasmuthhausen (2019), Fatschenbrunn (2018), Rügheim (2017) oder in Oberschwappach (2016) stattfand. Kreisfachberater Guntram Ulsamer begrüßte es, dass dieser Tag wieder einmal im Maintal stattfinde und zeigte sich überrascht, dass man hier in Ebelsbach und Gleisenau noch auf so viele Nutz- und Bauerngärten, aber auch Wohlfühlgärten trifft.

Vorbereitungen für 2021 laufen

Bürgermeister Martin Horn von der Ausrichtergemeinde Ebelsbach und Kreisfachberater Guntram Ulsamer trafen sich deswegen in den vergangenen Tagen, um schon für das nächste Jahr die Weichen zu stellen und weitere Gartenbesitzer zu motivieren, ihre Gartentür aus diesem Anlass zu öffnen. Für dieses Mal hatten sich schon zehn Gartenbesitzer bereiterklärt. Ulsamer meinte, "dass dies ja auch in diesem Jahr der Corona-Einschränkungen etwas schwieriger gewesen ist. Ich bin mir ganz sicher, dass es noch zahlreiche Gartenbesitzer gibt, bei denen man in ihrem Garten viel Herzblut ihrer Liebe zu Blumen oder Gartengestaltung entdecken kann. Die möchten wir zur Teilnahme aufrufen".

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Gartenfreunde seien oft für andere Anregungen sehr dankbar. Dabei brauche man sich auch nicht vor dem Ansturm von Gästen und Besuchern zu fürchten. "Ich war sehr erstaunt, wie diszipliniert die Besucher sich in meinem Garten bewegten und es keinerlei Probleme gab", berichtete ein Gartenbesitzer der vergangenen Gartenschauen. "So wäre es toll, wenn im nächsten Jahr noch weitere Gartenbesitzer ihre Gärten öffnen würden", sagt Ulsamer. Interessenten sollten sich bei der Gemeinde Ebelsbach oder dem Kreisverband für Gartenbau und Landespflege melden.

Ulsamer gab seiner Freude Ausdruck, dass Bürgermeister Martin Horn voll hinter der Veranstaltung stehe und die Gemeinde federführend bei der Organisation sei. Natürlich werde sich auch der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege aktiv beteiligen.

Von Schloss zu Schloss

Den Organisatoren schwebt ein interessanter Spaziergang vom Schloss in Gleisenau bis hin zum Schloss in Ebelsbach vor, entlang des "Ebelsbaches" und durch die Gärten der beiden Ortsteile. Ausgangspunkt soll dabei der Schlosspark von Gleisenau sein mit dem Barockgarten, dem stattlichen Herrenhaus aus dem Jahr 1772/73 am See und der Schlosskirche.

Am "Ebelsbach" könnte für Kinder und Jugendliche die schön gestaltete "Fischtreppe" Abwechslung bieten mit dem zurückgebauten Wehr der ehemaligen Ebelsbacher Mühle. Links und rechts des Baches kommt man zu Gärten und erreicht auf einem schönen Fußweg das Ebelsbacher Schloss, das seit einiger Zeit nun im Besitz der Gemeinde ist.

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Hier hat die Gemeinde schon in den letzten Monaten Aufräumarbeiten durchgeführt und die Besucher können einen Blick in das Schlossareal, den Schlossgraben und die alte Schlosskapelle werfen, die immer wieder auch von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde zu besonderen Veranstaltungen genutzt wird.

Schwerpunkt des Tages soll natürlich der Blick in die Gärten sein und im Gespräch mit den bisher gemeldeten Teilnehmern bekommt man schon einen ersten Einblick, was die Besucher beim "Tag der offenen Gartentür" geboten bekommen. Schwerpunkte sind Gärten im "Kirschental" in Gleisenau mit Gemüseanbau, Kräutergarten und Nutzgärten, aber auch die Gärtner aus der Kleingartenanlage lassen einen Blick über die Zäune werfen.

Künstlerisch angehaucht

Man werde dabei auch in "Wohlfühlgärten" gelangen. Darunter ist ein Garten, der gleichzeitig einen künstlerischen Genuss darstellen wird. Rudolf Schneidmadel und Hedwig Dojan fühlen sich jedenfalls wohl in ihrem Garten, der sich an die Höhen des "Schönberges" anschmiegt und terrassenmäßig mit Steinmauern angelegt ist.

In seinen zahlreichen Kunstwerken aus verschiedenen Steinarten kommt die Lebensphilosophie von Künstler Schneidmadel zum Ausdruck: "Kunst ist für mich nicht nur Vergnügen, sondern Quelle der Kraft und Freude. Die Quelle ist das Tun." Dass dort die Quelle des Tuns sprudelt, kann man in diesem Garten auf Schritt und Tritt sehen.